Havaneser

Havaneser Portrait

Allgemeines zum Havaneser

Havaneser – Dieser kleine Kerl ist ein ganz großer Charmebolzen und erobert die Herzen vom Hundefreunden im Sturm. Selbst solche, die größere Hunderassen bevorzugen, verlieben sich oft in das kleine Energiebündel

Geschichte & Herkunft

Die Geschichte der Havaneser beginnt mit dem Bichon. Das Wort stammt aus dem Französischen und Bichon bedeutet ganz einfach Schoßhündchen. Die Bichons saßen, wie der Name schon vermuten lässt, auf dem Schoss vornehmer Damen der französischen, spanischen und italienischen Gesellschaft. Sie schliefen mit im Bett, wurden frisiert, parfümiert, gehätschelt und verwöhnt. Man vermutet, dass entweder spanische oder italienische Handelsschiff-Kapitäne die kleinen Hunde mit nach Kuba brachten. Sie dienten ihnen quasi als „Türöffner“ für die feine kubanische Gesellschaft, denn deren Frauen hatten genau so viel Spaß an den putzigen kleinen Hunden, wie ihre europäischen Mitschwestern.

Nachdem die weißen Bichons immer wieder mit einem kleinen kubanischen Hund, dem Blanquito de la Habana und verschiedentlich mit kleinen Pudel gekreuzt worden waren, entstand die Rasse des Havaneser, der auch Havana-Silk Dog oder Habana Bichon genannt wurde. Er war bis Mitte des 20.Jahrhunderts auf der Karibikinsel ein Symbol für Luxus und auch für Dekadenz. Das wäre den hübschen kleinen Hunden beinahe zum Verhängnis geworden, denn als die Revolution gesiegt hatte und Fiedel Castro an die Macht kam, wurde die Rasse, die für die Revolutionäre für den Kapitalismus und die Ausbeutung der Bevölkerung stand, nicht mehr gezüchtet und war nahe am Aussterben. Einige Exil-Kubaner, die in die USA geflüchtet waren, hatten aber ihre Havaneser mitgenommen so konnte die Zucht dort zum Glück weitergehen. Im Jahr 1981 brachte eine Züchterin die ersten zwei Havaneser mit nach Deutschland.

Zahlen, Daten & Fakten

  • Herkunftsland: Kuba (Havanna)
  • Lebenserwartung: 13 – 15 Jahre
  • Gewicht Rüden: 5 – 7,5  kg
  • Gewicht  Hündin: 4,5 – 6 kg
  • Rüden:  24 – 29 cm
  • Hündinnen:  21 – 25 cm

Verwendung

Heute sind die Havaneser meistens keine Schoßhündchen mehr, aber Familienhunde mit Verwöhn-Potential sind sie immer noch. Trotzdem sind sie kein Spielzeug sondern bei aller Kleinheit richtige Hunde, mutig und selbstbewusst. Sie sind auch sehr intelligent und werden zum Beispiel gern als Therapiehunde und sogar als Diabetiker-Warnhunde eingesetzt.

Klassifikation, Zuchtstandard & Rasse Standard

  • Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
  • Sektion 1: Bichons und verwandte Rassen
  • 1.1 Bichons
  • Ohne Arbeitsprüfung

Der Charakter & das Wesen des Havaneser

Der Haveneser ist ein sehr lebhafter, quirliger und kluger Hund. Er ist sehr anpassungsfähig und anhänglich, außerdem neugierig und lernwillig. Früher traten die Hunde auch häufig in Tierschauen im Zirkus und Variete auf, wo sie alle möglichen Tricks vorführten, auf kleinen Rädern fuhren, balancierten oder über Hindernisse sprangen.

Im Umgang mit Familie & Kindern

Als Familienhund eignet sich der niedliche kleine Vierbeiner ganz besonders gut und kann auch problemlos in einer kleineren Wohnung gehalten werden. Havaneser haben ein sehr kinderfreundliches Wesen und toben und spielen für ihr Leben gern. Nicht nur die für das Zusammenleben von Mensch und Hund notwendigen Kommandos lernen sie sehr schnell, sondern auch alle möglichen Kunststücke. Außerdem sind sie verschmust und lieben es, so nahe wie möglich bei ihrer menschlichen Sippe zu sein.

Sie fordern aber auch besonders viel Beachtung und Zuneigung. Deshalb sind sie auch ein idealer Hund für Alleinstehende und für rüstige Senioren. Für Menschen, die wenig Zeit für einen Hund aufbringen können, eignet sich der Havaneser eher nicht. Langweilt er sich und ist nicht genügend im Mittelpunkt des Geschehens, dann kann er anhaltend kläffen oder aus Frust allerhand Dummheiten anstellen. Stundenlanges Alleinbleiben ist für ihn purer Stress.

Havaneser Wesen Charakter

Im Umgang mit Fremden

Natürlich ist der kleine Havaneser nicht gerade das, was man sich allgemein als Wachhund vorstellen kann. Er wird schon aufgrund seiner Größe und seines Aussehens niemanden abschrecken oder gar in die Flucht schlagen. Dazu ist er auch viel zu nett. Aber er kann schon Radau machen und lässt sich auch dazu erziehen, bei der Annäherung von Fremden Alarm zu schlagen.

Im Umgang mit anderen Hunden

Im Umgang mit anderen Hunden ist der Havaneser allgemein sehr sozial. Jeder Hund, ob Dackel oder Bernhardiner wird freundlich und schwanzwedelnd begrüßt. Trotzdem sind die kleinen Hunde auch recht selbstbewusst und überhaupt nicht ängstlich.

Im Umgang mit anderen Haustieren

Mit Katzen, Meerschweinchen, Vögeln und anderen Haustieren vertragen sich Havaneser ebenfalls sehr gut. Sie haben weder Jagdtrieb noch Aggressionspotential, deshalb wird jeder neue tierische Hausgenosse zwar neugierig betrachtet und beschnuppert, ist aber nie in Gefahr.

Bewegungsdrang & Jagdtrieb

Wie alle Hunde liebt auch der Havaneser ausgiebige Spaziergänge, wobei für ihn auch zwei/drei Kilometer schon recht ausgiebig sind. Am Rad laufen sollte ein so kleiner Hund eher nicht. Unterwegs tobt er ausgelassen mit Kindern und anderen Hunden. Jagdtrieb hat er keinen und kann deshalb an geeigneten Orten auch problemlos abgeleint werden, sofern er auf die Kommandos seiner Besitzer zuverlässig hört und das ist ihm relativ leicht beizubringen. Stur und eigensinnig ist diese Hunderasse im Prinzip gar nicht. Nur wenn der Havaneser angeschrien oder mit sehr viel Strenge behandelt wird, kann er mit Sturheit reagieren und den Gehorsam verweigern. Hier reagiert er genauso, wie alle anderen sensiblen Hunde, bei denen positive Bestätigung viel besser wirkt als Härte.

Optik und Fell

Der Havaneser ist ein sehr kleiner Hund und zählt zu den Zwerghunden. Erwachsene Tiere wiegen zwischen 3,5 und maximal 6 kg und ihre Widerristhöhe liegt zwischen zwischen 23 und 27 cm. Sie sind kräftig und kurzläufig, haben einen breiten Kopf und einen unauffälligen Stop. Ihre Ohren hängen und die üppig behaarte Rute wird hoch getragen. Das Fell des Havaneser ist lang und seidig und an den Spitzen gelockt. Unterwolle ist kaum vorhanden. An Fellfarben kommen vor allem Braun, Schwarz, Grau und Beige in allen Schattierungen und mit großen andersfarbigen Abzeichen vor. Auch Reinweiß ist möglich, aber sehr selten. Mit den großen schwarzen Knopfaugen und der schwarzen Nase ist der Havaneser ein auffallend hübscher Hund.

Pflege und Haltung

Das wunderschöne glänzende Fell des Havaneser braucht schon einiges an Pflege. Es muss regelmäßig ausgekämmt und gebürstet werden, damit es nicht verfilzt und sich kein Schutz in ihm verfängt. Verfilzungen kommen in den langen Haaren sonst nämlich recht häufig vor. Sie können dazu führen, dass die Haut darunter nicht atmen kann. Irritationen und sogar Hautkrankheiten sind dann die Folge. Ob man seinen Havaneser das Fell schneiden oder lang wachsen lässt, ist Geschmacksache.

Bei Rassehunden, die ausgestellt werden sollen, darf das Fell natürlich weder getrimmt noch geschnitten werden. Jahreszeitlich bedingter Fellwechsel kommt beim Havanesen nicht vor, die Rasse haart auch nur sehr wenig und ist deshalb für Allergiker geeignet. Gebadet werden sollten auch diese Hunde möglichst selten, um den natürlichen Schutzfilm der Haut nicht zu schädigen. Wichtig ist beim Havanesen, dass die langen Haare nicht in über die Augen hängen. Sonst kann es zu vermehrten Tränenfluss und Entzündungen kommen. Um das auszuschließen, kann man das Fell um die Augen herum ausschneiden oder mit einem Gummiband oder einer Spange zusammen halten.

Havaneser Erziehung

Der Havaneser ist eine Hunderasse, die sich aufgrund ihres Wesens recht leicht erziehen lässt, wenn man es nur richtig anstellt. Für ihn ist es ein Spaß, alle möglichen Befehle zu lernen und wunschgemäß auszuführen. Trotzdem schadet auch bei diesem Hund eine Hundeschule nicht sondern trägt dazu bei, Missverständnisse, die es zwischen Mensch und Hund immer wieder gibt, aus dem Weg zu räumen.

Hunde Erziehung

Was kostet ein Havaneser?

Havaneser ZüchterEin reinrassiger Havaneser kostet hierzulande beim Züchter zwischen 1200 bis 1500 Euro. Bei Angeboten, die weit darüber oder darunter liegen, sollten Sie hellhörig bzw. aufmerksam werden und mindestens überprüfen, ob der Havaneser Züchter einem anerkannten Züchter Verband (z.B. dem VDH) beigetreten ist.

Anfälligkeiten & häufige Krankheiten

Erbkrankheiten treten beim Havanesen kaum auf, er ist trotz seines Images als Schoßhündchen ein recht robuster Hund. Eine etwas gehäuft auftretende Erkrankung ist die Patellaluxation oder Verschiebung der Kniescheibe. Sie kann genetisch bedingt sein aber auch durch Überdehnung der Bänder im Wachstum oder durch falsche Ernährung entstehen. Eine weitere mögliche Erbkrankheit der Rasse ist eine Augenkrankheit, der juvenile Katarakt oder Graue Star. Er tritt aber nur sehr selten auf. Havaneser haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 14 bis 16 Jahren, einzelne Tiere werden auch noch älter.

Zusammenfassung

Komprimiertes Wissen
  • Familienhund
  • Fühlt sich auch in kleineren Wohnungen wohl
  • Langes Fell mit wenig Unterwolle

 

Über Daniel 276 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?