Der Hund stirbt – Abschied nehmen

hund gestorben

In der Regel überleben Menschen ihre Hunde. Wir haben uns im letzten Monat in tiefer Trauer von unserem geliebten Vierbeiner und Familienmitglied Oscar trennen müssen, da er seinen Weg über die Regenbogenbrücke angetreten hat. Nach einer gewissen Zeit der Trauer möchte ich euch meine Überlegungen und Erfahrungen über den Umgang mit dem Tod des eigenen Hundes schildern. Am Ende erfährst du noch, wie wir unsere Erinnerungen an unseren Hund konservieren.

Vorzeichen erkennen

Unser geliebter Hund, Bordeauxdogge Oscar, hatte bereits seit dem sechsten Lebensjahr Krebs. War die erste Operation noch sehr erfolgreich wurde uns ca. zwei Jahre später mitgeteilt, dass das Herz nun ebenfalls vom Krebs heimgesucht und nicht operabel war. Die Lebenserwartung betrug nun nur noch ein Jahr.

Diese Gewissheit vor dem Unausweichlichen hat mir geholfen, mich frühzeitig mit dem Thema auseinander zu setzen und mir Gedanken dazu zu machen. Mir ist natürlich beim Schreiben dieser Zeilen bewusst, dass der Tod auch viel plötzlicher eintreten kann.

Als Konsequenz daraus kann ich für mich sagen, dass ich die verbliebene Zeit mit unserem Hund noch intensiver genossen habe und bei seinem Verhalten nachsichtiger war. Aus einem strengen „Oscar hier“ wurde ein geduldigeres „Oscar hier“, wenn er beim Spaziergang schonmal etwas gebummelt und die Welt um sich herum vergessen hat.

Den Hund einschläfern oder sterben lassen

Eine häufig gestellte Frage lautet „Kann der Hund zuhause einfach sanft einschlafen oder muss der Tierarzt den Hund einschläfern.

Die Vorstellung, dass der Hund sanft und friedlich zuhause einschläft haben fast alle Hundebesitzer. Und doch ist es nur wenigen Hunden vergönnt, im Kreise der Familie aus dem Leben zu scheiden. Wahrscheinlicher ist, dass der Hund aufgrund von Krankheit oder körperlichen Gebrechen vom Tierarzt erlöst werden soll.

In unserem Falle hat insbesondere meine Frau bis zur letzten Minute für das Tier gekämpft und Wege gesucht, die Krankheit nochmal zurückzuschlagen. Allerdings bekamen wir ca. eine Woche vor dem Tod unseres Hundes die Mitteilung, dass sich der Herztumor seit der letzten Untersuchung vervierfacht hatte und unser Familienmitglied den Sommer 2019 nicht mehr wird erleben dürfen.

Seit der finalen Diagnose ging es mit Oscar fast täglich sichtbar bergab, der Zustand verschlechterte sich zusehends. Ein letzter Versuch der Futterumstellung, ein kleiner medizinischer Eingriff und eine Tablettenumstellung brachten keine Verbesserung.

Und an der Stelle ist der umsorgte Hundebesitzer gefragt und gefordert, den Zustand seines geliebten Tieres richtig einzuschätzen und den Gang zum Tierarzt anzutreten. In unserem Falle machte Oscar freitags keine Anstalten mehr, normal zu essen. Am folgenden Samstag bewegte er sich kaum noch aus seinem Körbchen. Wir hatten noch einen Rest Hoffnung, dass die Medikamente vielleicht einfach nur noch einen Tag bräuchten um ihre Wirkung zu entfalten. Aber auch sonntags ging es Oscar sehr, sehr schlecht, er lag nur im Korb und nahm weder Nahrung noch Wasser zu sich. Wir fassten schweren Herzens den Entschluss, ihn am Montag zum Tierarzt zu bringen bzw. einen Tierarzt nach Hause zu rufen. Oscar mochte Besuche in Tierarztpraxen und Kliniken nie, daher wollten wir nicht, dass sein Leben an einem solchen Ort endet.

Der Hund stirbt in unseren Armen

Als wenn Oscar mitbekommen hatte, dass Frauchen „ihn freigegeben hat“ verstarb er in unseren Armen in der Nacht von Sonntag auf Montag. Der Sterbe-Prozess setze nachts gegen 5 Uhr morgens ein. Er lag in seinem Körbchen im Schlafzimmer und ließ von sich, was er in zehn Jahren nicht ein einziges Mal vorher machte. Mitten in der Nacht hatten wir die Situation noch nicht voll begriffen und das Körbchen pflichtbewusst sauber gemacht und weiter geschlafen.

Gegen halb 8 morgens dann rief mich meine Frau mit den Worten „Ich glaube, Oscar stirbt“.

Wir legten uns beide neben Oscar, streichelten ihn und erzählten ihm noch von den vielen wunderbaren, gemeinsamen Tagen. Auch sagten wir ihm, dass wir uns ganz sicher sind, dass wir uns wiedersehen und er uns schon mal einen Platz freihalten sollte und die Zeit bis dahin mit Schwimmen und im Garten stöbern bestimmt gut ohne uns rumkriegt. Wir haben uns bei ihm für die wundervollen Jahre bedankt während er seinen letzten Atemzug machte.

Danach kam die Leere

Ich bin mir sicher, dass dieser Moment von allen Menschen gänzlich unterschiedlich empfunden wird. So mischte sich bei mir neben der tiefen Trauer sogar etwas Erleichterung hinzu, dass Oscar es „hinter sich gebracht“ hat und er – so mein Eindruck – nicht Leiden musste. Auch war ich sehr dankbar, dass wir keinen Tierarzt bestellen mussten da er uns diese Entscheidung abnahm.

Und doch sind die ersten Minuten und Stunden etwas surreal an uns vorbeigezogen. Wir standen kurz vor dem Umzug in unser neues Heim und so beschloss ich für Oscar ein Grab auszuheben.

Was passiert mit dem Körper des Hundes?

Als Hundehalter stehen dir verschiedene Optionen zur Verfügung, die ich Dir ebenfalls vorstellen möchte.

Den Hund zuhause beerdigen

Darf man das, den Hund zuhause beerdigen? – Ja das darfst du. Die Vorschriften, die der Gesetzgeber dazu macht sind recht gering (siehe auch Verordnung Nr. 1774/2002 Abs. 24). Eine Genehmigung ist nicht erforderlich, sofern das Tier nicht an einer meldepflichtigen Krankheit gelitten hat. Wenn das Grundstück sich jedoch in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet befindet ist die Bestattung dort untersagt. Vielleicht hat man als Alternative verständnisvolle Eltern oder Angehörige, die einem die Bestattung im eigenen Garten gestatten.

Eine weitere Beschränkung gibt es beim Abstand zu öffentlichen Wegen. Dieser sollte mindestens 2 Meter betragen.

Das Grab sollte so ausgehoben werden, dass der Kadaver mindestens 50 cm von Erde bedeckt wird. Nur so kannst du sicherstellen, dass keine anderen Tiere deinen Hund wieder ausgraben.

Wenn Du zur Miete wohnst benötigst du überdies das Einverständnis des Vermieters um deinen Hund auf dem fremden Grundstück begraben zu können.

Mit einem Spaten ausgestattet hob ich vormittags also das Grab für unseren jüngst verstorbenen Hund aus. Hilfe seitens der Schwiegereltern habe ich abgelehnt, das war für mich ein sehr persönlicher Moment, den ich gerne alleine mit meinen Gedanken verbringen wollte. Nach ca. zwei Stunden war das Grab geräumig und tief genug ausgehoben. Gegen Nachmittag trug ich den mittlerweile steifen Körper in eine Decke eingewickelt zu seinem Grab.

Eigenen Hund im Garten beerdigen - Zu sehen ist das Loch
Das Grab sollte so dimensioniert sein, dass der Körper mind. 50 cm von Erde bedeckt wird.

Die Schwiegereltern und wir haben uns dann gemeinsam am Grab versammelt und eine kleine Beerdigung abgehalten. Jeder hatte noch ein paar liebe Dinge, die wir unserem Hund auf seinem letzten Weg mitgeben wollten. So bekam er noch seinen liebsten Knochen, ein Packung Camembert und Tulpen mit in sein Grab gelegt. Eine liebe Freundin hat einen Stein mit seinem Namen beschriftet und bemalt, den wir jetzt als Grabstein nutzen.

Hund im Garten begraben
Unser Hund hat sonnige Plätze geliebt. Daher ist das Grab auch an einem Sonnenplatz gelegen.

Wer jedoch keine Möglichkeit hat oder das eigene Tier nicht im Garten beerdigen möchte, für den möchte ich hier die Alternativen kurz vorstellen.

Der Tierfriedhof

In Deutschland gibt es gut 50 Friedhöfe für Tiere. Diese Bestattungsform ist in Deutschland noch recht jung und erst seit 2015 eingeführt. Menschen können hier die Urne ihres Tieres oder den in ein Tuch eingewickelten Leichnam begraben. Zur Wahl stehen Einzelgräber, Sammelgräber und sogar die Möglichkeit, später neben seinem Tier beerdigt zu werden. Letzteres ist auf Mensch-Tier-Friedhöfen möglich. Natürlich gibt es längst auch Tiersärge im Internet zu bestellen. Beim Tierarzt kann man sich nach dem nächstgelegenen Tierfriedhof erkundigen, alternativ sucht man im Internet selbst.

Das Krematorium

Im Krematorium für Tiere kann man seinen Hund auch einäschern lassen. Dabei stehen meist zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Bei der teureren Variante wird das Tier alleine eingeäschert, bei der preiswerteren Variante wird das Tier zusammen mit anderen Tieren in einer Sammeleinäscherung verbrannt. Bei der Einzeleinäscherung darf man die Asche in einer Urne mit nach Hause nehmen, bei der Sammeleinäscherung kommt die Asche in ein Sammelgrab.

Die Asche zu einem Diamanten pressen lassen

Wer sich für die Einäscherung seines Haustieres entscheidet, kann sich aus der hinterbliebenen Asche einen Diamanten pressen lassen. Die Kosten dafür betragen ca. 1.500 €.

Beim Tierarzt lassen

Man kann seinen verstorbenen Hund auch beim Tierarzt lassen. Gegen Gebühr wird der Kadaver dann in eine sogenannte öffentliche Beseitigungsanlage gebracht und weiterverarbeitet. Wenn der Geldbeutel und die Gegebenheiten keine andere Möglichkeit zulassen ist dies zwar ein sehr würdeloser aber gangbare Möglichkeit.

Im Wald vergraben

Die einzige Option, die keine ist. Den verstorbenen Hund im Wald vergraben. Hiervon kann nur dringend abgeraten werden. Es ist streng verboten, sein Haustier im Wald zu vergraben und es drohen Strafen / Geldbußen bis 20.000 €. Wer sein Tier bestatten möchte, aber kein passendes Grundstück hat, dem steht der Tierfriedhof (siehe oben) zur Verfügung.

Mit der Trauer umgehen

Wie oben erwähnt ist Trauer eine sehr persönliche Angelegenheit mit der jeder Mensch anders umgeht. Bei mir hat die unmittelbare Trauer ca. 3 bis 4 Tage angehalten. An diesen Tagen schossen mir immer wieder mal die Tränen beim Gedanken an die gemeinsame Zeit und den Verlust in die Augen. Bei meiner Frau hingegen sitzen der Schmerz und die Trauer viel tiefer und auch nach mehreren Wochen kann ein einziger kleiner Gedanke an Oscar großen Schmerz und Traurigkeit auslösen.

Mir hat stets geholfen, dass unser Hund bei uns ein traumhaftes Leben mit bester Versorgung erfahren hat. Viel Zuneigung, immer genug hochwertiges Futter, regelmäßige Spaziergänge und eine erstklassige medizinische Versorgung können wir uns auf die Fahnen schreiben. Für einen großen Hund ist Oscar mit zehneinhalb Jahren überdies recht alt geworden. Insbesondere wenn man bedenkt, dass er davon fast vier Jahre mit einem Krebsleiden verbrachte. Meiner Frau jedoch halfen meine Gedanken nicht, für sie überwiegt der Verlust unseres Freundes.

Hier kann Zuhören und vor allem Zulassen helfen. Ich bin im Trösten leider nicht mit den ganz feinfühligen Antennen beschlagen aber dennoch versuche ich durch Gesten, Zuhören und Austausch den Schmerz ein wenig zu lindern.

Verständnis ist hier das Beste was man als Außenstehender entgegenbringen kann. Menschen, die ohne tiefe Bindung zu einem Tier / Hund leben können es häufig nicht wirklich nachempfinden und sind schnell mit wenig hilfreichen Kommentaren zur Seite.

Da jedem Menschen etwas anderes hilft, um mit der Situation besser zurecht zu kommen möchte ich hier lediglich in Stichpunkten ein paar Anregungen liefern. Vielleicht ist auch für dich ein passender Impuls dabei.

  • Schreibe deine Gedanken in Geschichten und Gedichten nieder
  • Besuche alte Freunde, von denen du lange nichts gehört hast
  • Besuche gute Freunde auf eine Tasse Kaffee
  • Entdecke das Umland noch mal neu für dich
  • Fange ein Projekt an, ganz gleich ob Basteln oder Heimwerken
  • Sport kann helfen, den Kopf freizubekommen – Radfahren, Joggen oder mal Tretroller fahren probieren
  • Engagiere dich im Tierheim oder im Tierschutz und hilf anderen Lebewesen die dich jetzt brauchen

Wir haben noch unseren Zweithund Bruno. Daher kam für uns nicht in Frage, über einen Ersatz nachzudenken. Auch Hund Bruno trauert und wir wollten für uns erstmal schauen wie wir ohne unseren geliebten Freund zurecht kommen. Solange der Schmerz über den Verlust überwiegt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man einem neuen Wegbegleiter gerecht wird. Mit ein wenig Abstand werden wir erneut darüber nachdenken.

Erinnerungen an den Hund festhalten

Eine große Angst die bei uns mitschwingt war, dass man die vielen tollen Momente mit dem eigenen Hund vergisst. Zu schnell hat einen der Alltag wieder und Erinnerungen verblassen. Glücklicherweise ist in Zeiten der Fotohandys und Digitalkameras oft umfangreiches Material vorhanden um sich die Erinnerungen beizubehalten. Aber auf der Festplatte oder im Handyspeicher sind die Daten nicht gut aufgehoben. Daher möchte ich dir zwei Anregungen bieten, von denen Du eine bestimmt kennst und eine andere vielleicht auch für dich eine wahnsinnig tolle Idee ist.

Das Fotoalbum mit den schönsten Erinnerungen

Erstelle Dir ein Fotoalbum mit den schönsten Erinnerungen deines Hundes. Es gibt zahlreiche Anbieter auf die Du zweck Erstellung zurückgreifen kannst. Die Software, die man zur Erstellung benötigt ist bei vielen Anbietern wirklich kinderleicht zu bedienen und das Ergebnis auch ohne Vorkenntnisse mehr als zufriedenstellend.

Ein Fotomosaik

Die für mich aktuell schönste Form der Erinnerung ist ein Fotomosaik. Dabei kannst Du nahezu alle deine liebsten Bilder des Hundes an den Anbieter senden und wählst ein Hauptmotiv aus. Mittels einer Software wird das Hauptmotiv dann aus den anderen Bildern erstellt, so dass ALLE ERINNERUNGSFOTOS auf einem Gesamtkunstwerk erhalten sind. Wichtig. Bei meinen Recherchen bin ich auf lediglich zwei Anbieter gestoßen, bei denen ich selbst bestellen würde!

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Woran Du dich nach dem Tod deines Hundes kümmern musst

Wenn dein Hund gestorben ist und du wieder einen klaren Kopf hast dann gibt es noch ein paar Dinge um die du dich kümmern musst. Zunächst einmal solltest Du den Hund bei der Stadt abmelden. Wenn Du eine Bescheinigung vom Tierarzt bekommst ist diese für die Behörden in aller Regel ausreichend. Ist dein Hund verstorben und du hast darüber keinen offiziellen Nachweis (hatten wir auch nicht) dann kann die Stadtverwaltung unter Umständen eine eidesstattliche Erklärung von dir einfordern. Sofern Du Mitgliedsbeiträge im Sportverein oder ähnliches entrichtest kannst du diese ggf. auch stoppen. Und ganz wichtig: Melde dein Hund bei allen Versicherungen ab. Mögliche Versicherungen wären: 

  • Hundehalterhaftpflicht
  • Hundekrankenversicherung
  • Hunde OP Versicherung
Über Daniel 295 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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