Was kostet ein Hund – Wir haben nachgerechnet

Wir wollten es ganz genau wissen

was kostet ein hund

Was kostet ein Hund im Monat und auf ein Hundeleben? Bei der Entscheidung für einen Hund sollte man neben allen freigesetzten positiven Emotionen auch einen Blick auf die Kosten werfen, die ein Hund im Laufe eines Hundelebens verursachen kann. Denn die Anschaffung des Tieres bedeutet nicht nur eine Umstellung der Gewohnheiten und kostet Zeit, ein Hund kostet auch Geld. Und zwar gut und gerne einen Mittelklasse Wagen. Daher möchten wir dir mit der folgenden Aufstellung einen Indikator geben, was du kleinen, mittleren und großen Hunden sowie bei unterschiedlichen Lebenslagen an Ausgaben einkalkulieren musst. Nichts ist schlimmer, als sich von seinem Hund trennen zu müssen, weil man ihn sich nicht mehr leisten kann.

Als Besitzer zweier großer Hunde haben wir uns mehr oder weniger bewusst gegen Fernreisen und teure Freizeitvergnügen entschieden, da die Hunde doch einen Großteil unserer Einnahmen buchstäblich verschlingen.

Wir möchten anhand von drei „Musterhunden“ jeweils einen Eindruck der unterschiedlichen Preisklassen geben.

  • Minimalkosten (Do it yourself, Second Hand, Schnäppchen)
  • Mittlere Kosten  (Normale Ausstattung)
  • Hohe Kosten (gehobene Ausstattung, Maßanfertigung)

Anschaffung

Es gibt viele Möglichkeiten, einen Hund zu kaufen bzw. ihn zu erhalten. Von kostenlos bis exklusiv ist hier alles möglich.

Aus Privatbesitz

Es kommt häufig vor, dass Tiere den Besitzer von privat wechseln. Entweder, weil der Hund dort nicht mehr gehalten werden kann, da sich die Lebensumstände geändert haben, oder weil ein ungeplanter Welpenwurf das Resultat einer unbeaufsichtigten „Tat“ war.  Die anfallenden Kosten bewegen sich zwischen geschenkt bzw. umsonst bis hin zu mehreren hundert Euro, je nach Vereinbarung.

Aus dem Tierheim oder Tierschutz

Wer einen Hund aus dem Tierheim oder dem Tierschutz erwirbt muss mit Kosten zwischen 100 und 350 € rechnen. Ältere Hunde sind in der Regel etwas preiswerter als junge, reinrassige Welpen aus dem Tierheim. Ein Teil der Schutzgebühr kommt dem Tierheim zugute, ein Großteil wird aufgewendet um die entstandenen Unkosten für Transport, Tierarztbesuche (Chip, Impfungen, Mittelmeertest und ggf. Kastration) und geleisteter Arbeit zu decken. Mit Tierheimen verhandelt man übrigens nicht, dort wird jeder Cent dringend benötigt.

Beim Züchter

Wer seinen Hund beim Züchter kaufen möchte, muss je nach Rasse und Züchter zwischen 800 und 2.500 € einkalkulieren. Preise die deutlich von den Richtwerten abweichen sollten kritisch hinterfragt werden. Ist der Hund beim Züchter zu günstig, kann dies entweder auf eine schlechte Zucht, eine nicht anerkannte Zucht oder auf einen gesundheitlichen Mangel des Tieres hindeuten. Ist der Hund teurer als 2.500 € sollte man ebenfalls kritisch hinterfragen, worin der Preis begründet liegt. Wir setzen 2.000 € an.

  • Günstig: 0 € – 200 € (Tierheim, Tierschutz von privat)
  • Normal: 1.000 € (Gängige Hunderasse, normale Zucht)
  • Teuer: 2.000 € (Seltene Hunderasse, bekannter und erfolgreicher Züchter, Arbeitslinien-Hund)
Hunde nicht beim Vermehrer kaufen!
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass man seine Hunde nicht beim Vermehrer kauft. Anzeichen dafür sind ausgeübter Druck per Email, Übergabevorschläge an Parkplätzen und viel zu niedrige Preise. Weitere Infos reichen wir dazu unter Hundevermehrer in Kürze nach.

Erstausstattung

Ein Hund braucht eigentlich nur seinen Besitzer und ist völlig frei von materiellem Denken. Quasi wunschlos glücklich. Dennoch bedarf es einer ordentlichen Erstausstattung, um dem Hund einerseits einen Mindestmaß an Komfort bieten zu können, den Hund ausbilden zu können und um die Sicherheit des Tieres in der eigenen Obhut gewährleisten zu können. Schnell sammeln sich hier viele kleine Kosten und heraus kommt eine ordentliche Schlussrechnung.

Körbchen

Das Körbchen stellt Schlafplatz und Rückzugsgebiet für den Hund dar. Da ein Hund zwischen 17 und 22 Stunden schläft. Harter Fliesenboden ist gänzlich ungeeignet, daher ist ein Körbchen, Hundebett oder Hundekissen essentiell. Je nach Größe der eigenen vier Wände sollte über einen weiteren festen Schlafplatz nachgedacht werden. Ist das Körbchen im Wohnzimmer und Besuch zugegen, ist es mit der Ruhe für den Hund dahin. Auch sollte Bedacht werden, dass ein junger Welpe noch verhältnismäßig wenig Platz bzw. ein kleines Körbchen benötigt, während ein ausgewachsener Bernhardiner nicht mehr auf eine DINA4 Blatt passt.

  • Günstig: Eine ausrangierte Matratze, Übernahme gebrauchter Hundemöbel von Bekannten oder bei Ebay Kleinanzeigen. 10 €
  • Normal: Für 30 – 50 € erhält man ein normales Hundekörbchen im Handel oder Onlinehandel
  • Teuer: Orthopädische Hundebetten, Luxusbetten oder Maßanfertigungen liegen eher bei 80 – 130 €

Halsband und Leinen

Halsband und Leine sind essentiell und gehören zur Pflichtausstattung, da vielerorts in Deutschland Leinenpflicht besteht. Ohne Halsband und Leine verlässt kein verantwortungsvoller Hundebesitzer das Haus, da diese Führmittel grade am Anfang die Kontrolle über das Tier gewährleisten. Auch hier gibt es preislich Unterschiede. Für unsere Kostenbetrachtung ziehen wir ein gebrauchtes Halsband + Leinen Set heran,  das bereits für wenige Euro erhältlich ist. Teure Halsbänder oder alternativ das Hundegeschirr schlagen deutlich höher ins Kontor.

  • Günstig: Gebrauchte Ausstattung für ca. 10 € erhältlich
  • Normal: Halsband und Leine im Fachhandel für ca. 40 €
  • Teuer: Ein Brustgeschirr inkl. Führleine 80 – 100 €

Maulkorb

Generell empfehle ich jedem Hundebesitzer, einen Maulkorb oder zumindest eine Maulschlaufe in der Grundausstattung mitzuführen. Diese sind bereits ab 5 € erhältlich und machen den Braten nicht mehr fett. Sie schützen aber den eigenen Hund und die Umwelt ungemein. An das Tragen des Maulkorb sollte darüber hinaus jeder Hund gewohnt sein, damit im Bedarfsfall keine zusätzlichen Probleme entstehen.

  • Günstig: ab 5 € bei Amazon oder gebraucht
  • Normal: für ca. 20 € – 40 € erhält man eine sehr große Auswahl der gängigen Modelle
  • Teuer: Man kann auch gut und gerne 100 €  und mehr für einen Maulkorb lassen

Spielzeug

Zur Erstausstattung gehört natürlich auch Hundespielzeug. Hier die richtige Ausstattung zu finden ist schwer, da jeder Hund unterschiedliche Präferenzen hat. Wer kreativ sein möchte kann seiner Bastelleidenschaft hier fröhnen und kann darüber natürlich viel Geld sparen. Nochmal. Ein Hund bewertet nicht, ob das Spielzeug von einem Markenhersteller kommt oder TÜV zertifiziert wurde. Er entscheidet ganz frei der Nase nach, ob es ihm gefällt oder nicht.

  • Günstig: Mal bei bekannten und in der Nachbarschaft nach ausrangiertem Spielzeug schauen, selber basteln oder gebraucht. 10 €
  • Normal: Ein Kong, ein Kauknochen und ein Zergel sind für ca. 30 € zu haben
  • Teuer: Viel kostet viel. Wer noch einen Schnüffelteppich, Intelligenzspielzeug usw. kauft, hat schnell 150 € ausgegeben

Pflegebedarf

Hunde benötigen ebenfalls Pflege. Je länger das Fell desto häufiger wird gebürstet. Auch Shampoo und Pflegeprodukte gegen Liegeschwielen kommt zum Einsatz. Natürlich kannst du die Pflege auch auslagern, indem du regelmäßig den Hundefrisör besuchst, aber das lassen wir hier außen vor, da dies zum Luxus Segment zählt und nicht zwingend erforderlich ist. Bei den Fellbürsten gibt es deutliche Unterschiede. Einen Namen in der Hundeszene hat sich der FURminator gemacht, der besonders bei stark haarenden Hunden viel Fell aufnimmt.

  • Günstig: Eine handelsübliche Hundebürste und eine Nagelschere für 10 – 15 €
  • Normal:  Eine gute Hundebürste, eine ordentliche Krallenschere und Shampoo für 40 – 50 €
  • Teuer: Markenprodukte, Zahnbürste, Massagebürste, Fellbürste, Krallenschere und Krallenpflege Set 100 €

Futternapf & Trinknapf

Für deinen Hund solltest du wenigstens zwei Näpfe einplanen. Einen Futter- und einen Trinknapf. Wir besitzen darüber hinaus auch einen Reise-Napf und zuhause eine Futterstation bzw. einen Futterständer und haben im Garten ebenfalls eine Trinkstation eingerichtet.

  • Günstig: 10 € für eine Futterbar
  • Normal: 20 – 50 € für eine Futterbar
  • Teuer: 100 – 150 € für eine Vollausstattung (Designer Stücke, Reise-Napf, Napf im Garten usw.)

Winterbekleidung

Wenn der Winter naht, sollte man seinen Schützlingen entsprechende Kleidung bereit stellen, da auch Hunde frieren und durch schlechte Witterungsbedingungen krank werden können. Regenmäntel für Hunde sowie Wintermäntel schützen vor Nässe und Kälte und sind besonders für Welpen alte und kranke Hunde sowie für Hunde mit wenig Unterwolle geeignet. Sofern der Hundemantel keine Reflektorstreifen besitzt oder er nicht angeschafft wird, sollte man zumindest eine helle LED Taschenlampe mitführen um Verkehrsteilnehmern frühzeitig ins Auge zu fallen.

Hundeschuhe sind überall dort ratsam, wo mit viel Streusalz gearbeitet wird. Die Pfoten werden dadurch schnell porös und rissig, die Ballen entzünden sich. Die Tierarzt Rechnungen liegen bedeutend höher als der Anschaffungspreis für vier Hundeschuhe.

Zusätzlich kann man sich mit beleuchteten Halsbändern und Leuchtclips behelfen.

  • Günstig: Gebrauchte Kleidung zu 10 €
  • Normal: Ein Wintermantel mit Reflektorstreifen und Hundeschuhe 60 €
  • Teuer:  Wintermantel, Hundeschuhe und Taschenlame 150 €

Hundekleidung

Machen wir uns nichts vor. Ist der Hund erst ausgestattet, machen wir bei uns selber weiter. Und je nach geographischer Lage muss der Kleiderschrank sowieso um wetterfeste Kleidung wie Regenjacke, Überziehhose und Gummistiefel ergänzt werden. Auch ein guter Wanderschuh ist für viele Hundebesitzer bereits Standard, da man ja doch den ein oder anderen Kilometer zurück legt.

  • Günstig: Wetterfeste Kleidung ist vorhanden, es muss nichts hinzu gekauft werden. 0 €
  • Normal: Wetterfeste Kleidung muss angeschafft werden. 200 €
  • Teuer: Wetterfeste Markenkleidung, Gummistiefel und Wanderschuhe sind schnell 500 €

Sicherheit im Auto

Durch den Gesetzgeber bzw. die Straßenverkehrsordnung ist bereits geregelt, dass Ladung (in dem Falle zählt ein Hund leider als solche) beim Transport im Auto gesichert werden muss. Für mich steht außer Frage, dass man dies nicht nur tut, um seine Schuldigkeit gegenüber der Stvo. zu erfüllen. Vielmehr schützen Hundebox und Hundegitter tatsächlich Mensch und Tier in schlimmen und weniger schlimmen Situationen. Alternativ und nur für kleine Hunde, gibt es auch Hundegeschirre, die mit Anschnallgurt versehen werden können – ich persönlich bin davon jedoch nicht überzeugt und rate ausschließlich zu Box und/oder Gitter.

  • Günstig: Hundegurt oder Hundegitter zu 30 €
  • Normal: Hundebox oder Hundegitter 80 – 150 €
  • Teuer: Hundebox und Hundegitter von guter Qualität – 250 – 300 €

Komfort im Auto

Man kann es seinem Hund im Auto auch etwas gemütlicher einrichten, indem man den Kofferraum mit einer Kofferraumwanne, Schutzdecken und einem Hundekissen ausstattet. Sollte der Hund auf der Rückbank mitfahren sollte man unbedingt eine Schondecke für die Sitzbezüge einplanen, da die Krallen insbesondere am Leser einen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch Haare aus den Stoffbezügen schwer zu entfernen sind. Zu guter Letzt sollten für große und schwere Hunderassen sowie für ältere und kranke Tiere an eine Einstiegsrampe gedacht werden.

  • Günstig: Schonbezüge und Fleecedecke 25 €
  • Normal: Kofferraumwanne und Decke fürs Auto 50 €
  • Teuer: Hunderampe, Kofferraumwanne, Hundekissen  120 €

Hundedecken

Zieht ein neuer Hund ein, entsteht eine ungewohnte Situation. Für den Hund! Er muss sich erst zurecht finden und lernen, was er darf und wohin er darf. Damit die geliebte Couch und das geschätzte Stuhlbein vor ersten Kauattacken verschont bleiben, kann man sein Mobiliar mit Hundedecken ausstatten und weitestgehend schützen. Die Decken eignen sich auch prima als Liegeplätze.

  • Günstig: Ausrangierte Bettlaken, gebrauchte Decken oder günstige Fleecdecken 5 €
  • Normal: 2 – 3 Hundedecken aus Fleece zu je 5 € macht 15 €
  • Teuer: 2 Hundedecken zum Abdecken mit Motiv zu je 10  € und eine Hundedecke zum Liegen für 15 €, gesamt: 35 €

Futter

Beim Futter trennt sich ebenfalls die Spreu vom Weizen und eine generelle Empfehlung ist schwierig, da man zwischen unterschiedlichen Futterarten (Trockenfutter, Nassfutter, Dosenfutter, B.A.R.F. usw.) auf Basis des Gewichts keine pauschale Empfehlung geben kann. Außerdem empfiehlt es sich, je nach Futterart mit Futterzusätzen zu arbeiten, damit dem Hund in allen Lebenslagen (Welpe im Wachstum, Junghung, Senior, kranker Hund, Allergiker) die benötigten Stoffe und Mineralien zugeführt werden.

  • Günstig: kleiner Hund mit Trockenfutter zu 15 € / Monat
  • Normal: Mittlerer Hund mit Trockenfutter oder Barf zu 50 € / Monat
  • Teuer: Großer Hund (+50kg) mit Barf und Futterzusätzen 150 € / Monat

Wer barfen möchte sollte sich unbedingt im Vorfeld beraten lassen. Die Erstberatung kann ebenfalls 50 – 100  € kosten, dafür erhält man aber ein Futterkonzept, dass perfekt auf die Bedürfnisse des Hundes und der Lebenssituation und dem Bewegungsdrang abgestimmt ist. Weitere Kosten entstehen durch Futterzusätze sowie Ballaststoffen, wie Reis oder Kartoffeln.

Anmerkung: Unser fast 70 Kilo schwerer Rüde im besten Hundealter (3 Jahre) frisst jeden Tag 1.500 – 1.750 Gramm Fleisch mit Möhren, Kartoffeln / Reis, Futterzusätzen wie Mineralien oder Leinöl. Allein das Fleisch kostet uns je Monat ca. 150 €, inkl. der restlichen Zutaten dürften sich die Futterkosten für einen unserer beiden Hunde bei 200 € belaufen.

Weitere Informationen zu Hundefutter und im Speziellen zu Welpenfutter nachlesen.

Laufende monatliche Kosten

Hat man sich erst für einen Hund entschieden, fallen fortan laufende Kosten für Steuer und Versicherungen an. Auch hier kann man nicht pauschal eine Antwort liefern, da sich die Kosten je nach Gemeinde, Bundesland und Hunderasse stark voneinander unterscheiden können. Ein Zweithund wird zudem vielfach anders besteuert als der Ersthund oder es gibt Nachlässe bei der Haltung mehrerer Tiere.

Haftpflicht

Die Haftpflichtversicherung ist in vielen Bundesländern für Hundehalter vorgeschrieben. Die sogenannte Hundehalterhaftplicht kostet je nach Hund, Deckungssumme und Höhe der Selbstbeteiligung zwischen 40 und 250 € pro Jahr. Es empfiehlt sich, NICHT das günstigste Angebot zu wählen, sondern sich beraten zu lassen. Der Inhalt und die Abdeckung entsprechender Schäden, bspw. an fremden Eigentum, sollte vor der Möglichkeit stehen, 1-2 € / Monat an der falschen Stelle zu sparen. Bei Listenhunden liegt die Versicherungssumme in der Regel über der Summe, die für einen Nicht-Listenhund fällig wird.

  • Günstig: 40 € / Jahr bzw. 3,30 € im Monat
  • Normal: 60 € / Jahr bzw. 5 € im Monat
  • Teuer: 200 € / Jahr bzw. 16,70 € im Monat

Krankenversicherung

Wie bei uns Menschen auch kann man seinen Hund privat Kranken versichern. Die Versicherung ist keine Pflicht und bietet Vor- und Nachteile. Letzten Endes ist es eine Wette auf den Gesundheitszustand eines gesamten Hundelebens. Während einige Hunde ihr Leben lang keinen Tierarzt zu Gesicht bekommen, gibt es wiederum andere die so häufig beim Tierarzt müssen, das man sich schon fragt, wann der Arzt einem Mengenrabatt gewährt.

In jedem Fall empfiehlt es sich, darüber nachzudenken und die Konditionen genau zu studieren. Durch sogenannte Leistungsgrenzen wird klar geregelt, bis zu welcher Höhe die Behandlungskosten pro Jahr übernommen werden. Bei meiner favorisierten Tierversicherung Agila beinhaltet der Kranken- und Unfallschutz eine Übernahme von Kranken und Unfallkosten bis 600 € für Hunde oder 1.100 € im Exklusivvertrag.

  • Günstig: Keine Krankenversicherung, es empfiehlt sich aber, monatliche Rücklagen zu bilden
  • Normal: 30 – 50 € für eine Krankenversicherung eines normales Hundes
  • Teuer:  60 – 70 € für eine exklusive Krankenversicherung

OP Versicherung

Eine OP Versicherung ist ebenfalls eine freiwillige Zusatzversicherung die zwischen 15 und 30 € pro Monat kostet. Auch hier sollte man sich im Vorfeld überlegen, ob die Versicherung sinnvoll ist. Da vor allem große und schwere Hunde im Laufe ihres Hundelebens Probleme mit Kreuzbändern, Knie oder Hüfte bekommen kann sich eine Versicherung lohnen. Hier werden Eingriffe bis zu mehreren Tausend Euro pro Jahr erstattet. Wichtig ist, bei Abschluss die Vertragsbedingungen genau zu studieren. Wenn die Versicherung einen Leistungskatalog zugrunde legt unbedingt doppelt hinschauen. Auch werden Versicherungen mit fortschreitendem Alter des Tieres teurer oder es fällt später eine Selbstbeteiligung bei den OP Kosten an. Allerdings kostet die Behandlung eines Kreuzbandriss nach TTA Methode bereits fast 2.000 € und daher ist man gut beraten, sich zumindest mit den Modalitäten auseinander zu setzen.

  • Günstig: Keine Versicherung
  • Normal: 10-25 € / Monat (von Rasse, Alter und Leistungspaket abhängig)
  • Teuer: 25 – 35 € / Monat (von Rasse, Alter und Leistungspaket abhängig)

Hundesteuer

Auch Vater Staat freut sich über deinen Hund. Je nach Hund fallen bis zu 1.320 € pro Jahr an Hundesteuer an. An dieser Stelle einen schönen Gruß an die Stadt Monheim, die „Kampfhunde“ mit eben jener Summe besteuert. In Verl hingegen liegt die Hundesteuer für einen „Kampfhund“ bei grade 24,60 € pro Jahr. Ein Unterschied von +5365%. Pauschal kann man sagen, dass je nach Größe der Gemeinde und nach Art des Hundes (Kampfhund / kein Kampfhund) der Preis zusammengesetzt wird.

  • Günstig: keine Hundesteuer (z.B. in Eschborn, Hessen)
  • Normal: 50 – 100 €
  • Teuer: 1320 € (in Monheim, NRW)

Gesundheit

Ein Hund aus dem Tierheim oder vom Züchter ist in aller Regel bereits entwurmt, geimpft und gechiped. Impfungen sind nicht unumstritten, werden in den meisten Fällen aber jährlich durchgeführt. Hier nicht aufgeführt sind Kosten, die durch Unfälle, Verletzungen oder Krankheit des Hundes entstehen. Diese haben wir weiter unten unter „unkalkulierbare Kosten bei Hunden“ zusammengefasst.

Impfungen

Hunde werden gegen Staupe, Parvovirose und ggf. Tollwut geimpft. Spätestens, wenn es ins EU Ausland (und wieder zurück geht) können diese Impfungen zur Pflicht werden, jedoch herrscht für in Deutschland ansässige Hunde keine generelle Impfpflicht. Da es unterschiedliche Meinungen zur Impfhäufigkeit gibt (einmalig, jährlich, alle drei Jahre) sollte jeder für sich selbst recherchieren bzw. den Tiermediziner seines Vertrauens an der Stelle zu Rate ziehen oder sich fachkundige Meinungen im Internet, z.B. bei der Aktionsgemeinschaft für Tiere e.V. einholen.

  • Die jährlich anfallenden Impfkosten liegen für unsere Beispielkostenrechnung bei ca. 50 € / Jahr

Entwurmen

Wurmkuren sind – sofern man nicht ins Ausland verreist – ebenfalls keine Pflicht und werden kontrovers diskutiert. Ein Stadthund ist sicherlich weniger wurmgefährdet als sein Jagdhund-Pendant. Hier gibt es letzten Endes kein richtig und kein Falsch und du solltest dir fachkundigen Rat zum Thema einholen.

  • Für unsere Beispielrechnung nehmen wir die quartalsweise Entwurmung als Anhaltspunkt.  20 – 40 € / Jahr

Kastration

Das nächste sensible Thema im Bereich Gesundheit. Die Kastration. Oftmals sprechen medizinische Gründe für eine Kastration. Genauso oft erhoffen sich Besitzer von aktiven oder aggressiven Hunden durch eine Kastration eine Verbesserung der Situation, in dem der Hund ruhiger wird. Für unser Rechenbeispiel dröseln wir grob zwischen „keine Kastratation“, „Kastration beim Rüden“ und „Kastration bei der Hündin auf“.

  • Günstig: Keine Kastration, 0 €
  • Normal: Rüden, ca. 150 €
  • Teuer: Hündin, ca. 300 €

Erziehung

Handelt es bei dem angeschafften Hund um einen Welpen oder handelt es sich um den ersten Hund für die Familie, ist ein Welpenkurs oder generell ein Hundekurs Pflicht. Sowohl der Hund als auch der Mensch lernen hier den richtigen Umgang in verschiedensten Alltagssituationen und das so wichtige richtige Sozialverhalten. Die Kosten variieren hier, denn es macht einen Unterschied, ob man im Verein, in der Hundegruppe oder eine Einzelstunde beim Hundetrainer bucht.

Aber auch durch Bücher bzw. Lektüre, durch Onlinekurse oder den Beitritt in einen Hundeverein können Mensch und Tier von- und miteinander lernen. Egal wie weit der eigene Wissenstand ist, den Besuch einer Welpenstunde empfehlen wir unbedingt, da der Hund hier unter Beobachtung die ersten sozialen Kontakte knüpfen kann.

Für Listenhunde werden weitere Kurse fällig. Ein Sachkundenachweis, die Begleithundeprüfung und ein Wesenstest sind vielfach Pflicht, um den Hund ab einem gewissen Alter weiter halten zu dürfen und ihn ohne Maulkorb auszuführen.

  • Günstig: Bücher für 20 € zzgl. Welpenkurs im Verein ca. 100 € für 10 Stunden,
    Gesamt ca. 150 €
  • Normal: Lektüre und Bücher für 50 €, Welpenkurs in der Hundeschule ca. 150 €, Junghundekurs 150 €
    Gesamt: ca. 350 €
  • Teuer: Lektüre und Bücher für 100 €, Welpenkurs in der Hundeschule ca. 150 €, weitere Einzelstunden für 250 €, Junghundekurs 150 € und weitere Einzelstunden im fortgeschritten Alter, nochmal 150 €,
    Gesamt: 800 €

Hundesport

Wenn du mit deinem Hund sportlich aktiv werden möchtest, wirst du um weitere Ausgaben nicht umher kommen. Wir geben nur Anhaltspunkte, da jede Sportart unterschiedliche Investitionen erfordert.

  • Günstig: Du möchtest nur Joggen gehen und schaffst Dir eine Joggingleine an.
    Kosten: 20 €
  • Normal: 3 Jahre Agility Mitgliedschaft, je nach Verein unterschiedlich – ca. 300 €, zzgl. Basisausstattung: 150 €,
    Gesamt: 450 €
  • Teuer: 3 J. Agility, Dogscooter Ausrüstung, inkl. Training und Ausrüstung:
    1.500 €

Fahrtkosten

Wenn Du einen Hund hast, bist du mit ihm auch zwangsläufig unterwegs. Du fährst ihn zu eurer Lieblingsspazierrute, du fährst zum Tierarzt, zum Züchter, zur Ausstellung oder um Besorgungen für das Futter zu erledigen. Auch zum Hundesport musst du mit dem Auto fahren, da er einige Kilometer entfernt ist. Wir rechnen die klassischen KFZ Kosten wie Steuer und Versicherung explizit nicht mit ein. Mal angenommen, du übst deinen Hundesport in 30 km Entfernung aus und fährst zweimal wöchentlich dorthin. Allein hier sammeln sich 120 km pro Woche. Einmal im Monat geht es zum Tierarzt (20 km) und die Hundefutter Einkäufe müssen auch extra gemacht werden, da dein BARF Shop etwas abseits liegt (20 km). Ein sparsamer Diesel verbraucht 6 Liter und der Preis je Liter beträgt 1,10 €.

  • Günstig: Du hast kein Auto und erledigst alles zu Fuß oder mit der Bahn
  • Normal: Du fährst 500 km für den Hund, 33 € / Monat, 396 € / Jahr
  • Teuer: Du fährst 1.000 km für den Hund, 66 € / Monat, 792 € / Jahr

Freizeit & Urlaub

Ist der Hund erstmal da, will man ihn auch um sich haben. Das gilt natürlich auch für den Urlaub. Ferienwohnungen müssen nicht zwangsläufig teurer sein, nur weil man mit Hund in den Urlaub fährt. Allerdings können Faktoren wie Endreinigung oder zusätzliche Ausstattung für den Hundeurlaub schnell Geld kosten.

Desweiteren führt die Kombination „Hund und Gepäck“ häufig nicht an einem Kombi oder einem Van vorbei. Man kann auch mit einer Dachbox zusätzlichen Stauraum gewinnen, aber für den Alltag praktikabler ist der Kombi. Diesen lassen wir nicht in die Kosten einfließen.

Wer trotz allem auch mal Urlaub ohne Hund machen möchte, ist auf externe Hilfe angewiesen. Wenn Eltern, Schwiegereltern oder Freunde keine Zeit oder Lust haben, das Tier zu beherbergen kommt der Dogsitter oder das Hundehotel ins Spiel. Diese kosten zwischen 15 und 30 € pro Tag.

  • Günstig: Der Hund kommt bei den Eltern unter.
  • Normal: Der Hund fährt mit, Endreinigung wird fällig: Aufschlag von 50 € / Jahr
  • Teuer: Der Hund bleibt für 14 Tage beim Dogsitter zu 20 € / Tag, Gesamt: 280 € / Jahr

Nicht kalkulierbare Kosten

Nachfolgend versuchen wir noch einen Ausblick über das Unmögliche zu geben. Die unkalkulierbaren Kosten. Diese variieren je nach Hund, nach Situation, Zufall und Schicksal.

Wenn Sie mit ihrem Hund alleine Leben und für mehrere Tage oder Wochen ins Krankenhaus müssen, kommt der Dogsitter oder das Hundehotel zum Tragen. Auch wird sich das Tier im Laufe eines Hundelebens verletzen oder schlichtweg krank werden. Eine Wolfskralle bei dem Einen, ein verschlucktes Stück Plastik bei dem Anderen. Mit dem Alter werden auch Hunde gebrechlicher und müssen häufiger zum Arzt. Arthrose, chronische Erkrankungen oder dauerhaftes Unwohlsein oder Inkontinenz sind Klassiker für unkalkulierbare Tierarztkosten.

Auch ihr Mobiliar und der Kleiderschrank können unter dem vierbeinigen Bewohner mal mehr und mal weniger stark leiden. Ein zerkautes Paar Schuhe ist dabei sicherlich das kleinste Übel. Einmal schnell ins Nachbarstädtchen ins andere Bundesland, gegen die dortigen Bestimmungen – z.B. Leinenzwang oder Listenhund verstoßen – wird ein Bußgeld fällig. Und wenn der Jogger im Park angesprungen wird und die Ballonseide dreckig wird, kommen die Kosten der Reinigung auf dich zu. Hier kann man nur jedem Hundehalter wünschen, dass es das Schicksal gut mit Einem meint.

Desweiteren wird die Waschmaschine häufiger laufen, Anziehsachen verschleißen häufiger, Leckerchen fallen monatlich an, Spontankäufe und auch kleine Anschaffungen wie Kotbeutel oder zusätzliches Putzzeug wollen bedacht sein.

  • Günstig: Auf ein Hundeleben fallen nur 500 € an außergewöhnlichen Kosten an
  • Normal: Aus unserer Erfahrung und zahlreichen Gesprächen sollte man sich auf 1.500 € einstellen
  • Teuer: Keine Versicherung abgeschlossen und Kreuzbandriss, dazu der Jogger, ein Bußgeld und ein kleines Malheur mit der Couch. 4.000 €

Abschied nehmen

Irgendwann kommt der Tag an dem der Hund über die Regenbrücke geht. Wir wünschen uns natürlich, dass der Moment friedlich kommt und ein langes, zufriedenes und erfülltes Hundeleben mit tollen Momenten hinter euch liegt.

Die Bestattung im eigenen Garten ist in Deutschland erlaubt, jedoch nur wenn es sich um dein eigenes Grundstück bzw. dein Privatgrundstück handelt. Da dies nicht auf jeden von uns zutrifft und auch nicht jedermanns Sache ist, stellen wir die anderen Möglichkeiten vor. Sehr unpersönlich und günstig ist die kommunale Tierbeseitigung. Zahlreiche Unternehmen haben sich heute auch auf die Tierbestattung spezialisiert und bieten sowohl preiswerte Gruppeneinäscherungen als auch die individuelle Einäscherung an.

  • Günstig: Kommunale Tierbeseitigung ca. 30 €
  • Normal: Gruppeneinäscherung: ca. 100 €
  • Teuer: Individuelle Einäscherung mit Urne: 250 – 500 €

Was kostet ein Hund

Die Frage „Was kostet ein Hund“ kann nicht pauschal beantwortet werden. Es gibt Dinge, die Pflicht sind und ansonsten sind der Kreativität, dem Geschmack und dem eigenen Geldbeutel keine Grenzen gesetzt. Richtig teuer wird es bei großen Hunden (Futter) die auf einer Rasseliste stehen bzw. in Städten wie Eschborn (1.320 € / Jahr, Stand 2016) angemeldet werden und entweder viele Versicherungen haben oder häufig zum Tierarzt müssen.

Das Kostet ein Hund

 PreiswertNormalExklusiv
Anschaffung200 €1.000 €2.000 €
Körbchen10 €50 €130 €
Leine & Co.10 €40 €100 €
Maulkorb5 €40 €100 €
Spielzeug10 €30 €150 €
Pflegezubehör15 €50 €100 €
Futternapf10 €50 €150 €
Winterkleidung Hund10 €50 €150 €
Kleidung für Besitzer0 €200 €500 €
Sicherheit im Auto30 €150 €300 €
Komfort im Auto25 €50 €120 €
Hundedecken5 €15 €35 €
Futter / Monat
Futter / Jahr
Futter für 10 Jahre
15 €
180 €
1.800 €
50 €
600 €
6.000 €
150 €
1.800 €
18.000 €
Haftpflicht / Monat
Haftpflicht / Jahr
Haftpflicht 10 Jahre
3,33 €
40 €
400 €
5 €
60 €
600 €
16,67 €
200 €
2.000 €
Krankenversicherung / Monat
Krankenversicherung / Jahr
Krankenversicherung 10 Jahre
keine50 €
600 €
6.000 €
70 €
840 €
8.400 €
OP Versicherung / Monat
OP Versicherung / Jahr
OP Versicherung 10 Jahre
keine25 €
300 €
3.000 €
420 €
4.200 €
Hundesteuer / Jahr
Hundesteuer 10 Jahre
keine
100 €
1.000 €
1.320 €
13.200 €
Gesundheit
Impfungen / Jahr
Impfungen 10 Jahre
50 €
500 €
50 €
500 €
50 €
500 €
Entwurmung
Entwurmung 10 Jahre
20 €
200 €
30 €
300 €
40 €
400 €
Kastrationkeine150 €300 €
Erziehung150 €350 €800 €
Hundesport20 €450 €1.500 €
Fahrtkosten / Monat
Fahrtkosten / Jahr
Fahrtkosten 10 Jahre
keine33 €
396 €
3.960 €
66 €
792 €
7.920 €
Urlaub
Urlaub 10 Jahre
keine50 €
500 €
280 €
2.800 €
Unkalkulierbare Kosten500 €1.500 €4.500 €
Abschied nehmen30 €100 €500 €
Gesamt: 10 Jahre3.940 €26.135 €53.645 €

Wie die Auflistung zeigt, sind 50.000 € auf ein 10 jähriges Hundeleben möglich. Und bei einigen Positionen, wie bspw. den Hundedecken, dem Hundekörbchen oder dem Spielzeug bleibt es durch Verschleiß, Kauflust und „sich etwas gönnen“ kaum bei den genannten Werten. Ebenfalls nicht berücksichtigt ist der Faktor Zeit, den ein Hund kostet.

Hund kostet Geld und bringt Lebensqualität
Mit Geld eigentlich nicht zu bezahlen. Lebensqualität durch Hunde

Und wenn man sich die Zahlen näher betrachtet, stellt man fest, wie wertvoll ein Hundeleben tatsächlich ist. Drum pflegt eure Hunde – sie sind vielleicht das Teuerste, was ihr besitzt 🙂

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