Leitfaden Impfempfehlung

Eine wirkliche Impfvorschrift oder einen direkten Leitfaden für Hunde gibt es hier in Deutschland nicht. Man kann nur Empfehlungen einholen und der Tierarzt Deines Vertrauens wird Dir ganz sicher auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die meisten Hundeeltern lassen die Fellkinder einmal pro Jahr voll durchimpfen, um auf Nummer sicher zu gehen. Doch Überimpfen kann Gesundheitsschäden hinterlassen. Die allgemeinen und wirklich notwendigen Empfehlungen findest Du nun im folgenden Text zusammengetragen.

Wenn der Welpe einzieht…

Selbstverständlich benötigt Deine Fellnase einen ordentlichen Impfstatus. Wenn DU Deinen Liebling von einem seriösen Züchter hast, wird ein aktueller Impfpass vorliegen, mit dem er bei Dir einzieht und worin schriftlich samt Datum festgehalten worden ist, welche Immunisierung bereits vorhanden ist.

Um sogleich eine kontroverse Diskussion hier zu vermeiden, stelle ich gern klar: Selbstverständlich muss jeder Hundehalter selbst wissen, wie er mit dem Thema der Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen umgeht. Es gibt ganz klare Gegner, die aus moralisch-heilkundlichen Gründen keine Impfungen einholen und solche, die das partout verfechten und jährlich impfen lassen. Und – traurigerweise – gibt es auch die Art der Hundehalter, die aus Kostengründen oder Schludrigkeit den Impfempfehlungen nicht nachkommen.

Das ist jedermanns gutes Recht, denn es gibt keine Impfpflicht. Doch die Empfehlungen hierfür sind deutlich und klar zusammenfassbar. Ein Welpe kommt mit einem EU-Pass in sein neues Zuhause. Liegt kein Impfpass vor, ist offiziell nicht geimpft worden! Das gilt übrigens nicht nur beim Hund, sondern auch beim Menschen – der Impfpass muss vorliegen, sonst wird im Zweifel abermals geimpft. Gerade bei Patienten, die einen Unfall hatten und deren Impfpass irgendwo Daheim liegt, wird augenblicklich eine Tetanus-Impfung erneut verabreicht. Sollte Dein Hund also ohne Impfpass bei Dir ankommen oder Du beispielsweise einen älteren Hund aufnehmen, dessen EU-Impfpass „Abhanden“ kam, lass ihn bitte komplett durchimpfen. Es ist zum Besten Deines Lieblings.

Beim Welpen wäre eine sinnhafte Impfempfehlung, in der 8. Bis 10. Lebenswoche gegen Hepatitis, Staupe und Parvovirose zu impfen, die 4 Wochen später Plus den Impfstoff gegen Leptospirose aufgefrischt wird, um danach im 3. Lebensmonat auch gegen Leptospirose aufzufrischen. Dabei kann dann auch gleich mit dem Tollwutimpfstoff begonnen werden, was aber auch im 6. Lebensmonat ginge. Damit ist ein sinnvoller Grundstein in der Immunisierung gelegt und ein umfassender Schutz gewährleistet, ohne gegen Bagetellkrankheit mitgeimpft zu haben oder gegen ganz seltene Erkrankungen prophylaktisch vorgegangen zu sein. In dreijährigem Abstand sollte gegen Tollwut aufgefrischt werden. Auch gegen Borreliose kann geimpft werden, wenn Dein Hund beispielsweise im südlichen Deutschland durch die Felder schnüffelt. Schonend impfen lautet hier die Devise.

Insgesamt betrachtet genügt es also laut Impfstoffherstellern ein dreijähriges Impfintervall. Nebenwirkungen, wie Unverträglichkeiten, sind nie ausgeschlossen und nicht absehbar. Da reagiert jeder Hund unterschiedlich, so wie es sich ebenso beim Menschen verhält und Allergien einhergehen können nach Impfungen. Sollte es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen, werden sich diese binnen der ersten beiden Tage nach der verabreichten Impfung zeigen und vergehen zumeist von allein wieder. Im Zweifelsfall solltest Du mit Deinem Liebling selbstverständlich den Tierarzt aufsuchen.

Nebenwirkungen können sein: Augenjucken und geschwollene Lider, eine geschwollene Schnauze und vermehrte Tränenproduktion. Fieber kann eingehen und durchaus auch mal für einen Tag Verdauungsbeschwerden.

Was das Überimpfen betrifft gehen die Meinungen eklatant auseinander. Generell, so sagt das rein schulmedizinische Gesundheitswesen, kann man nicht überimpfen. In einen Infekt hinein impft man nicht. Einige Studien besagen, dass es durch zu viele Impfungen zu Allergien, Diabetes und Immunschwächen kommen kann.

Wichtige Quintessenz lautet also: So schonend wie möglich, so viel wie nötig!

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Über Daniel 322 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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