Boston Terrier

boston terrier

Klein aber fein. Mit diesem Satz ist der Boston Terrier ausreichend erklärt. Der amerikanische Vierbeiner ist stolzer Besitzer des Titels „State Dog of Massachusetts“. Er erinnert beim Anblick weniger an einen reißerischen Jagdhund als an eine kleine Dogge, die trotz muskulösem Körper ein leicht zu erziehender Hund ist.

Rasse:Boston Terrier
Herkunft:USA
Lebenserwartung:13 – 15 Jahre
Verwendung:Begleithund
Fell:kurz, glänzend und glatt
Farben: gestromt, schwarz oder seal (schwarz mit rotem Schimmer)
Größe:38 – 43 cm
Gewicht: < 6,8 – 11,5 Kg
FCI-Gruppe:Gruppe 9: Begleithunde, Sektion 11: Kleine Doggen  – FCI-Nr. 140

Geschichte

Der Boston Terrier schaut auf eine kurze Entstehungsgeschichte zurück, da er erst im Laufe des 19. Jahrhunderts aus Bulldoggen und White English Terriern (ausgestorben) gezüchtet wurde. Wie bei vielen anderen Hunderassen wollten damalige Hundehalter einen starken, ausdauernden Hund züchten, der dann in Kämpfen zum schnellen Geld verhelfen sollte.

Zu Beginn entschied man sich für den Namen „Boston Bulldog“, da er 1878 erstmals auf einer Schau in Boston vorgestellt wurde. Später wurden auch Französische Bulldoggen eingekreuzt, und gegen Ende des 19. Jahrhunderts entschied der American Kennel Club, den Namen endgültig in „Boston Terrier“ zu ändern.

Erst im Jahre 1927 begann man mit der Verschiffung in Richtung Europa. Hierzulande hielt sich die Euphorie in Grenzen, und so konnte sich der „amerikanische Zwerg“ nur schwer etablieren. Lediglich faszinierte Züchter hielten die europäische Blutlinie aufrecht, was sich im Nachhinein als Vorteil erweisen sollte: Heute ist der Boston beliebter denn je. Im Jahre 2010 lag die Zahl der Welpen bei 322 (verglichen mit weniger als 100 im Jahre 2000).

Obwohl er seinem Namen nach zu den Terriern gehören sollte hat der American Kennel Club die Klassifizierung als „Gesellschafts- und Begleithund“ festgelegt. Seine Vergangenheit als Kampfhund hat er längst abgelegt, sein Blutdurst hat sich in unendliche Neugier verwandelt.

Charakter und Wesen

Der Boston Terrier ist ein geselliger Vierbeiner, der mit seinem Charme, seiner Aufmerksamkeit und einer überdurchschnittlichen Intelligenz überzeugt. Nicht umsonst wird dieser von Kennern und Liebhabern „American Gentleman“ genannt.

Er bleibt seiner Familie stets treu und macht die Erziehung fast zum Kinderspiel. Neue Tricks lernt er wegen seiner Neugier freiwillig, bei Spaziergängen wird wenig gekläfft und geknurrt. Lediglich sein Revier und sein „Rudel“ verteidigt der kleine Terrier stolz, was ihn zum perfekten Familienhund (und Begleiter für ältere Menschen) macht.

Im Hause ist er, ähnlich wie eine französische Bulldogge, für Spiel und Spaß mit Kindern geeignet. Auch hier wird mit Geduld und Vorsicht auf die jüngeren Rudelmitglieder geachtet; Spaß hat der Vierbeiner dabei mindestens genauso viel wie die Kleinen.

Optik

Wie alle Nachfahren der Terrier erkennt man den Boston Terrier an seinem robusten Körperbau. Trockene Muskeln und ein kompakter Kopf zeugen von seinen kämpferischen Genen, die aber längst keine Wirkung mehr entfalten. Das kurze, weiche und glänzende Fell verdankt er ebenfalls seinen Vorfahren. Die häufigste Färbung ist schwarz-weiß, wobei dunklere Töne meistens überwiegen und weiße Flächen eventuell an Kopf, Hals und Brust vorzufinden sind.

Über die Schulterhöhe ist offiziell kein Maß festgelegt, doch es wird von einer durchschnittlichen Schulterhöhe von 40 cm ausgegangen. Dafür gibt es den Boston in drei Gewichtsklassen:

  • klein (unter 6,8 kg)
  • mittel (6,8 – 9 kg)
  • groß (9 – 11,5 kg)

Charakteristisch ist sein durchdringender Blick sowie die großen, stehenden Ohren, die ihn bis heute zum Modehund verholfen haben. Seine quadratische Schnauze und die großen Augen runden das Gesamtbild ab.

Haltung und Pflege

Seine Größe ist nicht zu unterschätzen, denn was der Boston Terrier an Größe einbüßt, macht er mit Anpassungsfähigkeit wieder wett. Ob Stadt oder Landregion, der stolze Amerikaner findet überall einen Ort zum glücklich werden. Das liegt an seiner aufgeschlossenen Art, weswegen auch größere Menschenmengen kein Problem darstellen.

Der Massachusetts State Dog möchte seinem Herrchen gefallen und hat einen unkomplizierten Charakter. Dieser macht ihn zum idealen Hund für Anfänger und Unerfahrene: Fehler bei der Erziehung werden schnell verziehen und mit Intelligenz ausgeglichen. Doch eben dieses erhöhte Verständnis kann manchmal zu selbstbewusster Sturheit führen, was mit einigen Streicheleinheiten auch schnell wieder vergessen ist.

Was die täglichen Ausflüge angeht kann der Boston Terrier stets mithalten: er wird mit kurzen und langen Strecken gleichermaßen fertig. Lediglich seine kleine Nase hindert ihn daran, Aktivitäten aus dem Extremsport nachzugehen. In den meisten Fällen stehen Dog Dance und Obedience auf dem Programm.

Er legt besonderen Wert auf Nähe und Aufmerksamkeit. Dabei entsteht eine starke Bindung zu einer bestimmten Bezugsperson, und wegen dieser Verletzlichkeit reagiert er manchmal zurückhaltend und sensibel. Obwohl er seiner Familie sehr anhänglich bleibt kann er sich mit Fremden (und mit Kindern) schnell anfreunden. Artgenossen werden ebenfalls freundlich beschnuppert, und falls es zu Auseinandersetzungen kommt ist er in der Lage, sich wendig zu verteidigen. Im Normalfall kann man bei einem solchen Treffen mit Verspieltheit und Spaß zwischen den Hunden rechnen.

Wegen der Körpergröße bleiben die Kosten für Futter und Steuern im überschaubaren Bereich. Nur die Zähne können in einigen Fällen (wie bei vielen kleinköpfigen Hunden) besondere Pflege benötigen. In diesem Fall ist eine Hundezahnbürste und Hundezahnpasta ratsam. Ein entsprechender Arzt sollte natürlich auch vorher konsultiert werden.

Nach gelegentlichem Massieren und Bürsten mit dem Hundehandschuh kann die anspruchslose Fellpflege des Boston als erledigt angesehen werden. Wegen seines kurzen Fells und der fehlenden Unterwolle ist der Boston aber anfällig für Kälte, weswegen im Winter und bei Ausflügen die passende Kleidung (z.B. ein Hundemantel) angebracht werden muss. Genauso vorsichtig muss man im Hochsommer sein, wo extreme Hitze und trockene Luft dem Boston zur Last fallen können. Hier können Hundepool und Schattenplätze für die nötige Abkühlung sorgen.

Häufige Krankheiten

Der kleine Amerikaner punktet in Sachen Intelligenz und Ausdauer. Doch auch er trotzt nicht jeder Krankheit. Vorkommende (Erb)Krankheiten sind Patellaluxation (Kniescheibenverletzung), Augenkrankheiten und Wirbelsäulenerkrankungen. Da der Boston mit keiner anderen Hunderassse verwandt ist begrenzt sich die Zahl der möglichen Krankheiten auf einige wenige.

Zusammenfassung

Der amerikanische Boston Terrier ist offen, intelligent und voller Lebenslust. Mit seiner kompakten Größe und hohen Anpassungsfähigkeit kann er in vielen Lebenssituationen mitwirken und die Familie um viele Aspekte bereichern. Sowohl Anfänger als auch Hundeprofis werden den kleinen Alleskönner wegen seinem neugierigen Blick und seinem liebevollen Wesen ins Herz schließen können.

Über Daniel 276 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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