Fahrrad fahren mit Hund

Mit dem Hund Fahrrad fahren kann für beide Seiten großen Spaß bedeuten – Immer wieder sieht es toll aus, wenn sportliche Menschen mit ihrem drahtigen Hund eine Spazierfahrt mit dem Fahrrad machen. Und den Vierbeiner muss das folglich auch viel besser auspowern, als wenn er nur spazieren geht. Aber doch denkt man immer mal wieder: Wie machen die das bloß? Stürzen die Radler wirklich nie und hält das Fellkind echt immer Schritt? Und was passiert eigentlich, wenn dann am Waldesrand doch mal ein Kaninchen oder ein Reh in Sichtweite sind? Kaum auszumalen, wie schnell man mit einem Fahrrad wird, mit Hund dran und dann der Jagdinstinkt gewinnt. Wie auch Du mit Deinem Hund unfallfrei Fahrrad fahren kannst, habe ich für Dich mal zusammengefasst.

hund fahrrad

Was muss mein Hund schon können?

Voraussetzungen dafür sind natürlich zunächst einmal, dass Dein Hund kein kleiner Welpe mehr ist. Das hat zum einen damit zu tun, dass er noch sehr verspielt wäre und zum Anderen, dass die weiche Hüfte noch gar nicht einer solchen dauerhaften Belastung standhielte. Man meidet mit ganz kleinen Hunden ja auch noch das Treppensteigen und trägt sie stattdessen, damit man nicht gleich in jungen Jahren die Hüfte schädigt. Nach etwa anderthalb bis 2 Jahren ist das Knochengerüst ausgereift und auch fest. Im Zweifel geben Züchter und Tierarzt Auskunft, ab wann der eigene Hund neben dem Fahrrad herlaufen darf.

Kommandos müssen sitzen!

Außerdem sollten die gängigsten Kommandos und Befehle tadellos sitzen. Damit meine ich vor allem das „Nein“ und das „Aus“, sowie „Fuß“ usw. Das wiederum gewährleistet, dass Dein Hund Dir auch gehorcht, wenn er ein potentielles Beutetier sieht. Dass ein jeder Hund einem gewissen Jagdinstinkt folgt, ist selbstverständlich, aber Du bist sein Herrchen und hast damit auch das Sagen.

Gerade Hunde, die einem ausgeprägten Jagdinstinkt unterliegen und gute Verbrenner sind, toben sich beim Radeln erst so richtig aus. Bestes Beispiel dafür wäre der Jack Russel. Doch insgesamt gibt es sozusagen keine Rasse, die daran keine Freude hätte, mit Herrchen oder Frauen zu radeln. Bei sehr trägen und schweren Rassen genauso wie bei sehr kleinen Hunden sollte man jedoch überlegen, ob der Radsport die richtige Form des Auspowerns bietet. Falls du dich von deinem Hund ziehen lassen möchtest, wäre Bikejöring oder die Trendsportart Dogscooting ein Tipp zum Weiterlesen.

Ich hab Angst vor einem Sturz

Letztendlich musst Du das nicht. Freilich ist das eine reine Übungssache, aber ihr seid schließlich auch im Alltag ein eingespieltes Team. Und kann Dein Vierbeiner die Kommandos, die Du ihm gibst, umsetzen, brauchst Du Dir darüber, dass es zum Sturz kommen könnte, gar keine ernsthaften Gedanken machen. Zudem sei noch betont, dass es besser ist, ein Geschirr, statt eines normalen Halsbandes zu verwenden. Und im Handel erhältst Du auch eine spezielle Vorrichtung, womit Du am Fahrrad die Leine befestigen kannst. Diese ermöglicht im Zweifel das Freilassen des Tieres im Notfall und federt auch ruckartiges Ziehen ab. Bitte entscheide Dich bei später ausgiebigeren Touren für Waldboden als Untergrund und nicht feste Asphaltwege, da diese die Gelenke Deines Hundes belasten.

Wie gehe ich vor?

Am besten beginnst Du ganz langsam. Zuerst würde ich empfehlen, das Fahrrad nur nebenher zu schieben, während der kommenden Gassi-Runden. Klappt das gut, kannst Du Dich auch schon mal drauf setzen und ein paar Meter mitrollen. Danach bekommt Dein Schatz ein Leckerli als Belohnung dafür, dass er das Fahrrad als neue Begleiter auch akzeptiert und nicht Reißaus nimmt.

Wenn ihr das Ganze steigert, steigere bitte auch langsam das Training, damit Dein Hund sich vor Freude nicht gleich übernimmt. Zu Beginn reichen 10 Minuten Fahrradtour wahrlich aus. Und auch nicht permanent Vollgas geben bitte, es muss eine abwechslungsreiche Tour sein, in der es auch mal ganz langsam vor sich hin geht, damit Dein Vierbeiner auch noch schnüffeln kann und genießen.

Zu Anfang behalte Deinen Hund bitte an der Leine. Deine Wade sollte auch seine Laufhöhe sein. Dafür musst Du ihn unbedingt ausgiebig loben. Auch dann, wenn er stehen bleibt und sich wieder auf korrekter Höhe einfindet, wenn Du stehen bleibst um ihn anzuhalten. Zieht Dein Schatz wieder, bleibe wieder stehen, bis er seinen Platz wiederfindet. Dann wieder loben usw.

Generell solltest Du Deinem Hund beide Seiten des Fahrrades zeigen, sodass ihr im Zweifelsfall auch beidseitig radeln könnt.

Die richtige Ausrüstung wählen

Damit du wirklich sicher unterwegs bist, solltest Du insbesondere zum Eigenschutz aber auch als Schutz für deinen Hund nur mit entsprechender Ausrüstung aufs Rad steigen. Dazu gehört an allererster Stelle ein verkehrssicheres Fahrrad. Du musst dich auf deine Bremsen verlassen können und einen stabilen Halt am Fahrrad haben. Ein lockerer Fahrradlenker, fehlende Beleuchtung und ein wackeliger Sattel sind das Mindeste, was behoben werden sollte.

Ebenfalls als selbstverständlich sollte ein gut sitzender Fahrradhelm gelten. Das gilt nicht nur für die ersten Trainingseinheiten, sondern generell. Im Straßenverkehr MUSS man mit der Dummheit oder zumindest den Fehlern anderer rechnen. Je nach Größe der geplanten Radtour und der ausgewählten Strecken gehören Kotbeutel als auch ein Wassernapf  und ausreichend Wasser mit zur Ausrüstung. Fahrradhelme bei Amazon anschauen. 

Wer beim Fahrrad fahren mit Hund beide Hände am Lenker behalten möchte kann auf einen Abstandshalter zurückgreifen. Diese sind bereits zwischen 20 € und 50 € erhältlich und geben dem Radfahrer die volle Kontrolle über den Lenker, ohne das  noch eine Leine in den Händen liegt. Apropos Leine. Flexileinen und Schleppleinen gehören nicht ans Fahrrad. Die dünne Schnur der Flexileine ist prädestiniert, um sich im Fahrrad zu verheddern. Unfall vorprogrammiert.

Kommen wir zum Hund. Statt eines Halsbandes sollte dein Hund ein Hundegeschirr beim Fahrradfahren tragen, damit Richtungs- und Kurskorrekturen oder ein abruptes Abbremsen nicht so sehr auf den Hals schlagen. Das Hundegeschirr dämpft den Ruck ab bzw. verteilt ihn über den gesamten Körper des Hundes. Plane auch einen Leckerchenbeutel ein, in dem Belohnungen für gutes Verhalten winken.

Sofern der Ausflug bis in die Abendstunden geht, sollten die Lampen des Fahrrads in jedem Falle funktionieren, damit Du einerseits siehst wo es lang geht und anderseits natürlich andere Verkehrsteilnehmer auf dich aufmerksam machen kannst. Zu letzterem gehört auch, dass sowohl dein Fahrrad, du selbst als auch dein Hund mit Reflektoren ausgestattet wird. Viele Hundegeschirre bieten dies von aus aus bereits an bzw. haben Reflektorstreifen bereits integriert. Am Fahrrad kannst du auf die “Katzenaugen” oder “Speichenreflektoren” zurückgreifen. Du selbst trägst entweder eine Warnweste oder reflektierende Kleidung.

Wenn Du deinen Hund lieber im Hundeanhänger oder im Fahrradkorb für Hunde spazieren fahren möchtest, findest du bei Hundemagazin.net natürlich wie gewohnt umfangreiche Informationen. Zu den Hundeanhänger Informationen.

 

 

 

 

 

 

Über Daniel 291 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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