Zahnpflege beim Hund

Die Gesundheit der Zähne Deines Vierbeiners ist für Ihn überlebenswichtig. Sie dienen zum Fressen, zur Verteidigung und als Abschreckung. Du kannst Deinem Hund wohlmöglich schwere Erkrankungen ersparen, wenn Du ihn bei der Pflege seiner Kauleiste unterstützt. Zahnausfall und Infektionen gehören vermieden, ebenso wie Verdauungsstörungen aufgrund nicht ausreichend zerkleinerter Nahrung.

Symptome für ungesunde Zähne

Betrachte zunächst einmal das Gebiss und den Zahnstatus deines Lieblings. Optisch erkennst Du als Erstes die Farbe der Zähne. Gelbliche bis braune Ablagerungen und leuchtend rotes Zahnfleisch, Blutungen im Bereich des Zahnfleischs oder auffallend viel Speichelproduktion und schlecht riechender Atem deuten hin auf pathologische Veränderungen im Maul deines Vierbeiners. Hier besteht Handlungsbedarf. Bitte such mit Deinem Hund einen Tierarzt auf und bitte Ihn um Rat.

Mehr als die Hälfte der gemeldeten Hunde in Deutschland haben ab dem 4. -6. Lebensjahr Erkrankungen im Bereich der Zähne. Sicherlich liegt das auch darin begründet, dass inzwischen das im Handel angebotene Tierfutter deutlich nahrhafter ist, als das, was es früher einst gab. Und an den Zähnen klebende Nahrungsreste sind ein hervorragender Bakterienherd.

Das Zahnfleisch kann sich entzünden und sogar ablösen, letztendlich gibt es also Parodontose hier ebenso wie beim Menschen. Übelriechender Geruch aus dem Maul Deines Hundes könnte zwar auch ein Hinweis auf ein Magenproblem sein, liegt aber doch meist im Zahnstatus begründet und kann ein Hinweis auf Fäulnisprozesse sein.

Weiterhin kann aus Parodontose ein echter Hohlraum am Zahn entstehen, indem sich noch mehr Bakterien festsetzen und damit bis in den Kiefer wandern können. Entzündliche Prozesse insgesamt machen jedem Organismus zu schaffen und somit kann Dein Hund auch andere Symptome aufweisen wie Abgeschlagenheit, Lethargie und Appetitlosigkeit.

An den angegriffenen Zähnen entsteht oft ein harter, gelber Belag. In diesem Fall hat Dein Hund mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Zahnstein, der die Entzündung weiterhin aufrechterhält und somit fortschreitend schadet.
Von Zahnstein kann Dein Vierbeiner befreit werden, allerdings in Narkose mittels eines Ultraschallgerätes, Politur und Fluorid, um der Entzündung entgegen zu streben, die nämlich in schlimmen Fällen auch in die Blutbahn Deines Hundes eindringen und als Endkonsequenz innere Organe schädigen kann. Zum Putzen ist es also an dieser Stelle bereits zu spät.

Oftmals leiden Hunde im Stillen. Beobachte dein Tier genau. Bei großen Schmerzen schieben Hunde manchmal ihren Kopf über den Boden, fressen weniger und kauen vorsichtig.

Karies kommt bei Hunden eher selten vor, häufig ist dass der erste Backenzahn des Oberkiefers erkrankt. Wenn dem so ist, schau dir denselben Zahn auf der gegenüberliegenden Seite an, denn meist ist dieser Zahn auch betroffen. Erblich weist der Scotch Terrier Karies auf und Dispositionsbedingt (also evolutionär bedingt) der Border Collie, der Labrador und der Fox Terrier. Im Falle einer Karieserkrankung wird Dir dringend empfohlen, auch alle anderen Zähne genau zu inspizieren. Sollte es befallen Zähne geben, wird Dein Tierarzt den kariösen Zahn behandeln, indem er versiegelt wird und vermutlich zusätzlich fluoridiert wird, auch Kariesprophylaxe ist hier sicher sinnhaft.

Bei Zahnfleischwucherungen handelt es sich meist um gutartige Tumore, bei denen die Gewebeveränderungen vom Zahnfleischrand ausgehend fortschreiten. Große Probleme wird ein solcher Tumor Deinem Hund bereiten, wenn er sehr groß wird und/oder sich entzündet. Abgesehen von Zahnfehlstellungen die dadurch entstehen können, ist die Gefahr groß, dass Dein Hund sich mit den gegenüberliegenden Zähnen selbst verletzt. Meist bilden solche Wucherungen tiefe Zahnfleischtaschen, die idealen Platz für Bakterien und folglich Entzündungen bieten. Operativ kann Dein Tierarzt diese Wucherungen entfernen, aber häufig kommt es zu einem Rezidiv, sodass dann eine Extraktion des Nachbarzahnes in Betracht gezogen wird. Diesen Zahnverlust solltest Du in Kauf nehmen, um das überschüssige Gewebe endgültig und vollständig entfernen lassen zu können. Das entfernte Gewebe dieser Wucherungen wird in ein Labor eingeschickt und histologisch untersucht. In der Regel kannst Du nach 2-3 Wochen das Ergebnis erfragen. Das ist nicht unwichtig um zu wissen, ob das wuchernde Gewebe gut- oder bösartig gewesen ist. Genetisch bedingt neigen Boxer leider zu Zahnfleischwucherungen in der gesamten Maulhöhle, sodass nicht selten die Zähne vollkommen überwachsen und auch hier nur chirurgisch saniert werden kann.

Hygiene und Prophylaxe

Nicht viel anders, als mit Deinem eigenen Mund, solltest Du auch mit dem Maul Deines vierbeinigen Lieblings umgehen. Greif idealerweise zur Hundezahnbürste und Hundezahnpasta. Keinesfalls kannst Du normale Zahnpasta verwenden, denn diese schluckt Dein Tier ab und für ihn ist das giftig. Gut wäre, wenn Du ab dem Welpenalter an gleich mit dem Zähneputzen beginnst.

Wundermittel im Futter gegen Bakterien und Plaquebildung gibt es nicht, aber sicherlich schadet ein Kauknochen nicht.

Abschließend gibt es noch einen Tipp: Wenn Dein Hund eine operative Zahnsanierung bekommen muss und sowieso schon in einer Narkose befindlich ist, dann denke doch auch bitte gleich daran, dass der Tierarzt vielleicht auch gleich die Wolfskrallen kürzt, falls es notwendig ist.

Und der Vorgang des Zähneputzens erleichtert Dir und Deinem Hund im Notfall so Einiges. Sollte er beispielsweise irgendwann einen Fremdkörper verschlucken, den Du schnell entfernen musst ist es absolut von Vorteil, wenn Dein Hund es bereits kennt, dass Du ihm in sein Maul greifst.

Im Rahmen meiner Recherche stieß ich auf Quellen, die das Zähneputzen bei Hunden mit einer elektrischen Zahnbürste empfehlen, weil der rotierende Bürstenkopf schnell putzt und Dein Tier entsprechend weniger lange stillhalten muss. Allerdings habe ich das zugegebenermaßen noch nie ausprobiert, wir hatten eine abgewinkelte Hundezahnbürste, die beidseitig mit Borsten ausgestattet war und womit ich dem Hund eher spielend die Zähne reinigen konnte. Allerdings war diese Zahnbürste dann auch nach der ersten Benutzung zerlegt. Doch bei den Hunden, deren Zähne elektrisch gepflegt werden, sollte dieser Vorgang eher wie eine Schmusephase anmuten.

Fakt ist letztendlich, dass es wichtig ist, dass ein operativer Eingriff möglichst vermieden wird und das Tier schmerzfrei futtern kann und damit ein langes und zufriedenes Leben mit Dir erleben darf.

Foto © blumenkind – Fotolia.com

Über Daniel 311 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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