Hund bellen abgewöhnen – 7 Tipps für mehr Ruhe

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Dein Hund bellt ständig, egal ob zuhause oder beim spazieren. Und du möchtest das ändern, damit das Zusammenleben einfacher und stressfreier geschieht. Die Nachbarn werden dir ebenfalls danken, wenn das Bellen weniger wird. Denn sie sind häufig die Betroffenen. 

Zuerst möchte ich dir die unterschiedlichen Gründe und Auslöser vorstellen, die einen Hund bellen lassen. Mit diesem Vorwissen ausgestattet machen wir uns im zweiten Abschnitt des Artikels an die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten. Zuletzt gehe ich noch auf die häufigsten Situationen ein, in denen ein Hund bellt.

Darum bellen Hunde

Hunde nutzen das Bellen zur Kommunikation unter Artgenossen oder um sich bei Ihren Menschen bemerkbar zu machen. Die Anlässe und Auslöser sind vielschichtig, genauso wie die Reaktion der Hunde. Bellen ist letztlich ein Symptom, das wir beeinflussen können. Einige besitzen ein sprichwörtlich dickes Fell, andere hingegen sind sofort geladen und äußern ihr Mitteilungsbedürfnis prompt und laut.

Wachhunde schlagen an

Wachhunde, bzw. Hunderassen die hierfür prädestiniert sind, bellen nicht aus Trennungsangst oder vor Freude, sondern weil sie ihr Rudel beschützen. Sie machen darauf aufmerksam, dass in der näheren Umgebung etwas nicht stimmt. Ihre ausgeprägten Sinnesorgane nehmen Veränderungen viel eher wahr, als wir Menschen es je könnten. Hunde riechen und hören viel besser als wir und genau diese Eigenschaften haben wir uns vor Hunderten von Jahren beim Wolf zu nutze gemacht. Je nach Hunderasse wird bereits angeschlagen, wenn andere Hunde am Grundstück vorbeilaufen. Andere Hingegen schlagen an, wenn das Klingeln an der Haustür beginnt.

Bellen aus Langeweile und mangelnder Auslastung

Wenn der Hund bellt, wenn er alleine ist, deutet dies auf Langeweile und ggf. Trennungsangst hin. Um sich selbst zu beschäftigen kann ein Mittel zu Hundebellen sein.

Angstbellen und Unsicherheit

Ganz oben auf der Liste der Gründe, warum ein Hund bellt, ist die Angst und Unsicherheit. Dies muss nicht nur in den eigenen vier Wänden stattfinden, sondern geschieht auch während der Spaziergänge und in vielen Alltagssituationen. Das Bellen ist oft langanhaltend und unnachgiebig

Bellen vor Freude

Die vielleicht schönste Form des Bellens ist das Bellen vor Freude. Hundebesitzer, die von der Arbeit nach Hause kommen werden von vielen Fellkindern vor Freude angebellt und begrüßt. Genauso verhält es sich, wenn manche Hunde sehen, dass Herrchen oder Frauchen sich zum Spaziergang fertig machen, indem sie bspw. die Leine und das Halsband in die Hand nehmen. Der Hund weiß kaum wohin mit dem ganzen Glück, dass ihm grade wieder fährt.

Rassetypisches Bellen

Einige Rassen sind weitaus schneller beim Bellen als andere. Viele Terrier, Pinscher aber auch Schäferhunde und Rottweiler haben den oben bereits angesprochenen Hüte- und Wachhund Instinkt fest in der Genetik verankert.

Fehlende Aufmerksamkeit

Magelnde Aufmerksamkeit geht einher mit der Langeweile, die ein Hund verspüren kann. Hunde sind soziale Wesen, die sich mit ihrem Rudel austauschen und kommunizieren. Wird der Hund links liegen gelassen, nicht mit Aufgaben beschäftigt oder ausgelastet neigt er dazu, sich durch Bellen wieder in Erscheinung zu bringen.

Nachdem wir uns nun die möglichen Gründe für das Bellen angeschaut haben, wollen wir zu den Tipps kommen, mit denen du deinem Hund das Bellen abgewöhnen kannst.

Gelerntes Bellen

Hunde sind wahre Meister darin, sich zu merken welche Tricks funktionieren um die Aufmerksamkeit der Zweibeiner zu erhalten. Wenn dein Hund einmal herausfindet, dass es Leckerchen oder Fressen gibt, wenn er nur genügend bellt, wird er dieses Verhalten immer wieder anwenden. Denn es hat ihn zum Erfolg geführt. Da ihm nur begrenzte Mittel zur Kommunikation bereit stehen, wird er das Bellen in jedem Falle als Mittel ausprobieren. Wenn du hier unaufmerksam bist bzw. dich darauf einlässt wird es ganz ganz schwer, das Verhalten umzuprogrammieren.

Tipps, um deinem Hund das Bellen abzugewöhnen

1. Schon im Welpenalter trainieren

In der Prägephase deines Welpen legst du den Grundstein dafür, ob ein Hund zum Kläffer wird oder nicht. Hier hast du die besten Möglichkeiten, Einfluss auf das gewünschte Verhalten zu nehmen. Erwünschtes Verhalten wird z.B. mit Lob und Leckerli honoriert. Fehlverhalten und unerwünschtes Verhalten wird korrigiert. Spricht das Thema unbedingt in deiner Welpenschule an und lass dir die Möglichkeiten, einem Welpen das Bellen abzugewöhnen, ausführlich erklären.

2. Beschäftige deinen Hund

Ein Hund, der sowohl körperlich als auch geistig beschäftigt wird, neigt vielfach weniger zum Bellen. Mit einem normalen Spaziergang ist es in den seltensten Fällen getan.

  • Für den Kopf: Neben kleinen Suchspielen, wie z.B. Leckerli verstecken oder dem beliebten Schnüffelteppich, eignen sich Sportarten wie Mantrailing zur mentalen Auslastung. Auch das Wechseln der Gassi Route verschafft neue Eindrücke und Reize, die erstmal verarbeitet werden müssen.
  • Für den Körper: Je nach Gesundheitszustand des Hundes lässt sich von Agility, über Dogscooting bis hin zur Ausbildung zum Rettungshund viel für die Auslastung der Vierbeiner arrangieren.

Ein ausgepowerter Hund ist zufriedener und neigt weniger zum Bellen. Manchmal ist es auch schlicht die Erschöpfung, die ihn ruhig liegen lässt.

3. Trainiere mit deinem Hund

Je mehr du mit deinem Hund arbeitest und Zeit verbringst, desto größer die Chancen, das er weniger Bellen wird. Falls du dir nicht sicher bist, wie du genau vorgehen sollst und dir meine Tipps nicht ausreichend Input zum Üben geben, besuche doch mal die Hundeschule vor Ort.

Viele Trainer bieten ein Antibell Training an. Unter Anleitung der Trainer erhält man zahlreiche direkt anwendbare Tipps & Tricks um dem Hund das Bellen abzugewöhnen.

Auch gibt es Online Hundetrainings zur Hundeerziehung, die einem dabei helfen, das Verhalten wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Hier lernst du die Übungen per Video am PC oder Handy und kannst Lektion für Lektion das Zusammenleben mit Hund verbessern. Ein Teilabschnitt ist dabei auch das Abgewöhnen des Bellens.

4. Bellen antrainieren

Wenn du möchtest, dass dein Hund weniger bellt, dann bringe ihm das Bellen bei. Bellen beibringen ist gar nicht so schwer wie es sich jetzt grade anhört. Die Kurzanleitung: Finde eine Situation in der dein Hund bellt. Du kannst z.B. das Lieblingsspielzeug verstecken und deinen Hund danach suchen lassen. Wenn der Hund entnervt feststellt, dass das Spielzeug weg ist – dann könnte er anfangen zu bellen. In dem Moment sagst du dann “Gib Laut” oder “Bell”.

Mit ein bisschen Übung geht es irgendwann ganz von alleine. Auch andere Situationen wie Türklingeln oder selber Bellen können ein guter Auslöser sein. Falls ihr schon mit Clickern arbeitet, könnt ihr die Clicker ebenfalls nutzen. Im Bellen Lernen Video siehst du das ganze nochmal hautnah.

5. Bellen abtrainieren

Sobald dein Hund auf Kommando bellen kann, kannst du diese Situation auch Nutzen um sie zu beenden. Gib deinem Hund während der Übungen ein Zeichen, dass jetzt mit Bellen wieder Schluss ist. Nutze deine Abbruchkommandos wie “Schluss” oder “Aus“.

6. Die Ruhe bewahren

Wenn der Hund bellt schwingt oftmals auch Aufregung mit. Wenn du nun die Contenance verlierst und selber hektisch und laut wirst, verstärkst du das Problem. Bleib ruhig und gelassen, damit der Hund sich auch wieder entspannen kann.

7. Soziale Kontakte mit Hunden ermöglichen

Hunde lernen von Hunden. Je mehr Kontakt sie zu Artgenossen haben, desto mehr können Hunde voneinander lernen. Kritische Situationen, die der Hund alleine nicht ohne Bellen gemeistert hat, sind im Rudel plötzlich ganz harmlos. Daher sind regelmäßige Hundetreffen ebenfalls hilfreich und unterstützen dich bei deinem Ziel.

Klassische Bell Situationen:

Hund bellt, wenn es an der Tür klingelt

Manche Hunde gehen ab wie ein HB Männchen, sobald es an der Haustüre schellt. Und wenn dann noch der Postbote vor der Türe steht gibt es kein Halten mehr.
Probiere bitte folgendes: Bringe dich zuerst zwischen Tür und Hund. Schieb ihn zur Seite, ohne dabei laut oder aggressiv zu werden. Ziel ist lediglich, dass du zwischen “Klingel” und “Hund” kommst.

Hund bellt Besucher an

Bellt dein Hund Besucher an? Dann probiere folgendes. Wenn Besuch kommt, legst du deinen Hund erstmal in sein Körbchen oder auf seine Hundesofa. Als erstes bist du derjenige, der den Besuch begrüßt. So sieht dein Tier, dass nichts schlimmes passiert, wenn er sich das Treiben aus der Ferne anschaut. Danach rufst du ihn zu euch und dann darf auch der Vierbeiner Hallo sagen. Die Situation sollte viel entspannter sein.

Hund bellt am Gartenzaun

Hunde, die am Gartenzaun bellen sind häufig einfach nicht ausgelastet. Hier musst du dich wirklich fragen, ob du deinem Hund genügend Auslauf und Beschäftigung spendiert hast.

Hund bellt, wenn er alleine ist

Häufig werden Hundebesitzer von den Nachbarn darauf aufmerksam gemacht, dass der eigene Hund bellt und winselt, sobald man das Haus verlässt. Frage dich bitte, ob du deinem Hund im Vorfeld genügend Aufmerksamkeit und Auslastung geschenkt hast. Warst du eine ordentliche Gassi Runde laufen? Ebenfalls empfehle ich aus dem Abschied kein Theater zu machen. Sag deinem Hund, das es dir Leid tut, dass du nun gehst und dann geh.

Wenn du heimkehrst empfehle ich ebenfalls ein normales “Hallo Hund” und keine Wiedersehensfeier zu praktizieren. Hunde werden von ihrer Mutter auch in der Natur alleine gelassen, so schlimm ist das alles nicht. Wenn du aus dem Weggehen jedoch ein Staatstheater machst, ziehst du dir einen kleinen Terroristen heran.

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Zusammenfassung:

Es gibt viele Möglichkeiten, das Bellen deines Hundes in den Griff zu kriegen. Beherzige unsere Tipps und los geht es. Einem Hund das Bellen abzugewöhnen oder gar zu verbieten wird nicht funktionieren. Wenn du die Symptome jedoch erkennst und richtig behandelst, schaffst du eine ganz andere Ruhe und dein Hund wird es dir mit weniger Bellen danken.

Über Daniel 284 Artikel
Bis auf wenige Jahre während meiner Ausbildung habe ich immer mit Hunden zusammen gelebt. Und ohne kann ich mir das Leben auch kaum vorstellen. Geht bestimmt, aber macht das Sinn?

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