Was zum Einzug des Welpen gehört

Veröffentlicht am September 1st, 2010 von Soeren in Hundeerziehung, Welpen

Da kommt er, der kleine knuffige Welpe. Die ganze Familie freut sich auf das neue Familien-Mitglied und ist schon ganz gespannt, wie er sich in seiner neuen Umgebung einfindet. Die alte Wärmelampe vom Züchter ist plötzlich nicht mehr da. Die Mutter ist weg und Geschwister gibt es auf einmal auch nicht mehr. All das merkt ein Welpe natürlich. Schmerzlich wird er die ersten Wochen seines Lebens vermissen, doch schon bald erinnert er sich daran nicht mehr. Der Welpe zieht in seine neue Umgebung ein und braucht die Unterstützung seiner neuen Familie. Die Wohnung bzw. das Haus, alles neu, neue Menschen in seinem Rudel. Gut, der Frischling im Rudel ist er, nicht umgekehrt, und das sollte der Welpe auch von Beginn an richtig beigebracht bekommen. Rangordnung, so das Stichwort!

Sicherheit + Rücksicht

2 kleine HundewelpenDie ersten Schritte sollte der Welpe in einer sicheren Umgebung machen. Die Räumlichkeiten müssen hierfür wie bei einem Baby hergerichtet werden. Offenliegende (nicht ohne Isolierung) Kabel sollten beseitigt werden, da der Welpe in seiner Furchtlosigkeit schnell einen Bissen wagt oder daran kratzt. Pflanzen bringt man insofern in Sicherheit, dass diese nicht auf wackeligen Kanten stehen und möglichst so platziert sind, dass der Welpe seinen Hunger nicht an ihren Blättern stillt. Als frischer Hundebesitzer weiß man hoffentlich auch über das Thema Stubenreinheit schon Bescheid. Der Welpe wird notgedrungen in die eigenen Reviere machen. Besitztümer wie teure Teppiche auf dem Boden sollten unter Umständen für ein paar Tage / Wochen in Sicherheit gebracht werden.

Absturzgefahr herrscht bei steilen Treppen. Wir von Hundemagazin.net können unseren Lesern nur dringend empfehlen, den Welpen vor steilen Treppen zu schützen. Einerseits wegen der Absturzgefahr, anderseits wegen seiner Gelenke. Welpen nehmen allen Mut zusammen und erkunden ihre neue Welt wie Helden. Eine Tatze vor die andere und Schwupps, da geht’s abwärts. Schneller als der Welpe schaut, rollt er auch schon die Treppe runter. Wenn er nicht fällt, wird er klettern. Hunde sollten im Welpenalter aber nicht viele Stufen meistern müssen. Oft erkranken Hunde im Bereich des Hüftgelenks, wenn sie zu viele Treppen steigen müssen. Dies gilt für abwärts und aufwärts gleichermaßen.

Auslauf + Erleichterung

Wie es in vielen Ratgebern steht ist es auch. Welpen müssen mindestens alle zwei Stunden vor die Tür, um sich zu erleichtern. In der Nacht ist dies natürlich nicht immer möglich. Wenn man jedoch merkt, dass der Welpe in der Nacht wach wird und rumtollt, sollte man sich zusammennehmen und fix den Schritt vor die Tür machen. Generell sollten Welpen nach dem Schlafen, Spielen und Fressen sowie alle zwei Stunden vor die Tür. Kommt man seinem Vierbeiner zuvor, merkt er gar nicht, dass er in die Wohnung machen kann. Er gewöhnt sich daran, sein Geschäft in freier Natur zu erledigen.

Man spielt zwar mit einem Welpen besonders gern, sollte aber nicht die Ruhephasen des Hundes missachten. Welpen legen sich immer wieder aufs Ohr und ruhen sich eine halbe bis volle Stunde aus. Das kann durchaus alle paar Stunden so kommen und ist von Welpe zu Welpe unterschiedlich. Liegt ein Welpe und schläft, ist dieser in Ruhe zu lassen, da er seine Energie wieder auffüllt, um fit für den weiteren Tagesverlauf zu sein. Wer seinem jungen Hundebaby von Beginn an ein Kissen, Hundebett oder eine weiche Decke zum nächtigen zuteilt, weist ihm gleichzeitig einen festen Schlafplatz zu. Ein wichtiger Schritt in der Erziehung des Welpen.

Rangordnung + Erziehung

Hausordnung, Rangordnung und Gehorsam. Von der ersten Stunde an muss der Hund seine Grenzen kennen und Erziehung genießen. Viele Hundebesitzer finden die erste Zeit der Erziehung gegenüber einem Welpen sehr streng. Strenge ist wichtig, damit der Hund klare Regeln kennenlernt und diese beachtet. Im Rudel mit anderen Hunden ist das nicht anders. Jedoch merkt man es als Mensch nicht. Wie oft beobachtet man schon große Hunderudel und deren Erziehungsmaßnahmen.

Loben Sie den Hund immer, wenn er etwas Positives getan hat. Ignorieren Sie den Welpen bei schlechtem Benehmen. Strafen Sie niemals ihren Welpen durch Handgreiflichkeiten und meckern Sie ihn auch nicht verbal an. Hunde nehmen jede Art der Kommunikation als Aufmerksamkeit hin. Eben genau diese Aufmerksamkeit wollen Hunde. Einzig echte Strafe bei Hunden ist die Ignoranz der Besitzer. Wegdrehen, nichts sagen und gehen. Nach wenigen Sekunden ist die Situation vergessen. Macht der Hund wieder etwas Positives, sofort loben. Schon zwei bis drei Sekunden nach der Tat muss das Lob beim Hund ankommen. Später ist zu spät. Jedes „Sitz“ wird mit dem Kommando „Sitz!“ verbal benannt und sofort gelobt. Sehen Sie dazu unseren Beitrag „Wie lehre ich meinem Hund Sitz“ an.

Wann immer man die Möglichkeit hat, sollte der Welpe sich in der Nähe seiner Bezugspersonen befinden. Dazu zählen alle im Haushalt wohnenden Personen einschließlich der Kinder. Welpen brauchen Nähe, um Vertrauen zu fassen. Jeden Tag traut sich der Welpe mehr zu und schöpft immer wieder aus den Vollen. Richtig viel Vertrauen bekommt der Hund beim Spielen. Hier muss man unbedingt daran denken, dem Hund auch Erfolge zu gönnen. Sprich, der Mensch muss absichtlich verlieren – hin und wieder. Füttern, Kuscheln und die Körperpflege helfen dem Welpen auch beim Aufbau einer wertvollen Vertrauensbasis.

Der Welpe sollte nicht immer mit Ihnen spielen dürfen, wenn er ankommt. Sie kommen zum Hund, wenn gespielt wird, nicht umgekehrt. Sie bestimmen, wann Spielzeit ist. Natürlich sollten Sie den Hund immer beachten, wenn er kommt, denn er muss schließlich lernen was Sache ist. Ob Sie den Welpen mit aufs Sofa lassen oder er in der Nacht am Fußende Ihres Bettes träumt, ist allein Ihre Entscheidung. Bieten Sie dem jungen Hund eine super Perspektive, ein schönes langes, gesundes und lehrreiches Leben, aber auch jede Menge Spaß. Informieren Sie sich weiter auf unserem Hundemagazin und meistern Sie eine gute Sozialisierungsphase Ihres Welpen, die auch seiner Rasse gerecht wird.

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