Wie bestrafe ich richtig?

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Einen Welpen zum erwachsenen Hund adäquat zu erziehen, kann eine echte Nervenprobe sein. Letztendlich ist das alles ähnlich, wie beim Menschenkind: Das kleine Häufchen Hund kann noch nichts alleine, inklusive des Toilettengangs und braucht Hilfe, Konsequenz, Erziehung und liebevolle Fürsorge. Vor vielen Jahren noch galt ein Vierbeiner als Haus- und Hoftier, oft wurden durchaus fragwürdige Erziehungsmethoden an den Tag gelegt, aber damals war das eben normal. Heute wissen wir es besser. Zum Glück.

Allerdings hat auch das Nachteile: Wir neigen dazu, unsere Haustiere zu vermenschlichen. Dabei ist Hundeerziehung – eigentlich – ganz einfach. Man muss seinen Vierbeiner nur verstehen bzw. sich in ihn hineindenken können. Hat man die Grundlage verstanden, geht das alles wie von allein und ehe man sich versieht, ist der Hund stattlich, erwachsen und groß – und mit etwas Geschickt hoffentlich gut erzogen.

Über Erziehung, Kommandos und Befehle sprechen alle

Dass man seinen Hund belohnen soll und dass das Lob ganz wichtig ist, wird oft betont. Aber wie sieht es denn mit Bestrafungen aus?

Bis vor kurzem hörte ich, gruselig wie ich finde, sehr oft, dass Hundehalter empfehlen, den Welpen beispielsweise mit der Nase in sein eigenes Pfützchen zu drücken, wenn mal was Zuhause daneben ging. Oftmals sieht man leider auch noch freilaufende Hunde neben den Haltern herlaufen, aber die Rute ist stets eingeklemmt, die Ohren angelegt und das Haupt abgeduckt. Hierbei liegt die Vermutung nahe, dass es sicherlich das ein oder andere Mal einen Schlag mit der Leine gab.

Das alles mag ich weder sehen, noch hören. Schlagen und Gewalt gegen Tiere sind keine Strafen für misslungenes Lernverhalten, es sind schlichtweg Misshandlungen.

Und wie bestrafe einen Hund dann richtig?

Im Grunde genommen gar nicht, wenn Schläge und andere Misshandlungen als Strafe definiert sein sollten. Man straft maximal mit Ignoranz. Im Idealfall schenkt man der vermeintlich misslungenen Situation gar keine Beachtung. Jedenfalls nicht dem Hund gegenüber.

Sollte es sich beispielsweise um das klassische Unglückspfützchen in der Wohnung handeln, so gibt es dafür keine „Strafe“, im herkömmlichen Sinne. Vermutlich weiß Dein Hund schon gar nicht mehr, dass ihm das passiert ist. Eine Strafe wäre also hier vollkommen irritierend. Der Hund wird nun selbstverständlich nicht gerade auch noch gelobt, ohne Frage. Aber schimpfen setzt hier das verkehrte Signal. Hier denkt Dein Hund: „Oh, Herrchen oder Frauchen macht ja richtig Spektakel, das muss also gut sein!“ – schließlich schenkst Du Deinem Vierbeiner hierfür nachweislich eine Extraportion Aufmerksamkeit.

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Nun solltest Du einfach das Pfützchen beseitigen und Deinen Hund währenddessen nicht beachten! Am besten entfernst Du den Fleck mit Essigwasser, um auch geruchlich Einhalt zu gebieten und diese Stelle sozusagen zu demarkieren.

Darüber hinaus solltest Du Dir zwingend mal Gedanken darum machen, ob Dein Liebling überhaupt ausreichend Gelegenheit hatte, sich anderweitig seines Blasendruckes zu entledigen. Denn musste er zuvor eine kleine Ewigkeit alleine Zuhause ausharren, so ist womöglich nicht nur Dein Hund schuld an diesem Unglück. Und generell ist Dein Zuhause auch das Deines Hundes, er erkennt diesen Ort also als sein Revier an und wird stets versuchen, dort alles sauber zu halten. Alles andere wäre absolut gegen seinen Instinkt.

Wenn ein Kommando missglückt

Auch beim Erziehen draußen an der frischen Luft wird nicht jedes Kommando sofort sitzen. Klappt etwas, wie beispielsweise „Fuß!“, sollte es unbedingt ein überschwängliches Lob geben, eine Streicheleinheit über den Kopf und vielleicht ein Leckerli. Klappt das Ganze gerade nicht, bleibt all das eben aus. Und springt Dein Hund Dich sogar an, verschränke die Arme und wende Dich ab von ihm.

Solltest Du allerdings Deinen Hund bei etwas direkt erwischen, solltest Du auch ein akustisches Signal setzen. Nenne seinen Namen in strengem Ton, meist zuckt das Tier dann bereits zusammen und lässt ab von dem Gegenstand, der verboten war. Beim Pfützchen ist das ebenso – sobald er Deinen strengen Tonfall vernimmt, wird er alle Schließmuskeln betätigen. Dann wäre Dein erstes Ziel erreicht und es gilt dann, ganz schnell raus zu gehen. Wird dann dort der Urin abgesetzt, wo es ja erlaubt und erwünscht ist, sollte es jetzt das große Lob geben.

Dein Hund lebt im Hier und Jetzt

Während manche Menschen ein Gedächtnis wie ein Pferd haben und sich über Monate noch an einzelne Situationen oder Gesprochenenes haargenau erinnern können leben Hund im Hier und jetzt. Auf eine Handlung kann man nur in der Sekunde einwirken, in der die Handlung geschieht. Ansonsten fehlt dem Hund die Verknüpfung zur Handlung und ein Lerneffekt bzw. eine Verhaltenskorrektur wird schwierig um nicht zu sagen nicht möglich.

Deswegen: 

  • Ertappst Du deinen Hund bei einer ungewünschten Handlung, mache deinem Unmut Luft. Dazu gehören “Aus, Pfui, oder Ignorieren”.
  • Siehst Du deinen Hund, wie er plötzlich ein Verhalten zeigt, dass du dir wünscht, lobe ihn überschwenglich und zeige ihm, dass er es ganz toll gemacht hat.

Mehr braucht es meistens nicht – So einfach es klingt. Und ansonsten helfen Hundetrainer/innen und Hundeschulen bei den kleinen und großen Problemchen im Alltag mit Hund.

 

Über Daniel 291 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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