Labrador Retriever

Ein Familienhund per Excellence

labrador retriever

Der Labrador Retriever ist seit vielen Jahren eine der beliebtesten Hunderassen weltweit und auch in Deutschland sehr verbreitet. Er ist wirklich ein Allroundtalent, ein toller Familienhund, ein ausgezeichneter Jagdhund, aber auch ein sehr zuverlässiger Suchhund und Begleithund.

Geschichte & Herkunft

Wie der Name schon vermuten lässt, stammt der Labrador von der gleichnamigen Halbinsel im Norden Kanadas und Teilen des östlichen Kanadas. Seine Entstehungsgeschichte liegt weitgehend im Dunkeln. Die Forscher spekulieren, dass er im 10.Jahrhundert mit dem Wikingern ins nördliche Amerika kam und sich zum Teil mit den Neufundländern paarte. Er wurde, genau wie die etwas größeren Neufundländer und Landseer, in seiner Heimat als Arbeitshund, Zughund und Schlittenhund eingesetzt.

Bis zum Beginn des 19.Jahrhunderts hielt man ihn auch für einen etwas kleiner geratenen Neufundländer und erst ab etwa 1814 spricht man von zwei unterschiedlichen Hunderassen. Die Engländer begannen mit einer gezielten Zucht und sie waren es auch, die ihr den Namen Labrador Retriever gaben. Labrador bezieht sich auf die Heimat der Hunde, der englische Begriff Retriever bedeutet abrufen und bezieht sich auf die großen jagdlichen Fähigkeiten der Rasse, die für die frühen Züchter auch das wichtigste Rasse-Merkmal waren. 1903 wurde der Labrador Retriever international als Rasse anerkannt.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Herkunftsland: Großbritannien (UK)
  • Lebenserwartung: 10 – 12 Jahre
  • Gewicht Rüden: 29 – 36 kg
  • Gewicht  Hündin: 25 – 32 kg
  • Rüden: 56-57  cm
  • Hündinnen:  54 – 56 cm

Klassifikation, Zuchtstandard & Rasse Standard

  • FCI Standard 122
  • FCI Gruppe: 8
  • Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
  • Sektion 1 Apportierhunde
  • Mit Arbeitsprüfung

Das Zuchtziel ist das Retriever-typische Wesen, welches dadurch erreicht wird, dass der Labrador ab dem 13. Lebensmonat an einem Wesenstest teilnimmt. Für Tiere, welche für die Zucht verwendet werden sollen, ist die Teilnahme Pflicht. Für eine Paarung und Fortpflanzung muss eines der Tiere die typische Leistungsbereitschaft eines Labradors sowie eine Jagdprüfung abgelegt haben.

Verwendung:

In ihrer alten Heimat verwendeten die Fischer die frühen Labradore besonders dazu, die Netze an Land zu bringen, abgetriebene Fische aus dem Meer zu holen und bei der Jagd den Jägern die Beute zuzutreiben. Daneben zogen die Hunde aber auch Schlitten und Wagen und beschützten ihre Leute. In England und später auch anderen europäischen Ländern wurde der Labrador bei der Jagd in erster Linie als Apportierhund eingesetzt. Er hatte die Aufgabe, erlegtes Wild (meist Vögel) zu suchen und ihrem Besitzer unbeschädigt zu bringen. In der Fachsprache heißt das „Jagd mit weichem Maul“. Auch heute noch ist der Labrador ein fähiger Helfer von Jägern, aber viel häufiger beliebter Familienhund, Suchhund, Begleit- und Therapiehund.

Der Charakter & Wesen des Labrador Retriever

Der Labrador Retriever ist vom Charakter her ein sehr freundlicher und gutmütiger Hund. Er mag Menschen und andere Hunde, ist aufgeschlossen und neugierig, zeigt keine Aggressivität, keine Schärfe, keine Scheu oder Unsicherheit. Wie in alten Zeiten liebt er das Wasser und das Apportieren, hat eine vorzügliche Nase und ist außerordentlich klug und lernwillig.

Im Umgang mit Familie & Kindern

Aufgrund seines freundlichen Wesens ist der Labrador Retriever der geborene Familienhund und besonders für Familien mit Kindern einfach ideal. Er hat starke Nerven, lässt sich von Kindern gutmütig herumschubsen und auch mal versehentlich härter anfassen, an den Ohren und am Schwanz ziehen. Er spielt und tobt unermüdlich und macht jeden Blödsinn mit. Daneben ist er ein ausgesprochener Schmusehund, der sich für sein Leben gerne streicheln und kraulen lässt. Außerdem ist diese Rasse sehr sportlich und aktiv.

Im Umgang mit Fremden

Fremden gegenüber ist der Labrador Retriever ebenfalls sehr nett. Er will einfach allen Menschen gefallen und sich mit ihnen anfreunden. Deshalb begrüsst er in der Regel auch fremde Menschen, wie alte Freunde und Bekannte. Alles Fremde möchte der Labrador mit seinem Charme von sich überzeugen, was häufig dazu führt, dass die Umwelt interessanter als die Kommandos von Herrchen und Frauchen sind. Am Grundstück: Fahren und Spazieren andere Menschen oder Hunde an seinem Revier vorbei, ist er sehr ausdauernd beim anbellen. Trotzdem ist er kein wirklich guter Wachhund, ihm fehlt dafür die Schärfe.

Im Umgang mit anderen Hunden

Auch mit den allermeisten fremden Hunden verträgt sich der Labrador gut, es sei denn, sie wollen an seinen Futternapf. Da versteht auch der netteste von ihnen keinen Spaß.

Im Umgang mit anderen Haustieren

Labradore und Haustiere aller Art sind ebenfalls kein Problem. Der friedliche und neugierige Hund wird vermutlich mit ihnen spielen wollen, tut ihnen aber nichts Böses. Natürlich sollten die ersten Begegnungen nur unter Aufsicht und sehr vorsichtig stattfinden, später verläuft das Zusammenleben aber völlig unproblematisch. Es ist nicht einmal ein Einzelfall, dass zum Beispiel Labrador und Katze im gleichen Korb ihre Siesta halten.

Bewegungsdrang

Als Jagd-und Apportierhund hat der Labrador-Retriever einen sehr beachtlichen Bewegungsdrang. Man muss nicht nur ausreichend viel mit im spazieren gehen und ihn, wo es möglich ist, schwimmen zu lassen. Er braucht darüber hinaus eigentlich auch noch eine richtige Aufgabe, entweder sportliche Betätigung wie zum Beispiel Agility oder eine Arbeit wie zum Beispiel als Suchhund oder Therapiehund. Labradore können zwar notfalls auch in einer Stadtwohnung gehalten werden, besser aber gefällt es ihnen auf dem Lande im eigenen Grundstück mit möglichst großen Garten.

Der Jagdtrieb

Die Rasse hat natürlich allgemein einen ganz erheblichen Jagdtrieb. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Jagdhunden lassen sich gut erzogene Labrador-Retriever meistens recht gut vom Jagen abhalten bzw. ablenken und deshalb an günstigen Orten auch ableinen. Es reicht gewöhnlich, den Hund gut zu beobachten und zurückzuhalten, bevor er richtig auf Spur ist. Einmal im Jagdfieber wird er natürlich losrennen, aber trotzdem keine Beute reißen, weil er nicht scharf ist.

Auflagen & Einreisebestimmungen

Einreisebestimmungen
  • In Europa gibt es seit 2012 keine Pflicht mehr zu einer Wurmkur. Der Labrador muss lediglich den Deutschen Chip bekommen haben. Nach Übersee oder in andere ferne Länder gilt eine zwei Wochen dauernde Quarantäne. Zudem muss bei der Einreise in amerikanische Länder ein Impfpass in englischer Sprache vorgelegt werden.
    Die Rückreise gestaltet sich dagegen schwieriger. Bei der Einreise muss der Labrador einem Bluttest sowie einer mindestens drei Tage dauernden Beobachtung unterzogen werden.

Optik und Fell

Der Labrador-Retriever ist ein mittelgroßer und kräftig gebauter Hund. Rüden werden zwischen 56 und 58 cm hoch und wiegen zwischen 35 und 40 Kilogramm. Hündinnen sind nur wenig kleiner. Er hat einen dicken breiten Kopf und einen deutlichen Stop. Die Ohren hängen, die am Ansatz dicke Rute nennt der Züchter „Otter-Rute“, weil sie an einen breiten Otterschwanz erinnert.

Das Fell des Labrador ist kurz, dick und hart mit viel Unterwolle. Die Fellfarben sind heute Schwarz, Schokoladenbraun und Gelb, ursprünglich waren alle Labradore schwarz und auch heute noch ist das die am häufigsten vorkommende Farbe. Mittlerweile gibt es auch silberfarbene und champagnerfarbene Labradore sowie eine Farbe. die charcoal genannt wird und eine Art aufgehelltes Schwar-Grauz ist. Diese Fellfarben sind aber nur bei einigen nationalen Zuchtverbänden, jedoch nicht international als Rassestandard anerkannt. Nicht zu verwechseln ist der Labrador-Retriever mit dem Golden Retriever, der eine eigene Hunderasse darstellt. Allerdings galten die Golden Retriever vor langer Zeit als Fehlzüchtungen des Labradors und unter ihren Ahnen sind auch gelbe Labrador-Retriever, aber daneben auch Irish Setter, Tweed Water Spaniel und sogar ein heller Bluthund.

Pflege und Haltung

Die Fellpflege eines Labrador ist wegen seines kurzen glatten Fells nicht schwierig. Allerdings sollte der Hund oft und möglichst regelmäßig gebürstet werden, weil er relativ stark haart. Am schlimmsten ist es beim zweimal im Jahr stattfindenden Fellwechsel. Dann können die überall herumliegenden ausgefallenen Haare zum Problem werden. Zum Bürsten benutzt man beim Labrador am besten eine weiche Bürste und auch ein Noppenhandschuh ist gut.

Gebadet werden sollte auch ein Labrador nur im Notfall. Allerdings gehen die das Wasser so sehr liebenden Tiere nicht nur in saubere Seen, Teiche und Bäche, sondern auch gern mal in eine Schlammpfütze und dann ist ein Reinigungsbad unerlässlich. Es sollte dann aber möglichst ein Bad in lauwarmen Wasser und möglichst ohne Badezusätze sein. Shampoo, selbst spezielles Hundeshampoo ist für die natürliche Fettschicht des Felles nicht wirklich gut.

Labrador Erziehung

Auch wenn der Labrador-Retriever ein so freundlicher und unkomplizierter Hund ist, braucht er doch wie alle anderen Hunde auch, eine gute Erziehung. Nur so können Mensch und Hund ein wirklich gutes Team werden und ohne Probleme zusammenleben. Ein unerzogener Labrador wird sicher nicht zur unkontrollierbaren Bestie, dafür ist er viel zu friedfertig. Aber er büxt vielleicht aus und wird zum Streuner, kaut Schuhe, Teppiche oder Möbel an oder bellt Tag und Nacht. Der Besuch einer Hundeschule ist deshalb sogar für den liebsten Labrador sehr zu empfehlen. Das gilt besonders für Hundeanfänger, die hier lernen, wie sie die Signale ihres Hundes richtig verstehen und für die noch besonders spielfreudigen Welpen. Die gesamte Erziehung des Hundes sollte durch positive Verstärkung erfolgen und nicht durch Bestrafung.

Hunde Erziehung

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten

Wie fast alle großen Hunderassen leidet auch der Labrador verhältnismäßig häufig an Hüftgelenks- oder Ellbogen-Dysplasie. Um diese Erbkrankheit auszuschließen, lassen verantwortungsvolle Züchter ihre Hunde röntgen und züchten nur mit solchen, die regelrechte Gelenke aufweisen. Auch auf bestimmte Augenerkrankungen werden die Zuchttiere getestet. Labradore haben nämlich gehäuft eine Augenerkrankung mit dem Namen progressive Retina Atrophie (PRA). Sie kann im schlimmsten Fall sogar zur Erblindung führen.

Eine weitere rasse-spezifische Krankheit ist die Labrador-Myopathie, eine Muskelerkrankung. Davon werden besonders sehr junge Hunde im Alter bis 4 Monate betroffen. Symptome sind schnelle Ermüdbarkeit und im schweren Fall Muskelschwund. Trotzdem ist die Rasse eher gesundheitlich robust und die mittlere Lebenserwartung liegt bei über 12 Jahren.

Video & weitere Bilder

Zusammenfassung

Komprimiertes Wissen
  • Bewegungsfreudiger und friedfertiger Familienhund
  • Sehr lieb zu seiner Umwelt
  • Für einen Labradorwelpen muss man heute bei einem guten Züchter zwischen 1200 und 1500 Euro bezahlen.

 

Über Daniel 268 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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