Staubsaugerangst

Einige Hundebesitzer verzweifeln schier: Sobald es an den Hausputz geht, muss umfangreich geplant werden. Nicht, dass der geliebte Vierbeiner einem vor den Füßen rumsteht oder beim Fensterputz stört – nein. Sondern der größte Feind ist der Staubsauger. Das Geräusch macht vielen Hunden Angst, was es dem Halter schwer macht, einfach „mal schnell“ die Wohnung zu saugen. Was tun? Den Hund wegsperren? Einen Bekannten fragen, ob er eben mit ihm oder ihr spazieren gehen kann? Oder wischen statt saugen? Es gibt so einige Ausweichmanöver, aber letztendlich will man das Problem, nicht zuletzt zum Wohle des Tieres, aus der Welt schaffen. Die Reaktionen variieren zwischen dem Einklemmen der Rute (ein deutliches Zeichen für aufrichtige Angst), das Abducken des Kopfes, bis hin zum verlieren einiger Tröpfchen Urins. Oft reicht bereits der schlichte Anblick des Staubsaugers und bei seinem Geräusch ist es dann ganz vorbei. Um Deinen Liebling nicht weiter zu stressen und Dir zu ermöglichen, dennoch entspannt und in Ruhe dem Frühjahrsputz nachgehen zu können, habe ich mich heute mit der Problemlösung für Dich befasst.

Woher kommt diese Angst?

Der Staubsauger ist zunächst einmal ein ziemlich großes Gerät. Außerdem ist es oft nicht im täglichem Gebrauch bzw. nicht regelmäßig genug, sodass man sich daran gut gewöhnen könnte. Und: Es macht Krach! Dass Hunde das nicht mögen, ist klar. Denn ihr Gehör ist deutlich empfindlicher, als das Menschliche. Außerdem klingt ein Staubsauger – für uns Menschen – eben wie ein Sauger. Aber für Deinen Hund klingt er, wie ein großes, böses Raubtier. Und darüber hinaus bewegt sich der Staubsauger. In jede Ecke, ist wendig und schnell. Auch das trifft alles auf ein Raubtier zu. Hierbei geht es also darum, einen echten Urinstinkt zu überwinden und das teilweise schmerzhaft laute Geräusch zu tolerieren. Wieso das Geräusch teilweise schmerzhaft für Hunde ist? Nun, wie schon erwähnt, ist das menschliche Gehör ein völlig Anderes. Hunde können Frequenzen erfassen, die wir Menschen überhaupt nicht wahrnehmen. Daher gibt es auch jede Menge Hunde, die sich zu Silvester regelrecht quälen.

Woran Du erkennst, dass es sich um Angst handelt

Dein Hund flüchtet vielleicht direkt, sobald Du den Sauger aus der Besenkammer holst. Es ist ein eklatanter Unterschied, ob Dein Vierbeiner bereits Angst bekommt, wenn er das Gerät schon nur sieht oder aber erst dann, wenn Du den Saugen anstellst und das typische Geräusch ertönt. Du musst Deinem Hund beweisen, dass es sich um eine Alltagssituation handelt und nicht um einen natürlichen Feind. Solltest Du Dir kürzlich einen Welpen in die Familienmitte geholt haben, so gewöhne ihn von Anfang an den Ritus des Staubsaugens, sodass sich eine solch tiefsitzende Angst gar nicht erst entwickeln kann.

Wie bekomme ich das in den Griff?

Du kannst zunächst den gesunden Appetit Deines Vierbeiners nutzen: Also, als Belohnung für das Ertragen dieses elektrischen Ungetüms gibt es ein Leckerli. Außerdem würde ich empfehlen, zuerst den Staubsauger einfach mal 2 Tage mitten im Flur beispielsweise liegen zu lassen. Somit muss Dein Hund mehrfach am Tag an diesem Ungeheuer vorbei und wird irgendwann bemerken, dass das Gerät keinen Krach verursacht, wenn Du damit nicht arbeitest. Beschnuppern ist eindeutig erlaubt und sogar erwünscht! Danach kannst Du den Schwierigkeitsgrad steigern: Während des Staubsaugens legst Du den angeschalteten Staubsauger einfach mal ab und lockst Deinen Schatz mit einem Leckerli immer ein Stück näher an den Staubsauger heran. Am Ende sollte Dein Fellkind sogar direkt neben dem laufenden Gerät naschen, bis es am Ende vielleicht sogar möglich ist, dass er oder sie das Leckerli direkt vom laufenden Staubsauger frisst. Im Idealfall baust Du ein derart vertrautes Verhältnis auf, dass Dein Hund sich eventuell sogar von Dir das Fell absaugen lässt. Um weiter Mut zu vermitteln, kannst Du mit dem Sauger auch einfach mal im Beisein Deines Hundes zum Beispiel Deinen eigenen Arm absaugen. Zudem wäre es gut, wenn Du dann das Kommando „Fein!“ deutlich aussprichst und einen möglichst zufriedenen Eindruck hinterlässt. Also: Stimme ganz sanft, Gesichtsausdruck freundlich und Körperhaltung maximal entspannt. Klappt all das nicht, noch ein letzter Tipp: Es gibt inzwischen hundefreundliche Staubsauger. Hier wurde bei der Produktion die Frequenz der Saugergeräusche beachtet und angepasst an das Gehör der Hunde.

Foto © Igor Normann – Fotolia.com

Über Daniel 320 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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