Tosa Inu

Vom Japanischen Mastiff, dem Mythos und seinem Wesen

Der Tosa Inu hat für die meisten Europäer etwas mystisches an sich. Zum Hundekampf soll er in seinem Heimatland eingesetzt werden und zu den seltensten Hunderassen der Welt soll er zählen. Was ist dran, am Mythos Tosa Inu?

Tosa Inu

Rasse:Tosa Inu
Herkunft:Japan
Lebenserwartung:10 – 12 Jahre
Verwendung:Familienhund, Wachhund
Fell:Kurzes, dichtes, hartes Haar
Farben:Rot, falbfarben, apricot, schwarz, gestromt
Größe:55 – 75 cm
Gewicht:50 – 75 Kg
FCI-Gruppe:Gruppe 2, Sektion 2: Molosser – FCI-Nr. 260

Geschichte & Herkunft

Der Tosa Inu oder auch Tosa Ken (beides bedeutet schlicht Hund aus Tosa) ist eine der japanischen Hunderassen und gehört zu den Molossern. Er unterscheidet sich bereits von den anderen Hunderassen Japans, da er im Gegensatz zu Akita Inu, Kishu, Hokaido oder Shikoku Ken nicht zu den nativen Rassen gezählt wird. Letztgenannter Shikoku Ken bildet quasi den Beginn diese Verhältnismäßig jungen Hunderasse. Tosa, dies ist der Name der ehemaligen Präfektur Kōchi auf Shikoku der kleinsten der vier japanischen Hauptinseln. Hier liegt die Wiege des auch größten japanischen Hundes.

Mit der Reformierung des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tennō ab 1868 endete die Zeit des Kriegeradels der Samurai und läutete die Moderne in Japan ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Gleichzeitig endete die bis dahin währende Isolationspolitik des Landes und es kamen immer mehr Ausländer ins Land.

Zur gleichen Zeit strömten immer mehr Menschen der japanischen Landbevölkerung in die Städte. Der Hundekampf war zuvor nur den Samurai erlaubt und sogar vorgeschrieben. In kriegsfreien Zeiten sollten sie sich an der Tapferkeit der Hunde orientieren.

Nun aber erlebte der Hundekampf in ganz Japan, aber insbesondere auf Shikoku und der Provinz Tosa, seine Blüte. Die ausländischen Menschen brachten ihrerseits auch Hunde mit ins Land, diese waren den urtümlichen Hunden vom Spitz Typ oftmals an Größe, Kampfkraft aber auch Beharrlichkeit weit überlegen, so dass man begann, den ungefähr kniehohen Shikoku Ken mit eben den mitgebrachten, westlichen Hunderassen zu verpaaren.

Der Legende nach begann man mit einer Kreuzung aus Bulldogge und Shikoku Ken. Man muss hierzu aber klar sagen dass der Bulldog zu diesem Zeitpunkt noch ein ernst zunehmender und sehr beweglicher Hund war! Es ist auch davon auszugehen, dass auch Ahnen von Hunden die später den American Bulldog oder amerikanische Bullterrier Rassen prägten, verwendet wurden.

Nüchtern betrachtet könnte man fast sagen, man nahm was man kriegen konnte. Eine planmäßige Zucht fand wohl erst im Laufe weiterer Jahre statt.

Die Zuchtbemühungen wurden professioneller und so importierten die Japaner gezielt europäische Hunde, vorrangig Deutsche Doggen und Mastiffs. Wie man anhand historischer Aufnahmen sehr gut nachsehen kann, wurde die Rasse ebenfalls sehr stark durch den Einfluss deutscher Vorstehhunde geprägt. Die Verwendung von Bullterriern englischer Herkunft und Bernhardinern ist auch anhand von Bildern dokumentiert. Strittig ist der Einfluss der Dogue de Bordeaux, es wurden wohl gezielt Hunde der Rasse importiert, ob diese prägend auf die Zucht Einfluss hatten bleibt nur eine Mutmaßung.

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Zusammenfassung

Der Tosa Inu ist eine faszinierende Hunderasse, die keinesfalls in die Hände von Anfängern gehört. Mit seinen bis zu 90 Kilogramm kann er von den meisten Mitteleuropäern nur schwer oder gar nicht gehalten werden. Der gegenüber Menschen sehr sanftmütige Riese bedarf einer ruhigen und konsequenten Führung.

Komprimiertes Wissen
  • Kein Anfängerhund!
  • Sehr seltene Rasse
  • Mit anderen Rüden kann es Probleme geben

Tosa Inu in Not

Es gibt unterschiedliche Gründe und Situationen, die den Tosa Inu in Not bringen. In den wenigsten Fällen ist der Hund oder sein Verhalten an der Misere Schuld. Vielfach wird die Erziehung unterschätzt oder der Hund entwickelt sich anders, als der Besitzer sich erhofft hatte. Durch eine frühe Erziehung und Sozialisierung kann dem zumindest entgegengewirkt werden. Auch berufsbedingte Orts- und Wohnortswechsel sind Gründe, warum ein Tosa Inu im Tierheim landet, daher sollte sich das Tier nur angeschafft werden, wenn auch die Zukunftsplanung soweit wie eben möglich abgeschlossen ist. Aber auch der Tosa hat eine zweite Chance verdient. Wer Erfahrung im Umgang mit großen Hunden besitzt und sich die stolze Rasse zutraut, der kann im Internet sowie in den umliegenden Tierheimen ausschau nach in Not geraten Tosa halten.

Credits: Der geschichtliche Abriss zum Tosa Inu stammt von Martin Fricke.

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Zuletzt aktualisiert am 17.08.2018

Über Daniel 288 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?