Deutscher Schäferhund

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Allgemeines

Deutscher Schäferhund – Der Schäferhund gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Hunden in Deutschland und gilt nach wie vor als Exportschlager. Diese überaus vielseitige und intelligente Hunderasse blickt auf eine bewegte Historie zurück der wir uns hier genauso wie dem Charakter und dem Wesen des Schäferhundes nähern möchten.

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Geschichte & Herkunft

Die Geschichte des Schäferhundes beginnt im späten 19 Jahrhundert und hat ihren Ursprung in Thüringen und Württemberg. Seine Vorfahren sind kurz- und stockhaarige Hütehunde wie sie zur damaligen Zeit in ganz Europa aufzufinden waren. Während eines Manövers beobachtete der damalige Offizier Max von Stephanitz die Hütehunde bei der Arbeit und war angetan und begeistert gleichermaßen vom Zusammenspiel zwischen einem Schäfer und seinem Hund. Am 15. Januar 1989 fasste er einen Entschluss und kaufte sich einen Rüden, dem er den klangvollen und verheißungsvollen Namen Horand von Grafrath gab. Dieser Hund gilt neben seinem Bruder „Luchs von Sparwasser“ und der Hündin „Mari von Sparwasser“ als der Grundstein und Quell der heutigen Schäferhunde.

Einen geschichtlichen Tiefpunkt erreicht der Schäferhund im zweiten Weltkrieg. Die Nationalsozialisten entdecken den Schäferhund für sich und nutzen ihn für ihre Propagandazwecke um die Tugenden wie Tapferkeit, Mut und Treue zu demonstrieren. Ob Himmler, Hindenburg oder Hitler selbst – zahlreiche Aufnahmen der damaligen Zeit zeigen die Heeresführer mit ihren Schäferhunden. Blondie, der Schäferhund von Adolf Hitler, erlangte dadurch traurige Berühmtheit.

Im zweiten Weltkrieg wurden ca. 30.000 Schäferhunde zum Kriegsdienst verwendet und sind regelrecht geopfert worden. Aber auch in Konzentrationslagern wurde der Hund eingesetzt um die Inhaftierten zu bewachen und zu kontrollieren.

Als nach dem zweiten Weltkrieg Deutschland in Ost- und West geteilt wurde, entstanden dadurch auch zwei Zuchtlinien. Nach der Wiedervereinigung wurde der DDR Schäferhund jedoch wieder in Zuchtlinie Westdeutschlands integriert.

Heute ist der Deutsche Schäferhund der weltweit am häufigsten eingesetzte Diensthund und findet auch bei Familien großen Zuspruch.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Lebenserwartung: 10 – 14 Jahre
  • Gewicht Rüden: 30 – 40 kg
  • Gewicht  Hündin: 22 – 32 kg
  • Rüden: 60 – 65 cm
  • Hündinnen:  55 – 60 cm

Zeitstrahl Highlights

  • 1898 – Max von Stephanitz legt den Grundstein der Rasse durch den Kauf dreier Hütehunde
  • 1899 – Am 22. April wurde der Verein Deutscher Schäferhunde e.V. durch von Stephanitz gegründet
  • 1899 – Am 22. September wurde der Rassestandard festgelegt
  • 1929 – Aus Angst vor Vermischung verbot die australische Regierung die Einfuhr des DSH um die eigene Rasse (Australischer Dingo) zu schützen
  • 1933 – Die Fellfarbe Weiß wird aus den Zuchtbüchern gestrichen und gilt seitdem sofort als Fehlfarbe
  • 1933 – 44 – Der Deutsche Schäferhund wird zu einem der Symbole des Deutschen Reiches und über 30.000 Schäferhunde werden in den Kriegsdienst eingezogen
  • 1974 – Die Australische Regierung hebt ihr Gesetz zum Einfuhrverbot für Schäferhunde wieder auf
  • 1979 – In der damaligen DDR darf nur noch mit HD freien Tieren gezüchtet werden
  • 1998 – Die Zahl der Welpen wird durch den VDH mit 27.834 Welpen angegeben
  • 2011 – Die Zahl der Welpen wird durch den VDH mit 13.339 Welpen angegeben

Verwendung

Der Schäferhund ist eine der am vielseitig eingesetzten großen Hunderassen weltweit. Als Diensthund ist er bei Polizei, Militär und Sicherheitsunternehmen im Einsatz. Er hat den Bernhardiner als Lawinenhund und bei der Bergrettung weitestgehend ersetzt und wird nach wie vor als Hütehund, Schutzhund, Wachhund, als Begleithund und natürlich als Familienhund eingesetzt.

Klassifikation, Zuchtstandard & Rasse Standard

  • Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
  • Sektion 1: Schäferhunde
  • Mit Arbeitsprüfung
  • FCI Standard: Nr. 166

Der Charakter & das Wesen des Schäferhund

Das der Schäferhund weltweit ein hohes Ansehen genießt und eine der am häufigsten auftretenden großen Hunderassen ist liegt auch an seinem Charakter. Im Rassestandard wird er ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, unbefangen und (außerhalb einer Reizlage) völlig gutartig sein. Außerdem muss das Wesen des Schäferhund fest bzw. sicher sein, sprunghafte und ängstliche Tiere sind nicht gewollt. Um sich als Diensthund einen Ruf von Welt anzueignen braucht es darüber hinaus Gehorsam, Mut, Tapferkeit, Intelligenz, Zuverlässigkeit und eine hohe Belastbarkeit. All diese Attribute verkörpert der Schäferhund wie kaum eine andere Rasse. Doch diese enorme Leistungsfähigkeit hat einen Preis. Wer den heroischen Charakter des Tieres erhalten möchte, muss mit dem Tier zwingend arbeiten. Ein unterforderter Schäferhund ist in der Lage, sich selbst mit Aufgaben zu versorgen und diese müssen nicht im Einklang mit den Vorstellungen der Besitzer stehen.

Im Umgang mit Familie & Kindern

Bei richtiger Sozialisierung ist der Schäferhund ein idealer Familienhund. Seine Loyalität und sein Schutzinstinkt sind unbestechlich und verlässlich. Er wird sich immer schützend vor die Familie stellen und diese zur Not erbittert verteidigen. Dennoch: Seine Toleranz- und Reizschwelle hat Grenzen und er besitzt einen natürlichen Beutetrieb. Es ist durchaus schon vorgekommen, dass der Schäferhund auch mal zwickt. Um dies zu vermeiden, müssen auch Kinder den richtigen Umgang mit einem (Schäfer-)Hund erlernen und üben. Es ist generell nicht ratsam, den Schäferhund, wie alle anderen Hunde auch, mit Kindern alleine zu lassen.

Im Umgang mit Fremden

Fremden gegenüber tritt der Schäferhund nicht in sonderlich in Erscheinung. Er gilt als sehr aufmerksamer Beobachter, der sich in Reichweite aufhält, ohne Drohgebärden aufzubauen. Fremde, die sich unbefugt Zugriff zum Territorium verschaffen werden gestellt – Weglaufen ist für den Schäferhund keine Option.

Im Umgang mit anderen Hunden

Wie bei vielen anderen Hunderassen auch ist eine frühe Sozialisierung das A und O. Von seinem Wesen her neigt der Schäferhund nicht zu übermäßiger Dominanz. Jedoch wird er auch keinen Konflikt scheuen um seine Position zu behaupten. Um nicht frühzeitig den Stempel der Unverträglichkeit aufgedrückt zu bekommen ist es wichtig, den Hund mit seiner Umwelt bekannt zu machen und ihn mit möglichst vielen (positiven) Erfahrungen mit anderen Hunden teilhaben zu lassen.

deutscher schaeferhund mit anderen hunden

Im Umgang mit anderen Haustieren

Auch im Umgang mit anderen Tieren zeigt der Schäferhund von haus aus keine Auffälligkeiten. Auch hier spielt die frühzeitige Gewöhnung und Sozialisation eine maßgebliche Rolle.

Bewegungsdrang

Schäferhunde lieben Beschäftigung. Diese kann sowohl körperlich als auch geistig ausgeübt werden, am Liebsten natürlich beides gleichsam. Neben ausgedehnten Spaziergängen, dem Joggen mit Hund oder dem Fahrrad fahren eignet sich der Schäferhund für nahezu sämtliche Hundesportarten, von Dog Obedience über Agility bis hin zur beliebten Fährtensuche liebt der Schäferhund alles was nach Ertüchtigung, Bewegung und einer Aufgabe aussieht. Ein sehr guter Apportierhund ist er obendrein.

Für junge Schäferhunde sollte die Bewegung stets wohl dosiert und in Maßen stattfinden um Schäden am Knochenaufbau zu verhindern. Der Schäferhund nimmt jede Aufgabe dankbar a. Erkundigen Sie sich auch nach Möglichkeiten einer Rettungshund-Ausbildung. Diese fordert den Hund geistig und körperlich gleichermaßen und stellt überdies eine äußerst sinnstiftende Tätigkeit für Mensch und Hund dar. Deutscher Schäferhund im Sprung - Seine Bewegungen sind schnell und elegant

Der Jagdtrieb

Schäferhunde haben einen natürlichen Beutetrieb, der aber durch die richtige Erziehung gut in den Griff zu bekommen ist. Aufgrund der Möglichkeit, den Hund hervorragend auszubilden und abrufen zu können stehen die Chancen daher gut, das Jagdverhalten in den Griff zu bekommen bzw. steuern zu können.

Auflagen & Einreisebestimmungen

In keinem Bundesland in Deutschland steht der Schäferhund auf der Rasseliste oder unterliegt Beschränkungen bei Zucht und Haltung. 

Folgend die Länder, die besondere Einreisebestimmungen haben bzw. die Einreise gänzlich untersagen.
  • Einreisebestimmungen
  • Im Schweizer Kanton Tessin gehört er zu den potentiell gefährlichen Hunden. Hundehalter müssen hier besondere Auflagen erfüllen um den Hund halten zu dürfen.
  • Im Schweizer Kanton Glarus ist die Haltung des Schäferhundes bewilligungspflichtig.

Optik und Fell

Die Tiere sind mittelgroß, kräftig und muskulös.

Pflege und Haltung

Das Fell braucht wider erwarten vergleichsweise wenig Pflege. Ein regelmäßiges Bürsten gehört natürlich zum Pflichtprogramm, zumal der Schäferhund nicht selten eine haarige Angelegenheit ist. Wer die Bürste regelmäßig im Einsatz hat, schenkt seinem Tier kostenlose, wohlige Massagen und muss den Staubsauger im Haushalt nicht ganz so häufig einsetzen.

Erziehung des Schäferhund

Mit einem Schäferhund müssen Sie vom Welpen Alter an stets und konsequent an der Erziehung arbeiten. Der überdurchschnittlich intelligente Hund muss von Beginn an lernen, dass Sie als Rudelführer die Kommandos geben und das Heft in der Hand halten. Dabei lernt der Schäferhund extrem schnell und besitzt eine bemerkenswerte Auffassungsgabe die er auch benutzten wird. Wer von Anfang an genügend Zeit für die Erziehung und Ausbildung einplant schafft gute Voraussetzungen für einen gehorsamen und leichtführigen Hund.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten

  • Hüftgelenksdyspläsie (HD)
  • Ellenbogendyspläsie (ED)
  • Spondylose
  • Cauda-equina-syndrom
  • Kongenitales Vestibularsyndrom (Fehlbildung des Gleichgewichtsorgans)
  • Degenerative Myelopathie, bzw. Muskelschwund mit Bewegungstöungen
  • Pankreasinsuffizienz (Schwächung der Bauchspeicheldrüse)

Da der Schäferhund zu Gelenk- und Hüftproblemen neigt, sollte er nicht ins Auto springen. Besser ist der Gebrauch einer Hunderampe. Sie dient als Einstieghilfe und schont Hüfte wie Gelenke gleichermaßen.

Besonderheiten

  • Das erste geführte Zuchtbuch von Max von Stephanitz weist mittlerweile mehr als 2 Millionen Einträge auf.
  • 90% aller Diensthunde weltweit sind Schäferhunde

Zuchtlinien Deutscher Schäferhund

Wie bei anderen beliebten Hunderassen ebenfalls üblich, haben sich verschiedene Zuchtlinien etabliert. Die Zuchtlinien beim Deutschen Schäferhund unterscheiden sich sowohl optisch als auch in ihrem Charakter.

Die Hochzucht

Bei der Ausstellungslinie wird gestiegener Wert auf die Optik gelegt. Das Wesen dieser Tiere entspricht nicht zwangsläufig dem klassischen Bild eines ausdauernden, hochbegabten Spitzensportlers. Die Hochzucht eignet sich daher besonders für Menschen, die weniger Wert auf einen fordernden und arbeitsamen Hund legen.

Die Leistungszucht

Die Schäferhunde aus der Leistungszucht sind i.d.R. bereits über den graden Rücken erkennbar. Hunde dieser Linie sind besonders arbeitsam, fleißig und wollen aktiv beschäftigt werden. Sie sollten nur in Hände abgegeben werden, die auch bereit sind dem Hund dauerhaft Beschäftigung zu verschaffen.

Häufige Fragen

Was kostet ein reinrassiger Deutscher Schäferhund?

Ein Schäferhund Welpe mit Stammbaum aus einer anerkannten Zucht wird um 1.000 € kosten. Je nachdem ob der Hund aus einer Leistungszucht oder Hochzucht entstammt können die Preise hier jedoch variieren. Interessenten sollten in jedem Fall ihren Welpen nur bei anerkannten Züchtern kaufen. deutscher schaeferhund welpe

Video & weitere Bilder

Zusammenfassung

Komprimiertes Wissen
  • Eine der beliebtesten Hunderassen weltweit
  • Für Halter die sich aktiv mit ihrem Hund beschäftigen
  • Der Diensthund Nummer 1
  • Inbesondere Hunde aus der Leistungszucht benötigen viel Beschäftigung

Ansprechpartner (Verbände / Züchter)

Deutsche Schäferhunde in Not

Auch Deutsche Schäferhunde geraten in Not. Durch die große Verbreitung der Rasse gibt es leider auch viele Schäferhunde im Tierheim. Die Gründe dafür sind oftmals die Selben. Eine Veränderung der Lebensumstände, z.B. die Trennung der Lebensgemeinschaft oder der Verlust eines Partners, Umzüge in die Stadt führen häufig zur Verbannung des Tieres. Auch unterschätzen einige Personen auch heute noch, dass ein Schäferhund nicht nur mit läuft sondern einen gewissen Anspruch an die artgerechte Haltung stellt. Da es bereits genügend Schäferhunde in Not gibt, schauen Sie ruhig mal auf den Seiten der umliegenden Tierheime ob ihr Wunschhund nicht vielleicht schon dort auf Sie wartet.Ein Deutscher Schäferhund hat immer eine zweite Chance verdient.

Über Daniel 258 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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