Welcher Hund passt zu mir ?

Die Qual der Wahl. Nimm dir genügend Zeit bei der Auswahl.

welcher hund passt zu mir - auf dem bild sind dobermann und schäferhund zu sehen
Welcher Hund passt zu mir

Die Frage „Welcher Hund passt zu mir“ wird eigentlich direkt nach der Entscheidung pro Hund gestellt. Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es freilich nicht, dennoch möchte ich dir dabei helfen, die Wahl ein wenig einzugrenzen, damit Du mit deinem zukünftigen Bewohner, gleich ob Welpe oder Notfell, glücklich wirst. Denn niemals solltest Du außer Acht lassen, das jedes Tier besondere und teils rassebedingte Unterschiede mitbringt. In den Kommentaren ist Platz für deine Kriterien! 

Welcher Hund passt zu mir?

Bevor wir uns ans eingemachte wagen, noch ein kleines Vorwort. Ein Hund wird deinen Alltag verändern, aber nicht deine Persönlichkeit. Bist du ein eher unsportlicher Typ, der es gerne etwas ruhiger angehen lässt, ist eine aktive, sportliche Rasse eine denkbar falsche Wahl. Denn du wirst dich dadurch nicht ändern. Vielleicht eine kurze Zeit, aber wir wissen es beide. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Darum sollte vor allem der Typ und das Wesen eine ausschlaggebende Rolle spielen, weniger die Optik.

Unterteilung der Hunderassen in Gruppen

Die FCI hat alle anerkannten Hunderassen dankenswerterweise in zehn verschiedene Gruppen unterteilt. Hier kann man sich bereits vorab über die Zugehörigkeit einer Rasse zur jeweiligen Gruppe einen ersten Überblick verschaffen. Allerdings dient diese Unterteilung nur einer ersten groben Übersicht.

Gruppe 1Gruppe 2Gruppe 3Gruppe 4Gruppe 5Gruppe 6Gruppe 7Gruppe 8Gruppe 9Gruppe 10

Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)

Der bekannteste Vertreter ist sicherlich der Deutsche Schäferhund. Hütehunde zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie Intelligent und wachsam zugleich sind. Treibhunde hingegen schlagen gerne und laut an, ihr Gebell wurde früher zum Treiben von Viehherden genutzt. Tiere der Gruppe 1 zählen zu den Gebrauchshunden und benötigen eine Beschäftigung.

  • Gut geeignet für: Wer dem Hund eine (geistige) Aufgabe bieten kann und das Arbeiten sowie die Bewegung nicht scheut, bietet eine gute Grundvoraussetzung. Die meisten Hütehunde und Treibhunde eignen sich für den Hundesport und schätzen die geistige und körperliche Ertüchtigung sehr.
  • Weniger geeignet: Als reiner Familienhund, der zwei bis dreimal am Tag Gassi geführt wird. Hier kann es zu Problemen kommen, da der Hund sich eine Aufgabe suchen wird.

Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen

Währende Hunde vom Typ Molosser meist sehr große schwere Hunde vom Typ Mastiff sind,  sind Pinscher weitaus lebendiger und agiler. Einer der bekanntesten und gleichzeitig der größte Pinscher ist der Dobermann, während der Affenpischer die kleinste Ausgabe darstellt. Schnauzer unterteilen sich ebenfalls in unterschiedliche Größen. Riesenschnauzer, Mittelschnauzer und Zwergschnauzer stammen jeweils aus Deutschland. Schnauzer und Pinscher sind im Grunde derselbe Rassetyp, lediglich in der Fellstruktur unterscheiden sie sich. Die Schweizer Sennenhunde seien hier ebenfalls erwähnt. Zwischen Molossern und den anderen Rassen gibt es jedoch bei den Haltungsbedingungen gewaltige Unterschiede. Daher unterteile ich an dieser Stelle nicht und verweise auf die einzelnen Rassebeschreibungen der jeweiligen Hunde. Das Gefälle zwischen Affenpinscher und Kangal ist an dieser Stelle zu groß.

Gruppe 3: Terrier

Die zumeist kleinen bis mittelgroßen Vertreter der FCI Gruppe 3 Terrier wurden früher überwiegend zur Jagd eingesetzt. Heute sind Terrier vielfältig im Einsatz und eine konkrete Empfehlung lässt sich auch hier nicht ableiten. Zwischen American Staffordshire Terrier und Yorkshire Terrier liegen Welten. Die einzelnen Rassen unterscheiden sich teilweise in unterschiedliche Zuchtlinien. Diese haben sich entweder auf den Arbeitseinsatz oder die Eignung als Familienhund spezialisiert. Frag beim Züchter gegebenenfalls, worauf er bei der Zucht Wert gelegt hat.

Gruppe 4: Dachshunde

Der Dackel (in der Jägersprache als Teckel bekannt) bildet die Gruppe der Dachshunde. Hierunter fallen allen Dachshund, Zwerg Dachshund und Kaninchen-Dachshund. Ursprünglich ein rein zur Jagd gezüchteter Hund, der heute überwiegend in Familien gehalten wird. Selbstvertrauen und ein robustes Wesen zeichnen die Dackel aus, Respekt vor großen Hunden hat er in der Regel keine.

  • Gut geeignet für: Jäger und Menschen, die einen robusten kleinen Kerl suchen.
  • Weniger geeignet für: Menschen die viel Sport machen oder einen gänzlich unkomplizierten bzw. friedfertigen Hund suchen

Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp

Spitze gelten als älteste Hunde der Welt. Ausgeprägter Jagdinstinkt und Arbeitswillen sind vorhanden. Hunde der FCI Gruppe 5 die dem Urtyp entsprechen sind ebenfalls gute Jäger, haben mitunter ein ausgeprägtes territoriales Verhalten und neigen zur Aggressivität Fremden gegenüber. Sie verhalten sich wie der Name vermuten lässt (Hunde-) Urtypisch und besitzen zudem einen ausgeprägten Bewegungsdrang.

  • Gut geeignet für: Jäger und Menschen, die mit ihren Tieren arbeiten möchten und einen eigenständigen, teilweise komplizierten Hund wünschen
  • Weniger gut geeignet für: Menschen, die einfach nur einen Familienhund suchen

Gruppe 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen

Laufhunde galten als passionierte Jäger, die Wild bei der Jagd über weite Strecken verfolgen können. Sie verfügen – wie die Schweißhunde – über einen guten Geruchssinn, und finden bei der Jagd Verwendung als Meute. Schweißhunde zeichneten sich dadurch aus, dass sie verletztes Wild bei der Jagd sehr gut riechen und stellen konnten. „Schweißen“ heißt im Jägerdeutsch „bluten“.

  • Gut geeignet für: Jäger und Menschen, die Spaß an Fährtensuche, Mantrailing und dergleichen haben und ihrem Hund genügend Arbeit verschaffen
  • Weniger gut geeignet für: Menschen, die einfach nur einen Familienhund suchen

Gruppe 7: Vorstehhunde

Vorstehhunde sind Jagdhunde. Ihren Gruppennamen haben sie sich buchstäblich erarbeiten. Denn das Vorstehen bedeutet, dass der vorstehende Hund einem Jäger andeutet, dass er Wild gefunden hat. Sie eignen sich auch dann als Familienhunde, wenn man aktive Beschäftigung fest mit einplant und die Tiere entsprechend auslastet.

  • Gut geeignet für: Jäger und Menschen, die mit ihren Tieren arbeiten möchten.
  • Weniger gut geeignet für: Menschen, die einfach nur einen Hund haben möchten.

Gruppe 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde

In der FCI Gruppe 8 finden sich Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde wieder. Unter anderem der Labrador und der Golden Retriever gehören der FCI Gruppe 8 an. Es handelt sich um weitestgehend domestizierte Arbeitshunde die heute häufig als Familienhund zum Einsatz kommen. Allen ist gemein, dass sie früher überwiegend bei der Jagd zum Einsatz kamen und dort einer Aufgabe, dem Apportieren von Wild, dem Aufstöbern von Wild oder um Beute aus dem Wasser zu apportieren.

Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde

Die FCI Gruppe 9 umfasst größtenteils sehr kleine Hunde, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie unkompliziert, friedfertig und im Verhältnis zu manch anderer Gruppierung anspruchslos sind, was ihre Haltung angeht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass hier am Auslauf gespart werden kann. Die überwiegend kleinen Rassen der FCI Gruppe 9 können bis zu 15 Jahren (und älter) werden.

Gruppe 10: Windhunde

Windhunde (auch Windspiel genannt) sind die Vertreter der FCI Gruppe 10. Sie gehören nach den Geparden zu den schnellsten Landtieren unseres Planeten. Diese arbeitsamen Tiere benötigen viel Bewegung. Zwar trifft man sie immer häufiger als Haus- und Familienhund an. Ihre Paradejagddiziplin ist die Hasenhetze.

  • Gut geeignet für:  Jäger und Menschen, die ihrem Hund Bewegung über das Gassi genauen hinaus verschaffen möchten.
  • Weniger gut geeignet für: Menschen, die einfach nur einen Hund haben möchten.

Die Eingruppierung der Rassen in FCI Gruppen ist für die Auswahl des Hundes lediglich ein Gradmesser. Denn durch die teilweise unterschiedlichen Vermengungen kann man nicht pauschal alle Rassen einer FCI Gruppe in einen Topf stecken.

Welchen Zweck soll dein Hund erfüllen?

FamilienhundeJagdhundeWachhunde

Welche Hunderassen eignen sich als Familienhund?

Besonders wichtig ist die richtige Auswahl des Hundes, wenn er in einer Familie und vermutlich sogar mit Kindern zusammenleben soll. Ein Hund, der sehr impulsiv oder schnell gereizt ist, kann sich von Kindern rasch geärgert fühlen und dementsprechend aggressiv reagieren. Hunde, die übermäßig viel Auslauf benötigen, wären zum Beispiel als Jagdhund geeigneter.

Als typischer Familienhund gilt der Berner Sennen, der sich vor allem durch seine Gutmütigkeit und Geduld auszeichnet. Vor allem im Umgang mit Kindern gilt er als freundlich und anhänglich. Wichtig ist jedoch, dass der Berner Sennen eng in das Familienleben miteinbezogen wird und eine liebevolle Bindung aufbauen kann.

Auch der Golden Retriever eignet sich hervorragend für das Familienleben. Er gilt als sehr sensibel und sanft, umso wichtiger ist es, dass er genügend Aufmerksamkeit und Liebe bekommt. Kindern gegenüber verhält er sich ruhig und geduldig. Der Golden Retriever ist sehr lernwillig und muss dementsprechend ausgelastet sein und genügend Bewegung bekommen.

Sehr beliebt ist auch der Bernhardiner, der sich aufgrund seiner ruhigen, kinderlieben Art sehr gut als Familienhund eignet. Der Berhardiner gilt als überaus hilfsbereit, wachsam und sensibel. Neben viel Liebe und Zuneigung benötigt der Hund jedoch vor allem auch viel Platz und im Idealfall einen eigenen Garten, sodass die Haltung in einer kleineren Mietwohnung zum Beispiel nicht möglich ist.

Hunderassen, die sich als Jagdhund eignen

Jagdhunde müssen nicht nur sehr wachsam, sondern vor allem auch sehr gehorsam sein. Ihre Aufgabe ist es zum einen, ihr Herrchen im Falle eines Angriffs zu beschützen, und zum anderen ihm bei der Jagd zu helfen. Als typischer Vorstehhund gilt zum Beispiel der English Setter, der viel Temperament hat und ständig beschäftigt werden muss. Die Voraussetzung, um aus ihm einen guten Jagdhund zu machen, ist eine konsequente Erziehung, die jedoch selbstverständlich auch nicht zu hart ausfallen darf.

Wer dagegen eher einen Stöberhund sucht, wird wahrscheinlich in dem Heideterrier den passenden Begleiter finden. Er zeichnet sich vor allem durch seine Wildschärfe aus, gilt aber auch als vernünftig und sozial. Zu den reinen Jagdhunden zählt dagegen zum Beispiel die deutsche Bracke, die ein feines Gespür und eine eher muskulöse, robuste Statur hat. Durch ihre Ausdauer ist sie ideal für eine ausgiebige Jagd.

Auch Apportierhunde werden zur Jagd eingesetzt, überwiegend um die erlegte Beute aufzuspüren und diese zu bringen. Vor allem der Golden Retriever oder auch der Labrador Retriever eigenen sich für diese Aufgabe, da beide Hunderassen besonders lernfähig und zuverlässig sind. Zudem brauchen sie viel Beschäftigung und begeistern sich schnell für neue Herausforderungen.

Wachhunde

Wer sich einen Wachhund zulegen möchte, sollte darauf achten, dass er sich eine sehr wachsame Hunderasse zulegt, die sich durch ein gesundes Misstrauen Fremden gegenüber auszeichnet. Ideal als Wächter ist zum Beispiel der deutsche Boxer, der zwar eher eine mittlere Größe, dafür aber eine robuste, stämmige Statur hat. Seinem Herrchen gegenüber zeigt der Boxer ein anhängliches Verhalten, auf der anderen Seite ist er jedoch sehr wachsam und aufmerksam. Als Wachhund zeichnet er sich vor allem durch seinen Mut und durch seine Loyalität seinem Besitzer gegenüber aus.

Auch der Schäferhund wird gerne als Wachhund eingesetzt. Diese Hunderasse hat den Vorteil, dass Fremde schon aus Vorsicht einen Schritt zurückweichen, wenn sie den großen, kräftig gebauten Hund sehen. Zudem ist er sehr intelligent und erweist sich seinem Besitzer gegenüber als sehr beschützend. Trotzdem ist eine konsequente Ausbildung zum Wachhund nötig, um den Schäferhund tatsächlich auch zum Schutz einzusetzen.

Die persönliche Situation

Wer sich einen Hund kaufen möchte, trifft eine Entscheidung die je nach Hund gut und gerne 15 Jahre lang Folgen mit sich bringt. Daher sollte gründlich bedacht werden, ob die persönlichen Voraussetzungen stimmen. Wenn du aktuell auf dem Land wohnst aber zukünftig lieber in der Stadt wohnen möchtest, sollte dies bei der Auswahl eines Hundes bereits berücksichtigt werden. Auch musst du dich fragen, ob dein Beruf, deine Familie, dein Umfeld und deine Gewohnheiten zur Hunderasse passen. Wenn Du unsportlich bist, passt ein sportlicher Hund immer noch nicht zu dir.

  • Wohnst du auf dem Land oder in der Stadt und soll das auf Dauer so bleiben?
  • Besitzt du einen Garten?
  • Trägt die gesamte Familie die Entscheidung pro Hund und ist bereit, die Verantwortung mit zu übernehmen?
  • Hast du bereits Kinder oder sind welche in Planung. Wie funktioniert die Hundebetreuung während der Schwangerschaft?
  • Soll dein Hund mit dir gemeinsam Sport machen?
  • Wie lange wirst du den Hund pro Tag alleine lassen?
  • Sind bereits andere Hunde und Tiere im Haus?

Möchtest Du mit dem Hund arbeiten?

Wenn dir der Gedanke gefällt, mit dem Hund auf dem Hundeplatz zu stehen, ihn zum Fahrrad fahren mitzunehmen und gemeinsame Aktivitäten wie Fährten Suchen oder Agility genau dein Ding sind, ist es von Vorteil, wenn dem Hund der Sport ebenfalls gefällt bzw. die Rasse dafür bekannt ist, gerne bei deiner bevorzugten Ertüchtigung mitzuwirken.

Drehen wir den Spieß einmal um. Du selber hast eigentlich keine Lust auf große Beschäftigung und Hundesport und suchst dir aber eine Hunderasse aus, die genau das benötigt um ausgelastet zu sein. Fatal. Denn ein nicht ausgelasteter Hund ergibt sich keineswegs seinem Schicksal. Vielmehr wird er sich eine Beschäftigung suchen, die häufig nicht im Einklang mit deinem Mobiliar oder deinen Nerven zusammenpasst. Schuld ist in dem Falle nicht der Hund sondern der Mensch, der sich im Vorfeld keine Gedanken darüber gemacht hat.

Das fordern Hunde – einige mehr andere weniger

  • Bewegung und Auslauf
  • Eine Beschäftigung (Hundesport, Bewachung von Grundstücken, Herden hüten, Jagen)
  • Gesellschaft und Nähe

Die richtige Größe beim Hund

Auch die Größe spielt bei der Auswahl eine gewichtige Rolle. Dabei ist die Aussage weniger in Bezug auf die Optik zu verstehen. Vielmehr geht es um zwei Punkte. Ein großer Hund schränkt Besitzer in den meisten Fällen mehr ein und kostet im Unterhalt deutlich mehr. Mit großen Hunden ist man nicht überall Willkommen, während kleine Rasse eher toleriert werden.

Beim Unterhalt klafft ebenfalls ein gewaltiger Unterschied. Ein Chiahuahua ist bereits mit unter 100 Gramm Hundefutter pro Tag satt. Schwere Hunderassen verputzen auch schnell 2 Kilogramm Hundefutter und haben noch einen knurrenden Magen. Die Futterkosten liegen hier im Verhältnis bereits 20 fach höher.

Auch die Tierarztkosten unterscheiden sich erheblich, da viele Medikamente auf Basis des Gewichts dosiert werden. Zu guter Letzt spielt die eigene Konstitution ebenfalls eine Rolle. Senioren sollten ihre eigene Kraft einschätzen und den Hund unter anderem danach auswählen, ob sie in einer brenzligen Situation im Stande sind, genügend Kraft aufzubringen um einen Hund, der stark an der Leine zieht, festhalten zu können bzw. in allen Situationen – körperlich – Herr der Lage sind.

Deine Erfahrung mit Hunden

Auch deine persönliche Eignung und primär deine Erfahrung im Umgang mit Hunden sollte bei der Auswahl einer Hunderasse eine gewichtige Rolle spielen. Wenn Du bereits mit Hunden gelebt oder gearbeitet hast, sind der bestimmte Verhalten bereits bekannt und du hast situativ bereits Lösungen aus den gemachten Erfahrungen parat.

Es gibt Rassen, die dir Fehler eher verzeihen und es dir leicht machen, sie zu erziehen. Einige Hunde besitzen den „will to please“ und tun alles, um ihrem Rudel(führer) zu gefallen. Andere Rassen werden versuchen, dir den Rang als Rudelchef abzunehmen, sobald sich die Gelegenheit bietet oder sie feststellen, dass du als Rudelführer nicht geeignet bist. Je nach Kaliber (Größe und Gewicht) entstehen dadurch brenzlige Situationen.

Wer im Privaten eher scheu bzw. unsicher ist und lieber in der zweiten oder dritten als in der ersten Reihe steht, sucht sich demnach besser keinen Hund aus, der dieses Verhalten als Schwäche auslegt. Ein Dobermann darf hier als Beispiel dienen. Er gehört in Hände mit konsequenter Führung und einem klaren Chef. Hunde haben kein Problem damit, sich unterzuordnen und Frustration gehört zum Leben dazu. Hunde haben aber ein sehr großes Problem mit nicht eindeutig definierten Rollen. Dessen solltest Du dir insbesondere bei Hunden bewusst werden, deren ursprünglicher Verwendungszweck Schutzdienst und Jagd waren.

Freigeist oder Schlaumichel

Hunde die zum Urtyp (FCI Gruppe 5) gehören haben ein konstantes Problem damit, sich so zu benehmen wie Herrchen und Frauchen es gerne hätten. Sie sind Freigeister mit ihrem ganz eigenen Willen und Stur bis in die Schwanzspitze. Auch Molosser gehören in die Kategorie „Erstmal überprüfen, wie ernst das Kommando wirklich gemeint war“.

Andere Rassen hingegen bekommen nicht genug davon, Gefallen zu wollen. Kein Kunststück ist zu viel, kein Kommando zu lasch ausgesprochen, es wird gehört was das Zeug hält. Blickkontakt reicht und der Hund führt aus.

Beides hat seine Vor- und Nachteile. Während Hunde vom Urtyp weitestgehend eigenständige Eigenbrödler sind, die irgendwie mit uns Menschen auskommen muss man dem Border Collie täglich Stunden an Aufmerksamkeit widmen um den Hund nicht in die Depression zu treiben.

Zusammenfassung der Kriterien – Welcher Hund passt zu mir?

  • Platzbedarf – Kann der Hund in der Wohnung gehalten werden?
  • Auslauf – Wie viel Bewegungsdrang hat der Hund?
  • Sabbern – Es gibt Hunde die sabbern sehr viel, andere hingegen fast garnicht!
  • Kraft – Sind alle Familienmitglieder in der Lage, den Hund körperlich zu kontrollieren
  • Größe – Wie viel Hund darf es sein?
  • Haaren – Stören dich Hundehaare?
  • Verträglichkeit – Ist es ok für dich, wenn dein Hund nicht jedermanns Freund wird?
  • Leicht zu trainieren`- Soll der Hund einfach zu beherrschen bzw. zu trainieren sein?
  • Will to please – Einige Hunde möchten ihren Besitzern immer gefallen, möchtest du das?
  • Pflegeaufwand – Langhaarige Hunde sind meist pflegeintensiver als Kurzhaarige.
  • Sportlich – Möchtest Du einen Couchpotato oder lieber einen Zehnkämpfer
  • Lernwillig – Manche Hunde lieben es, jeden Tag neue Kommandos zu lernen. Das kann anstrengend sein.
  • Anfänger – Einige Hunde haben den Ruf, besonders geeignet für Anfänger zu sein, andere Hunderassen hingegen sollten nicht als Ersthund in Betracht gezogen werden.
  • Funktionen – Wenn es neben der Geselligkeit andere Gründe gibt, achte darauf, dass die Rasse die gewünschten Funktionen erfüllt. Ein Jagdhund hat andere Qualitäten als ein Schutzhund.
  • Langlebigkeit – Jede Rasse hat eine unterschiedliche, durchschnittliche Lebenserwartung.
  • Kosten – Als Faustregel gilt, je größer desto teurer, sowohl beim Futter als auch der medizinischen Versorgung

Die richtige Hunderasse

Einen Hund kauft man nicht nach Optik. Es sollten die Eigenschaften, das Wesen und der Charakter sein, die über den „richtigen Hund“ entscheiden. Eine als Wachhund ausgewiesene Rasse braucht ein Grundstück zum bewachen. Ein Fila Brasiliero wird Fremden gegenüber stets missmutig bleiben und dich behüten wie seinen Augapfel. Zuhause, unterwegs, immer. Dessen musst du dir bei der Auswahl einfach klar sein. Natürlich kann man mit Hunde-Erziehung einwirken, Kurskorrekturen vornehmen und gewünschtes Verhalten fördern. Aber die Gene einer jeden Rasse sind latent vorhanden und werden zum Vorschein kommen. Siehe auch unsere Hunderassen

Die Antwort auf deine Frage „Welcher Hund passt zu mir“

gibt es leider nicht. Anhand der erstellten Rassebeschreibungen hast du erste Leitplanken und kannst nach dem Ausschlussverfahren vorgehen. Streiche alle Hunde, die nicht deinen persönlichen Vorstellungen entsprechen radikal von deiner Liste. Wenn du bereits einen Favoriten hattest, überprüfe nochmal genau, ob der Hund beschrieben ist, wie du ihn dir vorstellst. Suche das Gespräch mit Besitzern und Züchtern der Rasse und mach dich im Vorfeld schlau.

Viele Hunde sind als Welpen noch unheimlich süß. Wenn Sie dann ihr wahres Wesen, und damit ist das ursprüngliche Naturell gemeint, zeigen sind viele Menschen enttäuscht weil Sie eigentlich einen – vom Typ her – ganz anderen Hund erwartet haben. Und genau diese Hunde sind es, die sich überproportional häufig im Tierheim wiederfinden.

Ein Appell an alle zukünftigen Hundebesitzer: Vorher recherchieren, sich Zeit nehmen, drüber schlafen. Weiter recherchieren, Kontakt zu Haltern und Züchtern aufnehmen, sacken lassen und nochmal drüber schlafen.

Und erst danach beantworte dir die Frage „Welcher Hund passt zu mir“!

Schreibe mir in die Kommentare, welche Kriterien bei der Auswahl für dich eine wichtige Rolle gespielt haben und hilf anderen dadurch, einen passenden Hund zu finden. 

 

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