Jack Russell Terrier

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Der Jack Russel Terrier

Das kleine, drahtige Muskelpaket wurde ursprünglich aus England nach Australien importiert, um Füchse zu jagen. Entsprechend ist der Russel vorrangig schnell und folgt eben seinem natürlichen Jagdinstinkt, wie kaum ein anderer. Mit einer Widerristhöhe von 25-30 cm und einem Gewicht von entsprechend 5-6 Kilogramm ist Jack eher ein Knirps, von dem Du Dich aber nicht täuschen lassen solltest. Nahezu unendlich ausdauernd kannst Du ihn sehr fordern, lange Spaziergänge liebt der kleine Mann. Solltest Du also stolzer Besitzer eines solchen Kerlchens sein, kannst Du Dich glücklich schätzen einen lebhaften, wachsamen und aktiven, sowie furchtlosen und freundlichen Terrier Deinen besten Freund zu nennen.

Entwicklung und Gesundheit

In England gibt es den Russell seit 170 Jahren, bei uns wohnt er etwa erst seit 25 Jahren, da er von englischen Pferdepflegern und –reitern mitgebracht worden ist.
Selbstverständlich ist es nun mal Tatsache, dass ein Zuchthund immer eine nicht ganz natürliche Rasse darstellt und somit auch, dass jede Rasse dann, evolutionsbedingt, mit spezifischen Krankheitsbildern behaftet ist. Diese Krankheitsbilder sind vererbbar, wobei ein seriöser Züchter ein solches Tier aus der Zucht nehmen wird.

Zitternde, fast O-förmige Vorderläufe beim Terrier kannst Du oft beobachten. Das ist ein Anzeichen für Araxie und Myelopathie, was eine Degeneration der Nervenfasern bezeichnet, wie es sie auch beim Menschen gibt. So auch der Hörnerv geschädigt ist, kann das als Folge auch als Taubheit beim Russell einhergehen. Allerdings können die Symptome so weit führen, dass der Hund nicht einmal mehr selbstständig stehen kann, was sich allerdings nicht auf die älteren Tiere bezieht, sondern bereits im zweiten bis zum achten Lebensmonat auffallen kann. Myelopathie ist unheilbar, aber die Beschwerden kannst Du beispielsweise lindern, indem Du mit deinem Hund schwimmen gehst.

Asthma, Darmentzündungen und Hautausschläge können auftreten, wenn das Tier allergisch auf seine Umwelt reagiert. Lindern kann hier nur hochverdauliche Nahrung.
Schuppenbildung, Hautverkrustungen und Pilze entstehen, wenn das Tier gestresst ist oder traumatisiert. Hier kann ein Symptom der Haarausfall sein und der Hund kann unter Juckreiz leiden.

Beachten solltest Du auch die Augen Deines Lieblings: Grauen Star bekommen nicht nur Menschen, sondern auch Hunde. Eine Weißfärbung bzw. Trübung der Augen bedarf das Aufsuchen eines Veterinärmediziners.

Auch bei Deinem Terrier kann die „Kniescheibe herausspringen“, was man als Patella-Luxation bezeichnet. Der drahtige Sportfreund kann es übertrieben haben, also suche bitte einen Tierarzt auf, falls Dein Jack nur noch auf drei Beinen läuft, denn eine Patella-Luxation kann nur operativ behoben werden.

Die Fellpflege

Im Großen und Ganzen ist Dein Russell eher pflegeleicht. Das kurze, glatte Fell muss nur einmal wöchentlich gebürstet werden, das Aufsuchen eines Hundefriseursalons ist selten notwendig aufgrund der Felllänge, sondern vielmehr aufgrund der Dichte, sodass das Unterhaar getrimmt werden sollte. Allerdings kannst Du damit sicherlich Minimum 6 Wochen abwarten, vermutlich eher länger.

Es gibt also stock- und glatthaar, sowie Rauhaar. Einen Langhaar-Russell gibt es nicht! Das ist ein Trugschluss der zustande kommt, wenn ein Hund zulange nicht getrimmt worden ist.

Das Besondere am Fell ist, dass es sich ständig erneuert. Also wächst nach dem Absterben des alten Haares das Neue direkt nach. Daher ist das monatliche Kämmen mit Sorgfalt zu tätigen, denn sonst verfilzt dein Vierbeiner, da das alte Fell in dem neuen Fell hängen bleibt und sich von selbst nicht befreien kann. Daher ist auch das Trimmen wichtig in der Form, als dass Du das eben vom Unterhaar her per Hand mittels einer nicht schneidenden Trimmschere machst und bei Rauhaar einen Bimsstein dazu nimmst, um die alten Haare schmerzlos zu entfernen. Du beginnst am Rücken, dann über die Rute und die Beine und am Ende ist der Kopf an der Reihe. Du drückst die Strähnen mit dem Daumen gegen den Bimsstein, in dem das alte Fell hängen bleibt. Um zu testen, ob es wieder an der Zeit ist, zupfst Du einfach vorsichtig an einem hervorstehenden Fellzipfel am Rücken und lässt Selbiger sich leicht entfernen, musst Du wieder trimmen.

Krallenpflege

Wenn Dein Hund viel Bewegung auf dem richtigen Boden bekommt, wetzen sich im Allgemeinen die Krallen ja von allein ab. Solltest Du unsicher sein, was die Krallenlänge betrifft, kannst Du beim Tierarzt nachfragen, ein kompetenter Saloninhaber kann Dir jedoch auch Auskunft geben.

Generell gibt es die Regel: Wenn der Hund beim Stehen mit den Krallen auf dem Boden auftippt, sollten sie geschnitten werden. Sollte die Wolfskralle nicht abnutzen, gehört diese auch geschnitten. Unsere Lady kaut sich ihre Krallen selbst ab, sodass Schneiden nicht notwendig ist. Darüber bin ich auch sehr froh, denn Ihre Krallen sind tiefschwarz, sodass ich schwer erkennen würde, wie weit die Nerven und Blutbahn nach außen verläuft.

Beim Welpen sollte man noch auf das Einkürzen verzichten, da die Krallen noch recht weich sind. Im Zweifelsfall kostet der Vorgang beim Tierarzt ca. 5 Euro.
Beachten solltest Du, dass Du zum Schneiden der Krallen eine Krallenschere besorgst und dir dabei dennoch entstehenden scharfen Kanten kannst Du abrunden mittels einer groben Feile, so dein Liebling das widerstandslos zulässt. Beim Schneiden selbst kannst Du versuchen, mit einer Halogenlampe von hinten die Kralle zu durchleuchten, um besser einsehen zu können, wie weit Du einschneiden kannst.

Insgesamt lautet der Tipp: Lieber öfter stutzen, dafür aber wenig abschneiden.

Der Spieltrieb des Jack Russel Terrier

In der Regel ist der Russell familiengeeignet, kann aber gerade auf Nachwuchs eifersüchtig werden. Da diese kleine Hunderasse aufgrund ihres Jagdinstinkts sehr aktiv ist, brauchen die Tiere viel Auslauf und auch geistige Beschäftigung. Definitiv gehört dein Russell gefordert, denn letztendlich steckt in dem kleinen Hund ein ganz schön Großer.
In Anfängerhände gehört ein Jack Russell eher nicht, da er konsequente Erziehung benötigt, aufgrund seines Energieüberschusses. Diese Rasse ist anspruchsvoll und benötigt viel Aufmerksamkeit und Unterhaltung und vor allem Bewegung, daher eignet sich Dein Jack für Hundesport wie Agility, Frisbee und Dogdancing, denn hier bleibt er in Bewegung und ist auch in seinem wissbegierigen Köpfchen gefordert.

Leider scheint es, als sei der Russell als Schoßhund deklariert und eine Modeerscheinung aufgrund seiner Größe und seinem optisch niedlichen Antlitz.
Aber: Wer sich ausreichend mit dem liebevollen Tier beschäftigt hat weiß genau, dass die Nachfrage nach ihm derart groß ist, weil er einen einmaligen Charakter hat. An Intellekt kaum zu übertreffen, mit einem einmalig großen Herz und ein echtes „Arbeitstier“, das zu nahezu jedem Sport motivierbar ist und Selbigem dann auch mit unvergleichlichem Ehrgeiz nachgeht.

Wenn Du also mit dem Temperament und dem Durchhaltevermögen dieses agilen Vierbeiners mithalten kannst, ohne ihn zu Stressen, sondern ihm seine Hibbeligkeit zu nehmen, dann schnapp dir einen Ball und mach deinen kleinen besten Freund damit glücklich und er wird es Dir danken.

Über Daniel 276 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?