Bernhardiner

...und warum der Bernhardiner nie ein Fässchen trägt

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Allgemeines zum Bernhardiner

Bernhardiner – das sind doch die imposanten Lawinenhunde mit dem treuen Blick und dem Medizinfässchen um den Hals, oder? Die Verknüpfung des Bernhardiners als der Rettungshund schlechthin ist reflexartig bei jedem Nichthundebesitzer abzurufen. Warum das so ist? Klären wir hier.

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Geschichte & Herkunft

Der St. Bernhardshund, wie der Bernhardiner auch genannt wird, hat den Namen über seinen geographischen Ursprung her erhalten. Wie beim Appenzeller und Schweizer Sennehund, dem Leonberger oder auch Rassen wie dem Tosa gibt der Name bereits Auskunft über die Rasseherkunft. Bernhardiner wurden erstmals auf dem Hof des Hospizes auf dem großen St. Bernhard (einem Pass in den Schweizer Alpen) von Mönchen gezüchtet, so die Überlieferung. Wie bei fast allen Hunderassen ist eine ganz genaue Ermittlung nicht möglich, zumal die Zuchtbedingungen im 17. Jahrhundert alles andere als ideal waren.

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In den Schweizer Bergen hat der Bernhardiner seinen Ursprung.

Sie scheinen – wie so viele große Hunderassen – vom Molosser altassyrischer Herkunft abzustammen. Je nach untersuchter Quelle ist auch von einer Abstammung der tibetanischen Dogge die Rede, die Gelehrten streiten an dieser Stelle noch trefflich. „Doggenartig“ ist der gemeinsame Konsenz der geschichtlichen Lager.

Was jedoch zu den Fakten gezählt werden darf, der Bernhardiner von einst hat bis auf den Namen wenig mit seinen Nachfahren gemein. Sowohl in Größe, Farbgebung und generell der Optik hat man sich ob der widrigen Umstände auch Sennehunde hinzugeholt um die Linie aufrecht zu erhalten. Neben dem St. Bernhardshund versuchte man in Deutschland den Alpenhund zu etablieren und auch die verschiedenen Züchter hatten ihre eigenen Vorstellungen des idealen Hundes.  In 1887 einigten sich die Züchter letzten Endes auf einen Schweizer Standard und begann fortan, ihre Zucht danach auszurichten.

Barry - ein Lawinenhund prägt das Image eines Bernardiners bis heute
Der Bernhardiner Barry wurde im Jahr 1800 geboren und soll über 40 in Not geratenen Menschen das Leben gerettet haben. Damit ist Barry einer der berühmtesten Hunde weltweit und wie kaum ein zweiter prägen die Heldentaten das Image einer ganzen Hunderasse. Da Barry nach seinem Tode präpariert wurde lässt sich sein ausgestopftes Fell noch heute im Naturhistorischen Museum der Burggemeinde Bern bewundern. Im wurde bei Paris ein Denkmal errichtet und auch die Filmindustrie würdigte seine Heldentaten in

  • 1949 unter dem Titel „Barry – der Held von St. Berhard“ und in
  • 1977 unter dem Titel „Barry, der Bernhardiner“

zwei Filmen, die von seinen Taten erzählen.

Moderne LVS (Lawinensverschüttetensuchgeräte) werden bis heute noch als Barryvox bezeichnet und huldigen so ihrem vierbeinigen Vorgängermodell.

Wer sich besonders tief mit der Geschichte beschäftigen möchte, findet hier eine unterhaltsame und lehrreiche Anlaufstelle zur Vertiefung des Wissens.

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Zahlen, Daten & Fakten

  • Herkunftsland: Schweiz
  • Lebenserwartung: 10 – 12 Jahre
  • Gewicht Rüden: 70 – 90  kg
  • Gewicht  Hündin: 65 – 80 kg
  • Rüden: 70 – 90 cm
  • Hündinnen: 65 – 80 cm cm
  • FCI Standard: 61

Zeitstrahl Highlights

  • 1695 – Auf dieses Datum ist ein Bernardiner Bild im Hospiz datiert
  • 1800 – Barry – der berühmteste Bernhardiner wird geboren
  • 1814 – Barry stirbt – 40 Menschenleben soll er gerettet haben
  • 1856 – Im Hospiz wird schriftlich vermerkt, dass der Neufundländer einkreuzt wurde
  • 1865 – Der Name „Bernhardiner“ setz sich durch, vorher hießen die Hunde „St. Berhards Mastiff, Heilige Hunde, Barryhüng oder Alpenhunde)
  • 1887 – Der Rassestandard wird eingeführt
  • 1956 – Der Fässchen Mythos wird geklärt

Verwendung

Lange Zeit war der Bernhardiner als Lawinenhund im Einsatz. Dafür ist er heute zu schwer und wurde entweder durch elektronische Errungenschaften oder die körperlich eher tauglichen Schäferhunde ersetzt. Ebenfalls hat er sich als Hirten- und Bauernhund seine Brötchen verdient und findet heutige hauptsächlich Platz in der Mitte der Gesellschaft, genauer gesagt in Familien sein Zuhause. In der Schweiz finden sich die Hunde darüber hinaus auch als Therapiehunde in der Pflege und Rehabilitation wieder. Der Bernardiner bleibt der Arbeitswelt bis dato erhalten und passt sich seinen Aufgaben entsprechend an.

Klassifikation, Zuchtstandard & Rasse Standard

  • Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer –Molossoide – Schweizer Sennenhunde
  • Sektion 2: Molossoide
  • 2.2 Berghunde
  • Ohne Arbeitsprüfung

Charakter & Wesen des Bernhardiner

Wie viele große Hunde zeichnet sich auch der Charakter des Bernhardiners durch Gelassenheit, Ruhe und Wesensfestigkeit aus. Bevor den gutherzigen Riesen etwas ins Wanken bringt muss schon einiges passieren. Von aus aus bringt er ein gewisses territoriales Verhalten mit dass ihn zu einem guten Wachhund und Beschützer macht. Das Wesen des Bernhardiners ist dabei aber sanft und gutmütig – sofern man ihm eine Erziehung angedacht hat, die ihm einen festen Platz im Rudel und der Rangordnung zuweist. Er legt überdies ein gewisse Portion Sturheit und Eigensinn in die Waagschale und besitzt einen ausgeprägten Dickkopf.

Darüber hinaus ist der Bernhardiner dank seiner „feinen Antennen, seiner Körpergröße und seiner Tapferkeit ein sehr guter und verlässlicher Wach- und Schutzhund. Um all die positiven Charaktereigenschaften zum Vorschein zu bringen ist jedoch auch ein Maß an Training und Eingewöhnungsphasen nötig. Einfach einen Bernhardiner kaufen und darauf setzen dass die Rassebeschreibung 1:1 eintrifft wäre fahrlässig.berhardiner wesen charakter überzeugen auf voller linie

Im Umgang mit Familie & Kindern

Heute ist der Bernhardiner ein echter Familienhund. Schon bei der Zucht wird Wert darauf gelegt, dass sich ein Bernhardiner in Familien zurecht findet. Mit ihm gewinnen Familien einen freundlichen, kinderlieben Charakter der mitunter sehr anhänglich ist und den direkten Familienanschluss kontinuierlich sucht. Dabei ist nicht zu unterschätzen, dass er einen ausgeprägten Schutzinstinkt an den Tag legt. Einem Kinderwagen mit Bernhardiner in der Nähe werden Sie sich nicht ohne Weiteres Nähern können. Für den Zwinger ist er absolut nicht geeignet.

Im Umgang mit der Umwelt

Fremden gegenüber ist der Bernhardiner durchaus aufgeschlossen und freundlich. Solange er keine Gefahr für seine Familie verspürt bleibt das Gemüt stets sanft und liebevoll. Das ändert sich, sobald das feinfühlige Tür Gefahr wittert. Dann kann der bis zu 90 Kilogramm schwere Hund sehr unangenehm werden und wird die Konfrontation für seine Familie nicht scheuen. Auch mit anderen Tieren und Hunden kommt die Rasse sehr gut zurecht – Trotzdem sollten die Weichen dafür in der Hundererziehung und der Prägephase gelegt werden.

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Zuletzt aktualisiert am 18.11.2017

Bewegungsdrang

Er ist ausdauernd und kann, wenn er muss, weite Strecken zurücklegen. Er ist seinen Besitzern aber auch nicht böse, wenn diese sich auf zwei bis drei normale Spaziergänge beschränken und das Tier nicht an seine Grenzen gehen muss. Besonders bei sommerlichen Temperaturen schiebt er liebe eine ruhige Kugel, während er im Winter zum Hochleistungssportler im Schnee aufblühen kann und voll in seinem Element ist.

Der Jagdtrieb

Der Jagdtrieb ist beim Schweizer Nationalhund eher weniger ausgeprägt. Dennoch sollte beim Besuch der Hundeschule genau beobachtet werden, ob das Tier den Verlockungen einer Jagd widersteht oder ob hier korrigierend eingegriffen werden muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ein begeisterter Jäger ist sollte niedriger sein als der umgekehrte Fall. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Auflagen & Einreisebestimmungen

Der St. Bernhardshund unterliegt weder besonderen Auflagen noch Einreisebestimmungen.

Optik

Das Fell ist langhaarig oder stockhaarig. Dabei soll es sehr dicht und glatt anliegend sein. Die bevorzugten Farbtöne sind weiß mit rotbraun oder rotbraun mit weiß in verschiedenen Abstufungen . Sie sollten weiße Flecken an der Brust, den Pfoten, ihrer Nase, dem Hals und ihrer Rutenspitze besitzen. Die erwünschten Flecken (bzw. Abzeichen) sind eine weiße Halskrause und eine symmetrische dunkle Maske.

Fell, Pflege und Haltung

Das Fell sollte einmal in der Woche gebürstet werden. Der Hund gehört nicht in die Stadtwohnung. Er liebt es, ein umzäuntes Grundstück zu beschützen und benötigt normalen Auslauf. Eine Hundehütte auf  dem Grundstück ist das Sahnehäubchen, dennoch schläft er nachts natürlich am Liebsten bei der Familie. Von Zwingerhaltung raten wir generell ab, da sie den Charakter und das Wesen des Tieren stark negativ beeinträchtigt. Der Bewegungsdrang wurde angesprochen. Der Hund möchte sich mehrmals täglich lösen, er ist aber kein Dauersportler der sich zum joggen anbietet.

Erziehung des Bernhardiner

So lieb sie aussehen – Sie sind von Natur aus Sturköpfe. Unterschätzen sie keinesfalls den eigenen Willen eines 90 Kilo schweren Tieres. Sind sie nicht von Anfang an auf der Hut und arbeiten nicht regelmäßig mit dem Tier so wird er sie ggf. vor ein Problem stellen können. Um die Oberhand zu behalten und seine Kommandos beim Hund sach- und fachgerecht unterzukriegen setzen sie auf regelmäßige und konsequente Hundeerziehung und besuchen regelmäßig Hundeschulen und Kurse. So vermeiden Sie, dass ihr später mit Ihnen an der Leine spazieren geht.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten

Für große Rassen und alte Rassen nahezu typisch sind die Anfälligkeiten für HD und Magendrehungen. Beim Bernhardiner besteht zudem ein erhöhtes Krebsrisiko.

  • Hüftdyspläsie (HD)
  • Magendrehung
  • Knochenkrebs (Osteosarkrom)

Besonderheiten

Filmographie

Kaum eine Hunderasse schaffte es so häufig, sich in Film und Fernsehen zu etablieren. Neben den Filmen um Lawinenhund Barry hat Stephen King dem Bernhardiner mit Cujo eine gänzlich andere Rolle als tollwütige Bestie zuteil werden lassen und ab 1992 starte mit „Ein Hund namens Beethoven“ eine Kinofilm mit bereits sieben Fortsetzungen.

  • 1983 – Cujo – Nach gleichnamigem Roman von Stephen King
  • 1992 – 2014 Beethoven (mittlerweile acht Filme, der Letzte stammt aus 2014).

Mythos Fässchen um den Hals

Lange Zeit wurde darüber gerätselt, ob Bernhardiner tatsächlich ein Fässchen mit Schnaps um den Hals trugen um Lawinenopfer mit dem Inhalt direkt wieder die Lebensgeister einzuhauchen. Alles Quatsch – so hart dies auch klingen mag. Die Fässchen hätten den Hund bei der Suche viel zu sehr beeinträchtigt und der Mythos ist eher darauf zurückzuführen, dass ein Fotograf damals einfach einen genialen und die Jahrhunderte überdauernden PR-Coup gelandet hat.

Häufige Fragen

Wie groß und wie schwer werden Bernhardiner?

Die Rasse gehört zu den großen Vertretern von Hunderassen. Ausgewachsene männliche Exemplare sind laut Rassestandard mit 90 Kilogramm noch im Idealgewicht. Wie bei uns Menschen auch, gibt es natürlich Ausreißer nach unten wie oben und so gibt es auch Berichte von Hunden jenseits der 100 Kilo. Es sollte aber niemandes Ziel sein, den schwersten Hund zu erhalten, denn gesund ist zu viel Gewicht nicht und beeinträchtigt Herz und Gelenke.

Über den Rassestandard ist geregelt, dass ein normales, männliches Tier der Rasse bis zu 90 cm werden darf. Damit gehört er zu den größten (und schwersten) Hunderassen unseres Planeten.

Was haben Bernhardiner in ihrem Fässchen?

Die Frage wird häufig gestellt. Der Legende nach befand sich Schnaps in den Fässchen damit Verschüttete nach ihrer Bergung durch den Rettungshund erstmal zu Kräften kommen. Alles Quatsch – sagen die Experten. Das Fässchen ist einer der frühesten Marketing Gags dieser Welt.

Warum sabbern Bernhardiner?

Große Hunde und große Leffzen – wie bei vielen Rassen dieser Kombination ist das Sabbern nahezu typisch. Es gehört zum Tier dazu. Da sabbern nicht schädlich oder gesundheitsschädlich ist, werden seriöse Züchter hier keinen Handlungsbedarf verspüren und die Rasse weiterhin gesundheitlich verbessern.

Was kosten Welpen?

Hierzu haben wir eine Anfrage an den Züchterclub der Hunderasse gestellt und werden die Antwort an gleicher Stelle nachreichen.

Wie hieß der Hund von Heidi?

Der Hund in der beliebten Kinderserie Heidi hieß Josef und gehörte Peters Großvater.

Video & weitere Bilder

Zusammenfassung

Komprimiertes Wissen
  • Der Bernhardiner gilt als Schweizer Nationalhund
  • Einer der berühmtesten Hunde weltweit war ein Bernhardiner: Barry, der Lawinenhund.
  • Liebt den Winter mehr als den Sommer
  • Toller Familienhund – Mit Schutzinstinkt und Dickkopf

Bernhardiner in Not

Trotz ihres umwerfenden Wesens geraten auch Bernhardiner in Not. Meistens liegt die Ursache in der Trennung von Lebensgemeinschaften und Partnerschaften oder der Umzug in Stadtwohnungen. Da die Rasse wesensfest und zumeist ohne große Überraschungen auskommt, geben sie auch den Bernhardinern in Not eine Chance:  Zu den Tieren. Denn die Chancen stehen gut, einen ausgeglichenen und sozialisierten Hund zu erhalten, der sich ohne große Probleme in die Familie eingliedern kann.

Über Daniel 282 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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