Dalmatiner

dalmatiner Portrait und Rassebschreibung

Allgemeines zum Dalmatiner

Besonders seit dem Film „Einhundertein Dalmatiner“ ist diese Hunderasse sehr bekannt und beliebt. Die weißen Hunde mit ihren lustigen schwarzen oder braunen Tupfen sehen ja auch toll aus. Aber darüber hinaus haben sie auch einen wundervollen Charakter und sind geborene Familienhunde.

Dalmatiner, Praxisratgeber
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Zuletzt aktualisiert am 30.03.2017

Geschichte & Herkunft

Über die Geschichte des Dalmatiner gibt es viele Vermutungen, aber nur relativ wenige Beweise. Klar ist eigentlich nur, dass die Rasse sehr alt sein muss. Schon im alten Ägypten und in Babylonien gab es alten Zeichnungen nach Hunde, die den heutigen Dalmatinern verblüffend ähnelten. Wie und wann sie nach Europa kamen, ist unbekannt. Sie traten auch unter sehr unterschiedlichen Namen auf, wie zum Beispiel Türkischer Hund, Bengalische Bracke, Tiger-Hund, Petit Danois und eben auch Dalmatiner. Dieser Name leitet sich von Dalmatien ab, einem Gebiet an der kroatischen Adria, wo die Hunde erstmals dokumentiert wurden.

Aber auch in Deutschland muss es die Dalmatiner schon um 1600 gegeben haben, man findet sie auf Gemälden der damaligen Zeit immer wieder. Am Ende des 19.Jahrhunderts wurden die ersten Tiere dieser Rasse in Hunde-Schauen gezeigt und 1920 in Frankfurt/Main der Deutsche Dalmatiner Club gegründet.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Herkunftsland: Kroatien
  • Lebenserwartung: 12 – 14 Jahre
  • Gewicht Rüden: 22 – 32 kg
  • Gewicht  Hündin: 15 – 24 kg
  • Rüden: 55 – 66 cm
  • Hündinnen:  46 – 62 cm

Verwendung

Soweit man seine Entwicklung zurück verfolgen kann, war der Dalmatiner immer ein Begleithund von Reitern und Kutschen. Er folgte ihnen auf ihren oft gefahrvollen Wegen und beschützte sie vor Räubern, wilden Tieren und anderem Ungemach. Dabei wurde er fast immer in Gruppen gehalten. Heute ist der Dalmatiner fast ausschließlich treuer Familienhund und Gesellschaftshund. Einige Dalmatiner sind auch als Therapiehunde oder Rettungshunde ausgebildet.

Klassifikation, Zuchtstandard & Rasse Standard

  • FCI-Standard: Nr. 153
  • FCI Gruppe: 6
  • Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  • Sektion 3: Verwandte Rassen
  • Ohne Arbeitsprüfung

Der Charakter & das Wesen des Dalmatiner

Der Dalmatiner ist ein reiner Laufhund und sehr aktiv, weshalb er auf jeden Fall ausreichend beschäftigt werden muss, um sich wirklich glücklich zu fühlen. Er ist aber auch ein ausgeglichener und freundlicher Hund, schmusebürftig und seinen Menschen gegenüber sehr zugewandt. Aggressionen kennt dieser Hund praktisch nicht und seine Reizschwelle liegt extrem hoch. Durch seine Vergangenheit als Rudelhund ist er aber auch recht selbstständig und nicht unterwürfig. Der intelligente Hund reagiert weit eher auf Belohnung und liebevolle Bestätigung als auf Einschüchterung und Strafen. Er muss aber auch seine Stellung im „menschlichen Rudel“ genau kennen, sonst versucht er manchmal, Grenzen zu überschreiten.

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Im Umgang mit Familie & Kindern

Als Familienhund eignet sich der Dalmatiner ganz besonders durch sein freundliches verträgliches Wesen. Er spielt auch sehr gerne und ist ein aktiver und belastbarer Hund. Seine Menschen liebt der Dalmatiner innig, was dazu führt, dass er nur sehr ungern ohne sie ist und nur schwer auch mal allein bleiben kann. Für allein stehende berufstätige Menschen ist dieser Hund also nicht geeignet, noch viel weniger als Zwingerhund. Allerdings ist er auch kein reiner Stubenhund. Er braucht viel Bewegung und Auslauf und alles was mit Laufen zu tun hat, macht ihm Spaß. Ob stundenlange Spaziergänge, Joggen, am Rad oder neben dem Pferd laufen, ob Apportieren oder Hundesport, der aktive Dalmatiner genießt es. Im Hause dagegen ist er ruhig, ausgeglichen und liebt gemütliche Schlaf-und Kuschelplätze.

Im Umgang mit Fremden

So freundlich und aufgeschlossen der Dalmatiner seiner eigenen Familie gegenüber ist, zu fremden Personen ist er sehr zurückhaltend. Er lässt sich zum Beispiel nicht gern anfassen und weicht bei Begegnungen meistens zurück. Ein guter Wachhund ist der Dalmatiner nicht, er bellt auch nur sehr wenig und schlägt bei fremden Menschen nicht an.

Im Umgang mit anderen Hunden und Haustieren

Zu Katzen, Meerschweinchen, Vögeln und anderen Haustieren ist der gut erzogene Dalmatiner ebenfalls sehr freundlich. Weil er kein Jagdhund ist, betrachtet er sie auch nicht als Beute sondern beschnuppert und beäugt sie nur. Auch Begegnungen mit anderen Hunden verlaufen in aller Regel vollkommen friedlich. Der Dalmatiner weicht jeder Konfrontation aus, wenn er die Möglichkeit zum Rückzug hat.

Bewegungsdrang

Ein Dalmatiner kann, ohne zu ermüden, locker 10 bis 15 Kilometer am Stück laufen und eignet sich deshalb auch am besten für aktive sportliche Menschen. Am besten gefällt es ihm, am Rad oder neben einem Pferd mit zu rennen. Die meisten Dalmatiner schwimmen auch sehr gerne, viele sind mit Begeisterung bei Agility, Dog-Dance und bei Suchspielen dabei. Was immer man ihm an Action anbietet, er nimmt es dankend an. Diese Rasse braucht definitiv und kontinuierlich Beschäftigung. Ständig unterforderte und gelangweilte Dalmatiner können sehr übellaunig werden und auch eine Menge Schaden im Haus anrichten, besonders wenn sie noch in den „Flegeljahren“ sind.

Der Jagdtrieb

Der Jagdtrieb ist im allgemeinen keine Eigenschaft des Dalmatiners. Er kann deshalb an geeigneten Stellen durchaus ohne Leine frei laufen. Die meisten entfernen sich trotz ihres großen Bewegungsdranges auch nicht weit von ihren Menschen und sind mit ein wenig Training auch sehr gut abrufbar.

Optik und Fell

Der Dalmatiner gehört zu den mittelgroßen Hunden. Ein Rüde erreicht im Durchschnitt zwischen 55 und 66 cm Schulterhöhe und ein Gewicht von 22 bis 32 Kilogramm. Hündinnen sind etwas kleiner. Der Körperbau des Dalmatiners ist schlank und trotzdem athletisch. Der Schädel ist schmal, die Schnauze lang und die runden Schlappohren sind hoch am Kopf angesetzt. Die Rute ist lang, schmal und hängt leicht gebogen. Das kurze glatte Fell ist hart und dicht. Alle Dalmatiner sind weiß und haben schwarze oder braune Punkte, die deutlich begrenzt sein sollen. Wenn sie geboren werden, sind die Welpen noch ganz weiß, die Punkte kommen erst nach einigen Wochen und verändern sich auch noch etwas, bis die Tiere erwachsen sind.

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Pflege und Haltung

Die Fellpflege des Dalmatiners ist nicht aufwändig. Er muss weder getrimmt noch geschoren werden, regelmäßiges Bürsten reicht aus. Allerdings haart die Rasse das ganze Jahr über leicht und während des Fellwechsels sogar sehr stark und die harten weißen Haare sind von Teppichen und Polstern schwer zu entfernen. Wer einen Dalmatiner zu Hause hat, sollte auch wissen, dass diese Hunde keine Unterwolle haben und deshalb im Winter leicht frieren können. Man sollte sie bei Frost nie zulange allein im Freien lassen. Sie sind eigentlich Hunde wärmerer Gegenden.

Dalmatiner Erziehung

Auch wenn der Dalmatiner kein schwer zu erziehender Hund ist, kann eine falsche Behandlung der Rasse, wie bei allen anderen Hunden auch, Schäden anrichten, die nur schwer zu korrigieren sind. Deshalb ist es durchaus angebracht, sich vor der Anschaffung eines Dalmatiners gründlich mit der Rasse zu beschäftigen und außerdem schon mit dem Welpen oder jungem Hund eine Hundeschule zu besuchen. Im Umgang mit anderen Hunden gewinnt das sensible Tier dort Sicherheit und der Halter erhält wertvolle Tipps für das harmonische Zusammenleben von Mensch und Hund. Selbst für Hunde erfahrene Menschen bietet eine Hundeschule viel Neues und Wissenswertes.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten

Das Dalmatiner-Syndrom

Dalmatiner leiden leider häufig an Blasen- und Nierensteinen, was erblich bedingt ist. Hier ist der Abbau von Harnsäure gestört und hat zur Folge die Bildung von Nierensteinen und die Entzündungen der Haut.

Dalmatiner-Leukodystrophie

Hier ist das Nerven- und Sehzentrum gestört und tritt bereits im Welpenalter ein. Der Verlust des Sehvermögens, sowie Koordinationsschwierigkeiten sind bei den erkrankten Tieren leider vorprogrammiert. Eine selten auftretende aber gefährliche rassetypische Erkrankung des Dalmatiner ist die sogenannte Dalmatiner-Leukodystrophie. Dieser Krankheit ist genetisch bedingt und schädigt das zentrale Nervensystem. Im fortgeschrittenen Stadium kann sie zu Seh-und Bewegungsstörungen, zu Koordinations-Schwierigkeiten und sogar zur Blindheit führen. Leukodystrophie tritt schon bei jungen Hunden auf, ist aber zum Glück sehr selten.

Damaltiner Taubheit

Eine weitere Erbkrankheit bei Dalmatinern ist die Taubheit, die im Zusammenhang mit der weißen Fellfarbe der Tiere stehen soll und die auch bei anderen weißen Hunden gehäuft auftritt.

Kommen Welpen zur Welt, die nicht weiß sind, sondern sogenannte „Platten“ vorzugsweise am Kopf aufweisen, werden diese von der Zucht ausgeschlossen, weil hier die Tupfen größer sind. Allerdings wird auch vermutet, dass mit dem Weißanteil im Fell auch die Wahrscheinlichkeit der Taubheit steigt, sodass es umstritten ist, die nichtweißen Welpen auszuschließen.

Auch verschiedenfarbige Augen sind ein Symptom für eine hohe Taubheitswahrscheinlichkeit, die erblich bedingt ist. Als „Bronzing“ bezeichnet man das Verfärben des Fells in Folge einer Staphylokokken-Infektion. Das bräunlich-rote Fell ist nicht das einzige Symptom, sondern leider sind solche Infektionen schmerzhaft. Hier ist ein Gang zum Tierarzt unumgänglich und vermutlich wird Selbiger Dir Antibiose verschreiben für Deinen verfärbten Vierbeiner.

Weitere Anfälligkeiten

Auch Hyperurikosurie, eine Stoffwechselkrankheit, die zur Harnsteinbildung führt ist bei einigen Dalmatinern erblich. Überhaupt besitzt der Dalmatiner als typisches Rassemerkmal eine einmalige Stoffwechseleigenart. Er kann nur eingeschränkt Harnsäure abbauen und ausscheiden. Sein Harnsäurespiegel ist deshalb fast doppelt so hoch wie der aller anderen Hunderassen und daher sollte er besonders purin-armes Futter und immer ausreichend Wasser bekommen. Neben der richtigen Ernährung gibt es natürlich auch spezielle Medikamente, die der Harnsteinbildung gezielt gegensteuern können. Dalmatiner können recht alt werden. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12 bis 14 Jahren.

Häufige Fragen:

Was kostet ein Dalmatiner?

Die Anschaffungskosten eines Dalmatiner-Welpen vom Züchter liegen um die 1000 Euro. Bei Angeboten die preislich darunter liegen, sollten Sie überprüfen, ob der Züchter einem anerkannten Zuchtverein angeschlossen ist. Nur so stellen Sie sicher, das ihr Dalamtiner Welpe nach den festgelegten Standards aufgewachsen ist.

Kommen Dalmatiner bereits getupft zur Welt?

Im Normalfall nicht. Die Kleinen kommen weiß zur Welt und die Flecken bilden sich erst nach der etwa 2. Lebenswoche. Die Flecken entwickeln sich bis zum circa ersten vollendeten Lebensjahr.

Wie kommt es denn zu den Punkten überhaupt?

Keine andere Hunderasse weist diese hübschen Tupfen auf. Die schwarz-braunen Tupfen auf dem weißen Fell verdankt der Dalmatiner dem Scheckungsgen. Im Allgemeinen laufen die Pünktchen nicht ineinander und sind scharf begrenzt.

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Zuletzt aktualisiert am 30.03.2017

Video & weitere Bilder

Zusammenfassung

Komprimiertes Wissen
  • Bewegungsintensiver Hund
  • Guter Familienhund

Dalmatiner in Not

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Wer sich bereits einen erzogenen Dalmatiner kaufen möchte, sollte auch die Tierheime in der näheren Umgebung kontaktieren. Auch unter den Notfellen finden sich Dalmatiner wieder die nur auf ein neues Zuhause warten. Dass ein Dalmatiner in Not gerät muss nicht zwangläufig darauf zurückzuführen, dass es am Hund selber gelegen hat. Wer sich einen laufintensiven Hund anschafft und diesen nicht auslastet, darf sich über alternative Beschäftigungsformen des Hundes bitte nicht wundern. Einer der häufigsten Abgabegründe ist jedoch eine Veränderung der persönlichen Lebensituation. Jobwechsel, Wohnortwechsel oder Trennung der Familie sind hier anzuführen.

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Über Daniel 258 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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