Pudel

Von Toy bis Königspudel - Alle Pudelrassen in der Übersicht

pudel

Für viele Hundefreunde ist der Pudel der Inbegriff für Schönheit und Eleganz. Aber er ist beileibe kein „Modepüppchen“ sondern ein sehr kluger, mutiger und gleichzeitig sanfter Hund. Ganz gleich ob Zwergpudel oder Königspudel, die Rasse ist zurecht sehr beliebt innerhalb ihrer stetig wachsenden Fangemeinde.

Pudel: Charakter, Erziehung, Gesundheit
Preis: 10,95€
Zuletzt aktualisiert am 30.03.2017

Geschichte & Herkunft

Pudel RassebeschreibungDie Hunderasse Pudel ist sehr alt und ihre Ursprünge sind bis heute nicht hundertprozentig aufgeklärt. Man nimmt an, dass es die ersten Pudel bereits vor mehr als 2000 Jahren im alten Rom und in Persien gab. Im frühen Mittelalter waren es vor allem Franzosen, die Pudel hielten und von Frankreich aus breitete sich die Rasse über ganz Europa aus. Pudel waren waren ursprünglich Jagdhunde, die besonders zur Jagd auf Wasservögel eingesetzt wurden. Sehr wahrscheinlich sind auch so genannte Wasserhunde unter den Ahnen des Pudels. Das Wort Pudel stammt aus dem Altdeutschen. Puddeln ist das altdeutsche Wort für plantschen und Pfudel ein altes Wort für Wasserpfütze. Der frühere Pudel war mittelgroß, erst später entstanden Zwergpudel, Kleinpudel, der Toypudel, und  Königspudel (großer Pudel). Die außergewöhnlich gelehrigen und hübschen Tiere traten auch im Varietee und im Zirkus bei Hunde-Shows auf und die kleineren Pudel, gleich ob Rüde oder Hündin waren oft am Hofe die Schoßhunde reicher Damen.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Herkunftsland: Frankreich

Königspudel

  • Lebenserwartung: 12 Jahre
  • Gewicht: 27 kg
  • Widerristhöhe Hündin: 40 – 55 cm
  • Widerristhöhe Rüden: 45 – 60 cm

Kleinpudel

  • Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre
  • Gewicht: ca. 12 kg
  • Widerristhöhe Hündin: 30 – 40 cm
  • Widerristhöhe Rüden: 35 – 45 cm

Zwergpudel

  • Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre
  • Gewicht: ca. 7 kg
  • Widerristhöhe Hündin: 26 – 30 cm
  • Widerristhöhe Rüden:  28 – 34 cm

Toypudel

  • Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre
  • Gewicht: ca. 3 kg
  • Widerristhöhe Hündin: 18 – 24 cm
  • Widerristhöhe Rüden: 24 – 28 cm

Verwendung

Heute sind Pudel fast ausschließlich Familienhunde und Schauhunde. Die Großpudel werden darüber hinaus auch als Lawinenhunde, Suchhunde, Blindenführhunde und Therapiehunde eingesetzt. Damit gehört er zu den Hunderassen, die sich auch als moderner Arbeitshund etablieren konnten und insbesondere im sozialen Sektor Einsatz finden.

Klassifikation, Zuchtstandard & Rasse Standard

  • FCI Standard Nr. 172
  • Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  • Sektion 2: Pudel
  • Ohne Arbeitsprüfung

Der Charakter & das Wesen des Pudel

Der Charakter des Pudels sehr ausgeglichen. Hunde dieser Rasse sind darüber hinaus sehr intelligent und wissbegierig, anhänglich, verschmust und fast immer gut gelaunt. Er hat keinerlei Agressionsverhalten, ist verspielt und auch sehr einfühlsam. Das macht ihn zum perfekten Spielkameraden für Kinder, Hunde-Anfänger kommen gut mit ihm zurecht, für ältere Menschen ist er ebenso ideal, weil sein Bewegungsdrang nicht übermäßig ausgeprägt ist. Aber auch sportliche aktive Menschen haben Spaß am Pudel, er eignet sich sehr gut für Hundesportarten wie Agility und Obedience . Man kann Pudel gut in der Wohnung halten, auch wenn sie sich über ein Haus mit Garten und Freilauf freuen. Sie fahren fast alle gern Auto, haben keine Angst vor dem Straßenverkehr oder Menschenmassen und sind überall gern dabei. Kurz gesagt sind Pudel wirklich ideale und unkomplizierte Familienhunde.

Im Umgang mit Familie & Kindern

Der gut erzogene und liebevoll gehaltene Pudel ist absolut kinderlieb, sanft und zärtlich. Seine Reizschwelle ist hoch genug, um sich nicht stressen zu lassen, er spielt sehr gerne, lässt sich viele Kunststücke beibringen und macht jeden Blödsinn mit. Einerseits ist er kräftig genug, auch mal einen härteren Stups zu ertragen, andererseits aber nicht so groß, dass größere Kinder ihn nicht führen und kontrollieren könnten.

Im Umgang mit Fremden

Auch Fremden gegenüber ist der Pudel sehr freundlich und zugewandt. Praktisch jeder, auch fremde Besucher, wird mit Freudensprüngen und Schwanzwedeln begrüsst. Trotzdem eignet sich die Rasse auch zum Wachhund, denn Pudel sind tapfer und verteidigen, wenn es sein muss, ihre Familie und ihr Revier. Wenn jemand Unbekanntes das Revier des Pudels betritt, wird auch meist recht lauthals gebellt.

Im Umgang mit anderen Hunden

Anderen Hunden gegenüber ist der Pudel zurückhaltend und freundlich. Er geht jeder Auseinandersetzung am liebsten aus dem Weg und seine Devise scheint dabei zu lauten: Der Klügere gibt nach. Auch hier sammelt er gegenüber anderen Hunderassen seine Pluspunkte, wenn man darauf bedacht ist, einen möglichst unkomplizierten Vierbeiner zu in die Familie aufzunehmen.

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Pudel Mischling. Der Rechte natürlich! Wer auch sonst…

Im Umgang mit anderen Haustieren

Katzen, Meerschweinchen, Vögel und andere Haustiere brauchen auch keine Angst vor dem Familien-Pudel zu haben. Er ist zwar neugierig und beschnuppert und beobachtet sie, aber er ist einfach viel zu nett, um ihnen auch nur ein Haar oder eine Feder zu krümmen.

Bewegungsdrang

Pudel sind allgemein bewegungsfreudig, aber nicht unbedingt „Hochleistungssportler“. Man muss auch nicht wie mit einem Husky stundenlang mit ihm spazieren gehen, obwohl er selbst bei einer mehrstündigen straffen Wanderung keine Schwäche zeigen würde. Trotzdem sollte seine Familie genug Zeit haben, sich mit ihm zu beschäftigen. Pudel apportieren leidenschaftlich gern, sie waten auch gern im Wasser und sind begeisterte Schwimmer. Agility und Dog-Dance so wie viele andere Hundsportarten liebt der gelehrige Pudel ebenso.Zwergpudel Wesen

Der Jagdtrieb

Obwohl der Pudel ursprünglich ein Jagdhund war, haben die meisten Tiere der Rasse keinen starken Jagdtrieb mehr. Geblieben ist ihnen nur die Lust zu apportieren. Ob Ball, Stöckchen, Lieblingsspielzeug oder Futterbeutel, sie jagen allem hinterher und bringen die Gegenstände mit Begeisterung zum Werfer zurück. Die allermeisten Rassevertreter kann man an geeigneten Stellen von der Leine lassen, sie sind allgemein recht gehorsam und gut abrufbar. Wer bereits mit seinem Welpen in der Hundeschule trainiert kann etwaig verblieben Jagdtriebs von Anfang an in die richtigen Bahnen steuern.

Optik und Fell

Der Pudel ist ein gut proportionierter und harmonisch gebauter Hund, den es heute in vier verschiedenen Größen gibt.

  • Der kleinste Pudel ist der Toypudel. Er hat eine Schulterhöhe unter 28 cm.
  • Der zweitkleinste Pudel ist der Zwergpudel mit 28 bis 35 cm Schulterhöhe.
  • Ihm folgt der Kleinpudel mit über 35 bis 45 cm.
  • Alle Pudel über 45 cm Schulterhöhe heißen Großpudel oder Königspudel. Die meisten von ihnen sind 60 cm hoch oder noch größer.

Auch beim Gewicht unterscheiden sich die verschiedenen Arten erheblich. Das Gewicht der kleinen Toypudel liegt bei etwa 5 bis 6 Kilogramm (Rüde) und das Gewicht des Königspudel-Rüden kann durchaus 25 Kilogramm erreichen. Das Aussehen aller Pudelarten ist praktisch gleich, nur die Größe variiert.

Standard PudelDas Fell ist weich, wollig, dicht und fein gekräuselt und wächst ständig, weshalb es auch immer wieder geschoren werden muss. Der Körperbau ist sehr grazil, die Ohren groß und hängend die Rute wird hoch getragen. Die Fellfarben sind schwarz, weiß, braun, silbergrau, apricot und red. In einigen Ländern haben die nationalen Zuchtverbände auch zweifarbige Pudel als reinrassig anerkannt. So gibt es zum Beispiel in der Tschechischen Republik und in Österreich auch reinrassige Pudel in den Farben schwarz-weiß (Harlekin) und schwarz-lohfarben (Black-tan). Vom FCI werden diese jedoch nicht anerkannt. Die Augenfarbe des Pudels ist schwarz, braun oder bernsteinfarben.

Pflege und Haltung

Zur Fellpflege gehört bei einem Pudel erst einmal das regelmäßige Kämmen. Tut man das nicht, verfilzt das weiche wollige Fell recht schnell. Es ist wichtig, den Pudel von klein auf an Kamm und Bürste zu gewöhnen, damit der Hund wirklich gepflegt aussieht. Allerdings sollte auch vorsichtig zu Werke gegangen werden, damit der Hund die Prozedur nicht als unangenehm empfindet. Außerdem sollte ständig wachsendes Fell auch immer wieder geschoren werden. Das erfolgt am besten alle 6 bis 8 Wochen. Wie die Schur erfolgt und wie das Erscheinungsbild des Hundes danach ist, entscheidet der persönliche Geschmack. Es gab früher (und auch heute noch) recht verrückte Pudel-Frisuren, bei denen den Tieren die Beine und Schnauzen praktisch kahl rasiert und an anderen Körperstellen alberne Pompons und Puschel stehengelassen wurden.

Auch riesige Kronen auf dem Kopf von Rüde und Hündin waren mal Mode. Ob ein solcher Pudel wirklich gut aussieht, sei dahingestellt und fragen, ob er selbst sich schön findet, kann man ja nicht. Es gibt aber auch ganz vernünftige und praktische Schur-Varianten und jeder gute Pudelfriseur hat die mit Sicherheit drauf. Auch Augen und Ohren des Pudels müssen regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Die großen Hängeohren führen dazu, dass sich öfter Ohrenschmalz bildet, das man vorsichtig entfernen muss, die tief liegenden und ungeschützten Augen der Tiere neigen zu Verunreinigungen, die ebenfalls entfernt werden müssen.

Pudel Portrait

Erziehung des Pudel

Pudel gelten als unkomplizierte und leicht zu erziehende Hunde. Sie wollen bereits als Welpe gefallen und tun alles, um Herrchen und Frauchen zufrieden zu stellen. Außerdem begreifen sie extrem schnell und können sich unendlich viele Kommandos merken. Man sagt, Pudel wären sogar so sensibel, dass sie auf die jeweilige Stimmung ihrer Menschen eingehen. Trotzdem kann es auch nichts schaden, mit einem jungen Pudel in die Hundeschule zu gehen. Das Zusammentreffen mit anderen Hunden und das Kennenlernen aller möglicher Situationen, macht die Erziehungsarbeit noch effektiver und entspannter.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten

Beim Großpudel kann es wie bei fast allen großen Hundearten zur Hüftgelenksdysplasie kommen. Bei der Hüftgelenksdysplasie kann im Junghunde Alter in der Tierklinik die Weiche für ein beschwerdefreies Leben gestellt werden. Damit zukünftige Welpen jedoch bereits gesund zur Welt kommen, wird jeder Hund, der zur Zucht dient, auf die möglichen Anzeichen der Erbkrankheit untersucht. Die kleineren Pudelrassen leiden gelegentlich an einer Kniegelenks-Luxation, außerdem haben einige wenige Kleinpudel oder Toy-Pudel eine erblich bedingte Augenkrankheit, die prcd-PRA oder fortschreitender Netzhautschwund. Auch diese Krankheit kann durch einen Test der Elterntiere ausgeschlossen werden. Pudel werden im allgemeinen sehr alt, 15 oder 16 jährige Hunde sind keine Ausnahme. Ein Besuch in der Tierklinik oder beim Tierarzt zum Check lohnt sich in jedem Falle.

  • Hüftgelenksdysplasie
  • prcd-PRA
  • Kniegelenks-Luxation

pudel züchter

Einen Pudelwelpen kaufen

Die Anschaffungskosten für einen reinrassigen Pudel liegen zwischen 1000 und 1500 Euro, dazu kommen noch alle 6 bis 8 Wochen mindestens 35 Euro fürs Scheren und Futter-bzw. Tierarzt Kosten bzw. Hundesteuer und Versicherung kommen auch noch dazu. Trotzdem ist der tolle Hund jeden aufgewendeten Cent wert. Ob Sie eine Hündin oder Rüden bevorzugen schlägt sich nicht im Preis nieder. Pudelwelpen sollten nur von einem VDH anerkannten Züchter (oder den dort anerkannten Vereinen wie z.B. der DPK) erworben werden. pudel welpe

Keine Terrierhektik

Oftmals schwanken Interessierte zwischen den Hunderassen Pudel und Terrier. Während der Terrier ein hecktischer und temperamentvoller Hund ist, lässt es der Pudel eher gemütlicher angehen. Insbesondere Menschen, die vom Naturell eher gemächlich und bedächtig sind, sollten den Pudel einem Terrier vorziehen.

Der DPK

Der Deutsche Pudel Klub (kurz DPK) kümmert sich um den Fortbestand der Rasse unter Einhaltung des Rassestandards. Züchter, die dem DPK beigetreten sind, verpflichten sich, die Hunderasse nach den festgelegten Vorschriften und Rahmenbedingungen zu züchten. Im DPK sind über 5.000 Mitglieder, die in über 100 Ortsgruppen aktiv sind. Der DPK stellt somit den größten Pudel-Klub Europas. Mitglieder erhalten Hilfe beim Kauf von Deckrüden und guten Hündinnen sowie der Aufzucht und geben Tipps für die richtige Beschäftigung mit der tollen Hunderasse.

Pudelnass

Die Bedeutung von Pudelnass rührt daher, dass Pudel bereits im Mittelalter dafür bekannt waren, keine Pfütze auszulassen um darin zu spielen. Ganz gleich ob Welpen oder gestandenes Tier, Wasser scheint eine magische Anziehungskraft auf den Pudel zu besitzen.

Video & weitere Bilder

Zusammenfassung

Der Pudel gehört zu den Hunderassen die ein besonderes Image inne haben und mit vielen Vorurteilen bedacht sind. Dabei ist der gelehrige, schlaue Hund ein ganz liebevoller und intelligenter Vertreter, selten zu Gast in der Tierklinik und bereits von Welpen Alter an, ein umgänglicher Zeitgenosse. Er stellt keine hohen Anforderungen, lediglich die Fellpflege sollte nicht zu kurz geraten.

Komprimiertes Wissen
  • Vier verschiedene Arten im Rassestandard anerkannt
  • Bewegungsfreudig aber kein Leistungssportler
  • Sehr facettenreiche und intelligente Tiere
  • Gehört zu den gesunden und langlebigen Hunderassen

Pudel in Not

Auch Pudel und deren Mischlinge finden sich im Tierheim wieder. In der Regel ist an der misslichen Lage der Hund selbst am wenigsten Schuld. Häufige Abgabegründe, die für jeden Rassehund und Mischling greifen sind in der Regel Jobwechsel, Ortswechsel, Trennung in der Partnerschaft oder der Tod des Herrchens. Da die lieben Vierbeiner in der Regel intelligent und aggressionslos sind, ziehen sie auch in Betracht, dass ihr Wunschhund vielleicht bereits als Notfell im örtlichen Tierheim auf Sie wartet. Es muss nicht immer ein Pudelwelpe sein, der ihr Herz höher schlagen lässt. Erwachsene Tiere sind bereits sozialisiert, stubenrein und erzogen und bieten somit auch ihre gewissen Vorzüge gegenüber Welpen.pudel hundepullover

 

Pudel: Charakter, Erziehung, Gesundheit
Preis: 10,95€
Zuletzt aktualisiert am 30.03.2017
Über Daniel 258 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?