Neufundländer

Hunde mit tollem Wesen und starkem Charakter!

Neufundländer Hund im Portrait

Allgemeines

Der Neufundländer ist ein Bär unter den Hunden und ein sehr prächtiger Hund, mit allen Vor-und Nachteilen großer und kräftiger Rassen. Sehr freundlich, im Wesen ruhig, sogar ein wenig phlegmatisch und manchmal auch ein bisschen stur. Wer große und trotzdem verschmuste gemütliche Hunde mag, könnte zum potentieller Neufundland-Besitzer werden.

Neufundländer Hund im Portrait

Geschichte & Herkunft

Wie der Name schon sagt, liegt die Heimat der Neufundländer auf der zu Kanada gehörenden Insel Neufundland. Er ist sogar das Nationalsymbol der Provinz Neufundland und Labrador. Welche Hunde ursprünglich an der Entstehung der Rasse beteiligt waren, liegt aber im Dunklen. Vermutlich waren es verschiedenste europäische Hunderassen von Fischern aus der Alten Welt, die sich mit den Hunden der eingeborenen Indianerstämme, den großen schwarzen Bärenhunden, vermischten. Der erste Mensch, der Anfang des 19.Jahrhunderts in seinen Aufzeichnungen einen Newfoundland – Dog erwähnte, war ein englischer Kapitän mit Namen Cartwright und 1860 wurde zum ersten Mal ein Neufundländer auf einer Hundeschau in Birmingham gezeigt. Die Briten waren begeistert und kurz darauf wurde bereits der erste englische Rasseclub gegründet.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Herkunftsland: Kanada / England
  • Lebenserwartung: 8 – 10 Jahre
  • Gewicht Rüden: 60- 70 kg
  • Gewicht  Hündin: 45 -55 kg
  • Rüden: 69 – 74 cm
  • Hündinnen: 63 – 69 cm

Verwendung

Die frühen Neufundländer waren vor allem Wachhunde und Zughunde. Sie zogen die Schlitten der Eingeborenen und Siedler und bewachten ihre Lager. Die Tiere kamen mit den auf Neufundland herrschenden extremen Temperaturen und harten Lebensbedingungen gut zurecht und trotzten sogar als Arbeits-,Transport-und Rettungshunde den Gefahren des Meeres. Sie halfen auch den Fischern, die schweren Netze an Land zu ziehen und bewegten Lasten von einem Vielfachen ihres Körpergewichtes. Heute sind die meisten Neufundländer Familienhunde. Sie werden aber auch als Begleithunde und Therapiehunde ausgebildet.

Klassifikation, Zuchtstandard & Rasse Standard

  • FCI Standard Nr. 50
  • Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer –Molossoide – Schweizer Sennenhunde
  • Sektion 2: Molossoide
  • 2.2 Berghunde
  • Ohne Arbeitsprüfung

Der Charakter & das Wesen des Neufundländer

Der Neufundländer ist allgemein als ein sehr freundlicher, ruhiger und absolut friedfertiger Hund bekannt. Seine Erziehung ist einerseits recht leicht, gerade weil er so intelligent und friedfertig ist. Andererseits kann es aber auch ganz schön schwierig sein, einem solchen Hund zu etwas zu bewegen, was er nicht will. Er kann nämlich auch recht stur und beharrlich sein. Und weil seine Größe und sein Gewicht es schwer machen, ihn zu „dirigieren“, ist eine gute Erziehung unverzichtbar, will man mit ihm in jeder Situation gut zurechtkommen. Neufundländer sind sehr gut in die Familie zu integrieren und haben einen starken Beschützer-Instinkt. Weil sie aber in keiner Weise aggressiv sind, wirkt sich das nicht negativ auf das Verhältnis zu ihren Menschen aus. Wer sich für einen Neufundländer entscheidet, muss wissen, dass der Hund viel Platz und Bewegung braucht. Er sollte schon in ein Haus mit Grundstück kommen und Freilauf in Hof und Garten haben. Für den Zwinger eignet er sich nicht, ebenso wenig für die enge Stadtwohnung. Wenn er daran gewöhnt ist, bleibt der Neufundländer allerdings recht gerne auch über Nacht in einer gemütlichen Hundebehausung im Garten, wo er sich wie in einer Bärenhöhle sicher fühlen kann.

Im Umgang mit Familie & Kindern

Die Reizschwelle eines Neufundländers liegt sehr hoch. Der geduldige Riese ist kaum aus seiner Ruhe zu bringen. Das macht ihn zu einem Hund, der sich für Haushalte mit Kindern sehr gut eignet. Er wird sie beschützen und alle kindlichen Spiele wohlwollend
mitmachen, ohne jemals auszuflippen.

Im Umgang mit Fremden

Auch fremden Menschen gegenüber ist der Neufundländer niemals aggressiv, manchmal eher zu freundlich. Obwohl er ein guter Wachhund sein kann und „Eindringlinge“ meldet, haben sie nichts von ihm zu befürchten. Es gibt jedoch Exemplare, die den Trick draufhaben, Fremde aber auch Bekannte, die in ihr Revier kommen, einfach mal kurz unter sich zu begraben. Diese Art der Begrüßung sollte natürlich von Anfang an strikt unterbunden werden, um inbesondere bei älteren Personen keine gefährlichen Situationen heraufzubeschwören.

Im Umgang mit anderen Hunden

Mit anderen Hunden verhält sich der Neufundländer geradezu vorbildlich. Er zerrt nicht hin und bellt sie nicht an sondern beschnuppert sie höchstens mal interessiert, wenn sie ihm nett erscheinen. Auffällige, böse und extrem reagierende Hunde werden von dem sanften Riesen ganz einfach ignoriert. Neufundländer bellen auch nur sehr wenig, allerdings neigen etliche dazu, leicht zu sabbern.

Im Umgang mit anderen Haustieren

Auch das Verhältnis der Neufundländer zu anderen Haustieren wie Katzen oder Vögeln ist sehr gut. Vielleicht rennen sie nur so zum Spaß auch mal ein paar Meter hinter der Hauskatze her, aber nur, um freundlich mit ihr zu spielen.

Bewegungsdrang

Lauffreudige sportliche Hunde sind die Neufundländer wirklich nicht, dazu sind sie zu groß, zu schwer und zu behäbig. Sie eignen sich auch nicht für schnellere Hundesportarten und nur sehr bedingt zum Rennen am Fahrrad. Selbst straffe Spaziergänge mögen viele von ihnen nicht. Aber mit Herrchen oder Frauchen gemütlich durch Wald und Feld streifen, das mögen sie schon. Außerdem lieben sie Wasser über alles, kein Wunder bei ihrer Herkunft. Wer seinen Neufundländer liebt, sollte ihm deshalb möglichst oft Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad und einer Schwimmrunde geben.
Senden Sie uns gerne ihre Bilder zu: redaktion@grosse-hunderassen.de 

Der Jagdtrieb

Jagdtrieb hat diese Hunderasse überhaupt nicht, Man man kann einen Neufundländer an dafür geeigneten Stellen sehr gut ableinen und auch abrufen. Er neigt auch nicht dazu, sein Zuhause für einen „kleinen Spaziergang“ zu verlassen, sobald einmal eine Tür offen steht. Ihm liegt daran, in der Nähe der menschlichen Sippe in seinem Revier zu bleiben.

Optik und Fell

Neufundländer sind eine sehr große und massige Hunderasse. Rüden werden um die 70 Kilogramm schwer und erreichen mehr als 70 cm Schulterhöhe. Der Körperbau ist athletisch und muskulös, der Kopf groß und breit, der Fang fast viereckig und der Stop deutlich. Die Ohren sind relativ klein und hängend. Von der Farbe her ist ein reinrassiger Neufundländer entweder pechschwarz oder braun. Manche Tiere haben weiße Abzeichen an der Brust, der Schwanzspitze und den Pfoten. Diese sind auffällig groß und katzenartig und haben eine Art Schwimmhäute zwischen den Zehen. Das Fell des Neufundländers ist mittellang, glatt anliegend und sehr dicht, am Kopf eher kurz. Die Läufe sind befedert, die Rute lang und buschig.

Weil der Neufundländer zu den so genannten Wasserhunden zählt, ist sein Pelz ölig und wasserabweisend. Er ist von der Natur aus an das kalte Klima seiner nördlichen Heimat angepasst und schwitzt deshalb in unseren Sommern ganz erheblich. Deshalb ist es so wichtig, ihm schattige Plätze und möglichst kühle Plätze anzubieten und ihn oft ins Wasser zu lassen, damit er sich abkühlen kann. Aufgrund seiner Optik wird der Neufi häufig auch als großer Bär bezeichnet.

Pflege und Haltung

Durch das dichte Fell mit der starken Unterwolle ist die Fellpflege bei einem Neufundländer recht aufwändig. Er muss regelmäßig gekämmt und gebürstet werden. Dadurch wird zum einen die Haut gut durchblutet und zum anderen werden Schmutz, Fellreste, Kletten und ähnliches effektiv entfernt. Besonders wichtig ist das Ausbürsten beim zweimal jährlichen Fellwechsel. Baden sollte man den Neufundländer möglichst nicht. Zum einen geht er ja ohnehin oft genug ins Wasser und zum anderen würden Shampoos den natürlichen Fettmantel des Felles beschädigen.

Wenn also überhaupt einmal ein Pflegebad nötig wird, weil sich zum Beispiel der Hund in irgend etwas Übelriechendem gewälzt hat, dann sollte unbedingt ein rückfettendes Pflege-Shampoo verwendet werden.

Erziehung

Bei der Erziehung eines Neufundländers sollte in erster Linie mit Lob, Belohnung und Bestätigung gearbeitet werden. Auf harrsche Befehle oder gar Anschreien reagieren die sanften Riesen nämlich oft sehr sensibel und verweigern dann auch mal die freiwillige Zusammenarbeit, die sie sonst so auszeichnet. Bereits Welpen sollten frühzeitig an Besuchen der Hundeschule teilnehmen, um eine möglichst frühe Sozialisation zu erzielen.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten

Wie viele große und schwere Hunderassen leiden Neufundländer häufig an angeborener oder erworbener Dysplasie der Ellenbogen und Hüftgelenke und bekommen dann oft schmerzhafte Arthrosen. Auch Herzerkrankungen kommen relativ oft vor. Sie sind meist durch einen angeborenen Taurinmangel bedingt. Die durchschnittliche Lebenserwartung des Neufundländers beträgt je nach angewandter Studie zwischen 7 und 9 Jahren, einige werden aber auch wesentlich älter. Gerade in der Wachstumsphase, die bei den großen Hunderassen mehrere Jahre andauert, ist eine optimale Zusammensetzung des Futters ganz wichtig, damit es weder zur Unter- noch zur Überversorgung mit den wichtigen Nährstoffen kommt. Hier ist professioneller Rat sehr wichtig.

Unterschied Neufundländer und Landseer

Eine häufig auftauchende Frage betrifft einen Hund, der dem Neufundländer sehr ähnlich ist, die Rede ist vom Landseer. Ist das überhaupt eine eigene Rasse oder handelt es sich dabei nur um einen schwarz-weißen Neufundländer?

Fakt ist, dass die noch recht junge Hunderasse Landseer vom Neufundländer abstammt. Schon immer kamen auch in der Rasse Neufundländer schwarz-weiße Tiere vor, einige von ihnen hielt der berühmte englische Tiermaler Edwin Landseer Mitte des 19.Jahrhunderts auf Bildern fest. So kamen die Tiere zu ihren Namen. Ende des 18.Jahrhunderts begann unter Neufundländer-Züchtern ein lang andauernder Streit über den Standard der Rasse, der in den Beschluss gipfelte, die schwarz-weißen Tiere nach und nach mit den braunen und schwarzen zu verschmelzen, was praktisch das das Verschwinden dieser Fellfarbe bedeutet hätte.

Um das zu verhindern, holten Anfang des 20.Jahrhunderts deutsche und schweizerische Züchter ein paar reinrassige schwarz-weiße Neufundländer aus England und kreuzten sie mit dominant weißen Hunden der Rassen Kuvacz und Pyrenäen Berghund. So entstand die neue Rasse.

Heute unterscheiden sich Neufundländer und Landseer außer in der Farbe auch im Körperbau. Der letztere ist in der Regel noch größer als der Neufundländer, aber zarter gebaut und beweglicher und hat einen schmaleren Kopf mit längerer Schnauze.

Häufige Fragen

Was kostet ein Neufundländer Welpe beim Züchter?

Die Anschaffungskosten für einen Neufundländer liegen bei mindestens 1.200 Euro bis 1.400 €. Auch die relativ hohen Futter-und Tierarztkosten sollten mit einkalkuliert werden und im Laufe der Jahre macht ein so großes Tier auch einiges kaputt. Aber letztlich ist der tolle Neufundländer für seine Familie ganz bestimmt jeden Cent wert. Beim Neufi Züchter kann man sich bereits im Vorfeld nach einem geplanten Wurf erkundigen.

Video & weitere Bilder

Zusammenfassung

Komprimiertes Wissen
  • Optisch dem Landseer sehr ähnlich
  • Sehr hohe Reizschwelle macht ihn zu einem tollen Familienhund
  • Erfordert viel Fellpflege
  • Der Neufi erinnert vom Aussehen her etwas einem Bär

Neufundländer in Not

Der Neufundländer liefert seiner Familie in den seltensten Fällen einen Grund zur Abgabe. Und dennoch finden sich in Tierheimen auch Neufundländer wieder. Häufig liegen die Gründe für die Abgabe beim Halter oder den eigenen Umständen. Jobwechsel, Wohnortwechsel, Schicksalsschläge und Trennung der Lebensgemeinschaft sind wie so oft die Ursache. Wer sich für einen Neufundländer in Not interessiert, findet viele Info- und Hilfeseiten im Internet, beim adkn oder beim örtlichen Tierschutzverein.

Weitere Ansprechpartner

Der Verein Allgemeiner Deutscher Klub für Neufundländer e.V. ( adkn )bietet ebenfalls weiterführende Informationen. Hier sind ebenfalls viele Züchter hinterlegt, so dass man sich gut nach einem aktuelle Wurf junger Welpen erkundigen kann.

Über Daniel 276 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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