Insektenstiche beim Hund

Hund Insekten

Einen richtigen Winter mit derbem Frost hatten wir dieses Jahr ja gar nicht. Das war so schön mild, wir froren kaum mal. Doch das hat auch Nachteile: Abgesehen davon, dass das Unkraut besser spross denn je, gingen auch bestimmte Insekten und Schädlinge nicht kaputt und konnten sich vermehren, fleißiger denn je. Gerade anhand der Massen an Mückenlarven werden wir das leider wieder merken. Kaputt ging nichts, die wenigsten Gewässer waren höchstens kurz angefroren.

Aber gut, dafür gibt es ja Mittelchen, mit denen wir uns einsprühen oder einreiben. Aber was ist eigentlich mit unseren Tieren? Ein Mückenstich bringt keinen Hund um, ohne Frage. Aber wie reagiert man richtig, wenn der Hund offenbar unter einem Insektenstich unbekannter Herkunft leidet? Damit habe ich mich heute für Dich befasst. Häufig kommt es leider zu regelrechten, allergischen Reaktionen, auch bei unseren Vierbeinern. Vor allem im Bereich der Schleimhaut können sich Giftstoffe hervorragend ausbreiten und das Gewebe schwillt ganz schnell an.

Das kann bis hin zur Atemnot führen, es droht mitunter der Tod durch Ersticken. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht mit einem Dobermann, der nach jeder Fliege und Wespe geschnappt hat und ich hatte wirklich Angst, dass irgendwann etwas passiert. Wie also gewöhnt man seinem geliebten Vierbeiner dieses Spiel ab?

Wieso schnappt der Hund nach Wespen und Co.?

Unsere Vierbeiner sind oftmals sehr verspielt. Das ist schön und auch wichtig, damit sie auch geistig agil bleiben und der Spieltreib ist einfach ein Parameter für uns Menschen dafür, dass unser Liebling gesund ist. Neugierde gehört einfach zu einem glücklichen Hundeleben.

Doch auch der Jagdinstinkt bringt Deinen Schatz dazu, nach Insekten zu schnappen. Es bewegt sich etwas, da will jemand mit mir spielen/das muss ich fangen. So in etwa werden die Gedankengänge Deines Hundes dann gerade sein.

Was können die Folgen sein?

Ein Stich kann schmerzhaft sein und auch allergische Reaktionen hervorrufen. Schwellungen kommen hierbei beinahe immer auf.

Wenn die Biene oder Wespe nun nicht nur in die Lefze sticht, wird es gefährlich: Es kann zum Tod durch Ersticken kommen, wenn das Insekt Deinen Hund in den Gaumen oder gar Rachenbereich gestochen hat. Nun muss ganz schnell gehandelt werden, am besten geht es sofort zum Tierarzt.

Wie reagiere ich richtig, wenn mein Hund nun eine Wespe erwischt?

Das „Nein!“ sollte Dein Hund unbedingt kennen und auch umzusetzen wissen. Klappt das so nicht und es kommt zu dem Fall, dass Dein Vierbeiner tatsächlich gestochen wird, solltest Du kühlen: Eis oder kalten Eistee etc. mag fast jeder Hund. Auch Kühlspray sollte in Deinem Haushalt dann immer griffbereit sein, damit Du womöglich schlimmeres vermeiden kannst.

Dein Tierarzt kann Dir, wenn Du ihm bzw. ihr dieses Problem schilderst, auch Zäpfchen empfehlen, die Du Deinem Hund im Notfall verabreichen kannst. Diese mildern etwas die Schwellung. Das reicht allerdings natürlich wirklich nur zur Erstversorgung. Wenn es zum Stich kommt, sollte ein Arzt Deinen Hund untersuchen und ihm im Zweifelsfall ein Antihistaminikum injizieren bzw. die Wunde versorgen.

Wie gewöhne ich ihm ab, nach Insekten zu schnappen?

Das Kommando „Nein!“ gehört definitiv gefestigt, wenn das noch nicht richtig sitzt. Übt mit der Schleppleine zum Beispiel oder lass Deinen Liebling an einem Leckerli vorbeilaufen. Klappt das, bekommt er es zur Belohnung.

Auch mentales Training kann helfen, denn gerade Hunde mit einem sehr ausgeprägten Jagdinstinkt, sind oftmals nicht richtig ausgepowert.

Ablenkung macht auch viel aus: Sobald Du bemerkst, dass Dein Hund langsam aufmerksam wird auf ein Brummen, so lenke ihn gleich ab. Spiel mit ihm, das fördert seinen Jagdtrieb auf positive Weise.

Stiche unbekannter Herkunft

Wenn ein Hund sich kratzt und juckt, würde ich zunächst nach den Klassikern untersuchen: Flöhe gehen nun mal gerne auf Hunde, auf Wiesen kann man sich auch schnell eine Zecke mitnehmen.

Sollte es sich um etwas völlig anderes handeln, was den Hund stört und was Dich unsicher macht, rate ich definitiv zum Besuch beim Tierarzt. Insekten können nicht nur Verunreinigungen im entsprechenden Einstichkanal hinterlassen, sondern lassen meist eine Botschaft da: Gift. Sicher eine ganz geringe Menge nur, aber Du kannst nicht wissen ob Dein Vierbeiner darauf nicht doch sehr heftig reagiert. Und gerade, wenn der Hund die Wunde nicht in Ruhe lässt, leckt und kratzt, solltest Du nicht lange damit warten.

Stiche an Schnauze oder im Mund- und Rachenraum

Hier muss alles sehr schnell gehen. Gerade in Parkanlagen oder Gärten, nahe bei Blüten und Obstbäumen oder Mülleimern, eben Orten, die Insekten magisch anziehen, solltest Du Deinen Hund unbedingt gut im Auge behalten. Hier wird schnell mal zugeschnappt.

Wenn Dein Liebling mal an der frischen Luft dinieren darf, kontrolliere bitte seinen Napf nochmals, bevor er losfuttern darf.

Kommt es jedoch, wie auch immer, zu einem Insektenstich im Hals-, Maul- oder Rachenbereich, musst Du schnell handeln. Denn: Schleimhaut ist hervorragend durchblutet und verteilt somit das Gift des Insektes ausgesprochen schnell im Organismus, das betroffene Areal schwillt blitzschnell an. Daher besteht ganz schnell Erstickungsgefahr.

Solltest Du das Insekt oder Überreste davon finden, sammle es ein und nimm es direkt mit zum Arzt. So kann er womöglich schneller feststellen, um welches Insektengift es sich handelt und ein entsprechendes Gegenmittel verabreichen.

Prophylaxe

Flohhalsbänder können kleine Wunder wirken und auch Sprays oder andere Mittel, die meist im Nackenbereich aufgeträufelt werden oder oberhalb der Rute.Bitte achte stets darauf, dass Dein Hund einen adäquaten Impfschutz hat. Beraten kann Dich hierüber im Detail Dein Tierarzt. Auch Wurmkuren sind wichtig. Denn wenn ein Tier generell bereits vorab geschwächt ist, ist das Immunsystem instabil und es kann so eher dazu kommen, dass sich ein Stich oder eine Verletzung selbst entzündet.

Außerdem ist es immer ratsam, seinen Hund darauf zu trainieren, bitte nicht nach Insekten zu schnappen. Das kann 100 Mal gut gehen und Spieltrieb hin oder her, aber ist erstmal eine Wespe im Hals verschwunden, kann man als Mensch oft leider gar nicht mehr schnell genug reagieren.

Einige Sprays auf naturheilundlicher Basis versprechen ebenfalls, dass der Hund nicht so häufig gepisackt wird.

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Zuletzt aktualisiert am 23.06.2017

 

Über Daniel 264 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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