Wie der Hund das Nein verstehen lernt

WelpenerziehungEin Welpe muss lernen, was ein Nein bedeutet. Oft kommen Situationen auf, in denen der Hundehalter seinem Tier Einhalt gebieten will oder bei Gefahr sogar muss. Sei es, weil der Junghund die ihm verbotene Couch erobern will, oder weil er versucht, beim Gassi gehen etwas Umherliegendes zu fressen. Das Nein muss ihn davon abhalten und auf den richtigen Weg bringen. Wie der Hund das Nein verstehen lernt und was dabei zu beachten ist, erklären wir im folgenden Beitrag.

Ein Nein ist ein Verbot

Das Nein zeigt für den Hund an, dass er etwas Verbotenes unterlassen muss. Das Schwierigste ist das Abwarten auf eine Situation, in der der Hund ihm erteilte Grenzen überschreitet. Eben diese Grenzen müssen einem Welpen allerdings erst konsequent beigebracht werden.

An erster Stelle müssen sich Hundebesitzer deswegen darüber klar werden, was der vierbeinige Familienzuwachs darf und was nicht. Das passiert optimaler Weise bevor der Hund aufgenommen wird. Besonders in Familien ist Einigkeit unter den einzelnen Familienmitgliedern darüber notwendig, was der Hund darf und was nicht. Das wichtigste dabei: Stets die Regeln einheitlich einzuhalten.

Beispiel: Entweder darf der Hund nie auf das Sofa – oder es ist ihm immer gestattet. Ansonsten wird er einmal für den Sprung aufs Sofa und dort hinlegen geknuddelt – ein anderes Mal harsch verscheucht. Das darf nicht sein!

Wird eine Regel heute so und morgen anders gehandhabt, schadet man der Erziehung des Tieres, weil sein Verhalten nie die gleiche Konsequenz nach sich zieht. Man verwirrt das Tier und erschwert die Hunde-Mensch-Beziehung.

Tipp: Einigen Sie sich mit ihrer Familie auf gemeinsame Regeln für den Hund und halten Sie diese konsequent ein. Auch der noch so süßeste Hundeblick darf daran nichts ändern.

Wie man das Nein beibringt

Am einfachsten lässt sich das Nein beibringen, indem es beim Üben anderer Befehle eingebracht und damit verbunden wird.

Beispiel: Der Hund lernt „Sitz“. Herrchen oder Frauchen nennt den Befehl, der Hund führt ihn brav aus und wird dafür natürlich gelobt. Sobald der Hund ohne Erlaubnis aufsteht, wird deutlich ein „Nein“ ausgesprochen und ein „Sitz“ hinterhergeschoben. Sobald der Hund wieder folgsam sitzt, wird er erneut gelobt. Die Stimme muss beim „Nein“ bestimmt sein, aber deswegen nicht lauter. Genauso bietet sich dasselbe Vorgehen beim „Platz“ beibringen an.

Durch solche Übungen lernt der Hund „Aha, wenn ich ein Nein höre, darf ich was nicht tun!“ Früher oder später reagiert das Tier auch beim Spazierengehen auf das Nein in anderen Situationen auf die gewünschte Art.

Beispiel: Der Hund ist im Begriff, einen fremden Haufen zu fressen. Der Besitzer ruft in dieser Situation bestimmt „Nein!“. Normalerweise reagiert der Hund und blickt auf. Nun wird sofort ein „Komm her!“ beziehungsweise „Hier!“ nachgeschoben. Sobald das Tier beim Hundehalter angekommen ist, wird es gelobt.

Das Verknüpfen eines Neins mit einem anderen Kommando ist sehr wichtig. Auf diese Weise erfährt der Hund trotz eines Verbots sofort im Anschluss auf sein verlangtes positives Verhalten hin ein positives Erlebnis, das Loben. Auf diese Weise wird die Bindung zwischen Mensch und Tier gestärkt.

Tipp: Hundeerziehung funktioniert über positive Verstärkung, also über das Lob, nicht über Schimpfen und Schreien. Ein Nein ist das Beenden eines negativen Gebarens des Hundes und die Einleitung zu einem positiven Verhalten durch ein anderes Kommando, das ein Lob ermöglicht.

Frustrierte Welpen? Nein, danke!

Welpen stellen viele Dinge an, denen mit einem Nein entgegengewirkt werden muss. Einer beim Hund entstehenden Frustration beugt man mit nachgeschobenen Kommandos und dem anschließenden Loben vor.

Hinweis: Wenn Schwierigkeiten bei der Erziehung auftreten und ein Hund seltsam reagiert, ist höchste Zeit für die Hundeschule oder einen anderen Fachmann. Ganz allgemein empfehlen wir von Hundemagazin.net jedem frischen Hundebesitzer die Anmeldung bei einer Hundeschule im Welpenalter, um die passende Basis für eine lange und glückliche Beziehung zwischen  Besitzern und ihrem Tier zu schaffen. So werden Erziehungsfehler und frustrierte Welpen / Hunde vermieden und auf aufwendige Sitzungen mit Tiertrainern kann in den meisten Fällen verzichtet werden.

Über Daniel 314 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

1 Kommentar zu Wie der Hund das Nein verstehen lernt

  1. Hey, finde den Artikel hilfreich, vor allem, das sofortige hinterherschieben einer positiven Aufforderung, nach der, der Hund gelobt wird. Oft sagt man nur “Nein” und es folgt nichts.
    LG 🙂

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